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Prüftechnik aus Dresden ist weltweit begehrt - und beschert "Highvolt" Umsatzrekorde

Prüftechnik aus Dresden ist weltweit begehrt - und beschert "Highvolt" Umsatzrekorde

Russen, Amerikaner und viele andere finden futuristische Prüftechnik aus Dresden hochspannend - und haben der Firma "Highvolt" einen Wachstumsschub beschert: Rund 61 Millionen Euro setzte das an der Marie-Curie-Straße ansässige Unternehmen im vergangenen Jahr weltweit mit seinen Trafo- und Kabelprüfanlagen um, 27 Prozent mehr als im Vorjahr. "Das ist für uns ein neuer Umsatzrekord", sagte Geschäftsführer Ralf Bergmann.

Wegen der guten Auftragslage hat "Highvolt" kürzlich neun Millionen Euro in einen Ausbau investiert und seit 2012 rund 65 neue Jobs geschaffen. Knapp 250 Mitarbeiter hat die Firma nun, die Hälfte davon Ingenieure. "Wir verstehen uns als innovatives Ingenieurbüro mit angeschlossener Produktion."

Spezialisiert ist "Highvolt" auf raffinierte und recht futuristisch wirkende Prüf- und Messanlagen, die wie übergroße metallische Pilze aussehen. Die saugen sich mit Energie voll, bis sie gespannt sind wie ein Blitz - mit Tausenden, oft sogar Millionen Volt.

Diese Spannung wird beim Kunden durch Trafos, Überland-Leitungen oder andere Energietechnik gejagt. Die künstlichen Blitze sollen kleinste Wickelfehler in den Spulen oder Kabelmängel ausmachen, bevor die Anlagen in Betrieb gehen. "Unsere Prüftechnik ist entscheidend für die Qualitätssicherung und die wird den Kunden immer wichtiger", betont Bergmann.

Was geschieht, wenn solche Tests nicht ernst genommen werden, hat ein "Blackout" in Schanghai gezeigt: Da schmorte das Verbindungsstück in einem zentralen Stromkabel durch - auf einen Schlag gingen viele Lichter der chinesischen Metropole aus, blieben alle U-Bahnen stehen.

Und wer so etwas vermeiden will, greift gerne zu "Highvolt"-Prüftechnik, denn die gilt als besonders hochwertig. Dank dieses Rufs konnten die Dresdner ihrer amerikanischen Konkurrenz in deren eigenen "Vorgarten" jüngst einen fetten Auftrag wegschnappen: Für 13 Millionen Euro rüsteten sie ein Trafowerk von Mitsubishi in den USA mit Prüftechnik aus und setzten sich damit gegen den Mitbewerber vor Ort durch.

Dieser internationale Erfolg ist kein Einzelfall: 90 Prozent der Produktion gehen in den Export. Derzeit stellt Highvolt eine Gleichstromprüfanlage für einen südkoreanischen Kunden fertig. Die sieht aus wie ein drei Stockwerke großer Pilzwald aus Stahl und Alu und wird bald mit einer Million Volt Spezial-Trafos in Fernost durchtesten.

"Viele verbinden ,Elektroindustrie' mit schmutzigen Kraftwerken und hässlichen Stromleitungen", weiß Bergmann. "Wir machen bei der Industrie-nacht mit, um zu zeigen, wie hoch- technologisch es bei uns zugeht, wie breit die Aufgaben sind, die wir lösen müssen. Vielleicht animiert das den Einen oder Anderen, Elektrotechnik zu studieren oder bei uns anzufangen"

Und im Unternehmen sind längst nicht mehr nur Elektroningenieure und Monteure gefragt, sondern auch Kaufleute mit technischem Verständnis, sogar Informatiker. Denn Highvolt hat inzwischen eine eigene Software-Abteilung aufgebaut: Weil immer mehr Kunden hochautomatisierte, vernetzte Prüfanlagen wollen, die Datenprotokolle und Statistiken ganz allein erstellen können. "Wir leisten da einen Beitrag zum Trend ,Industrie 4.0', zur vernetzten Fabrik", meint Bergmann. Der Besuch zur Industrienacht werde sich für die Neugierigen jedenfalls lohnen: "Wir lassen es richtig blitzen und krachen."

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 04.03.2014

Heiko Weckbrodt

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