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Psychologen helfen Dresdnern in der Arbeitsagentur bei der Arbeitssuche

Psychologen helfen Dresdnern in der Arbeitsagentur bei der Arbeitssuche

Noch nie bestanden für junge Dresdner so gute Chancen, Lehrstellen zu finden wie in diesem Jahr. Nach der jüngsten Statistik der Arbeitsagentur sind noch immer über 500 Stellen unbesetzt.

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Junge Arbeitssuchende bei den psychologischen Tests in der Arbeitsagentur auf der Budapester Straße.Fotos (2): Carola Fritzsche

Quelle: CAROLA FRITZSCHE

Restaurantfachleute werden so zum Beispiel gesucht. Hier gebe es etwa zehn freie Stellen pro Bewerber. Viele junge Leute aus der Region wissen bis kurz vor Ende ihrer Schulzeit nicht, welchen beruflichen Weg sie einschlagen sollen. Um herauszufinden, welche Stelle oder Ausbildung zu ihnen passt, bietet die Arbeitsagentur Fachdienste wie den Berufspsychologischen Service an.

Dessen Mitarbeiter gehen an Schulen oder erwarten in den Arbeitsagenturen junge und auch ältere Menschen aus Dresden und Umgebung. Jährlich nutzen rund 4000 Interessenten das Angebot der Arbeitsagentur in der Budapester Straße. Noch vor Kurzem hieß der Service Psychologischer Dienst. Die Umbenennung hat vor allem damit zu tun, dass der alte Name zu falschen Erwartungen geführt habe, erklärt Verbundleiterin Doris Espenhahn.

"Es kamen schon Leute zu uns und fragten, ob sie sich frei machen sollen", sagt die Psychologin. "Außerdem bieten wir hier keine Therapien an." Stattdessen gebe es einerseits persönliche Gespräche mit den Hilfesuchenden. Andererseits werden jedes Jahr 300 bis 400 Berufswahltests durchgeführt. Und Studienfeldbezogene Beratungstests an Schulen würden darüber hinaus stetig ausgebaut.

Das Service-Team des Dienstes mit fünf Psychologen berät dabei nicht nur Schüler oder junge Arbeitslose. Auch Dresdner, die mit ihren Berufen unzufrieden sind oder sich zum Beispiel aus gesundheitlichen Gründen neu orientieren müssen, werden von Agentur-Mitarbeitern zu Doris Espenhahn und ihren Kollegen in die Budapester Straße geschickt.

Der Service ist einer von drei Fachdiensten, die die Arbeitsvermittler seit über 50 Jahren anbieten. So gibt es noch den ärztlichen Dienst, der Hilfesuchende auf deren Leiden prüft. Ferner klopfen Mitarbeiter des Technischen Beratungsdienstes direkt in Betrieben, Büros oder Einrichtungen mit den Arbeitgebern ab, wie man die Arbeitsorte so gestaltet, dass der Hilfesuchende ohne Probleme weiter arbeiten kann.

An den 32 Computer-Plätzen in der Budapester Straße bietet Berufspsychologische Service Tests an. Diese wurden in Zusammenarbeit mit der Nürnberger Forschungsabteilung der Arbeitsagentur und Wissenschaftlern mehrerer Universitäten entwickelt. Ob Feinmotorik, Rechtschreibkenntnisse oder mathematische Fähigkeiten: Bei den über dreistündigen Tests werden Stärken und Schwächen der Teilnehmer beleuchtet, die bei einem Gespräch nicht ermittelt werden können, so Doris Espenhahn.

Vor allem aber werde dabei das logische Denkvermögen der Teilnehmer untersucht. "Wie gut und schnell man Zusammenhänge erkennen kann, ist weit wichtiger als die Fähigkeit, viel auswendig zu lernen", sagt Espenhahn. Die Noten seien zwar wichtig. Aber längst nicht alle Arbeitgeber schauen nur noch darauf. "Klar, wer zum Beispiel Mechatroniker werden will, muss gut in Mathe sein, aber jemand soll ebenso eine Chance bekommen, der mit Herzblut dabei ist und in diesem Beruf arbeiten will."

Laut der Dresdner Arbeitsagentursprecherin Grit Winkler bestünden dennoch nicht selten Diskrepanzen zwischen Erwartungen von Arbeitgebern und den benötigten Profilen von Bewerbern. Es gab schon Anfragen, etwa von Hoteliers, die eine Friseurin suchten, die ein Einser-Abitur vorweisen sollte, sagt Winkler.

Der Lohn spiele hingegen bei den Gesprächen des Berufspsychologischen Services zwar eine Rolle, sei aber nicht wichtigstes Thema, betont Espenhahn. Aus der Arbeitsagentur ist zu hören, dass der Ruf nach Fachkräften groß sei, gleichzeitig Unternehmen jedoch nicht bereit seien, höhere Löhne zu zahlen oder Arbeitskräfte fest einzustellen und dann zum Beispiel eher auf Zeitarbeitsfirmen setzen. "Für den Wiedereinstieg in den Beruf bieten solche Beschäftigungsverhältnisse immerhin eine gute Gelegenheit", erklärt Doris Espenhahn.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 10.09.2013

Stephan Klingbeil

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