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Prüfkommission entlastet Dresdner Promi-Friseure: Sektenvorwürfe vom Tisch

Prüfkommission entlastet Dresdner Promi-Friseure: Sektenvorwürfe vom Tisch

Dresden. Die Sektenvorwürfe gegen die Dresdner Promi-Friseure Brockmann und Knödler sind vom Tisch. Zu dieser Auffassung gelangt zumindest eine Prüfkommission, die das Unternehmen selbst eingesetzt hatte.

Gestern stellte sie nach zweimonatiger Arbeit ihre Ergebnisse vor. „Wir haben geprüft, ob die Firma Brockmann und Knödler in Verbindung mit Scientology gestanden oder mit ‚sektenähnlichen‘ Methoden gearbeitet hat", sagte der Leipziger Religionswissenschaftler Prof.Hubert Seiwert.

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Brockmann und Knoedler sind unter anderem Partner des Semperopernballs.

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Nach dem Befund der Kommission, der auch der Sozialwissenschaftler Gerald Willms sowie der Unternehmensberater Joachim Kallenberg angehörten, könne ausgeschlossen werden, dass Petra Brockmann, Thomas Brockmann-Knödler und ihr Unternehmen in einer Verbindung zur Scientology-Organisation stehen oder als „Scientology-nah" betrachtet werden könnten. „Unserer Auffassung nach kennt sich das Ehepaar nicht mit Scientology und den entsprechenden Methoden aus", so Seiwert. Entlastung gibt es allerdings nur für die Friseurweiterbildungen, nicht für die Kommunikationsseminare, die die Schweizer Progredi AG im Auftrag von Brockmann und Knödler angeboten hatte.

Hier kommt die Kommission zu dem Schluss, dass sehr wohl Lehrmaterial verwendet worden sein soll, das auf Vorlagen der Scientology-Organisation beruht. Konkret soll es sich um einzelne Trainingsroutinen gehandelt haben, die jedoch keine weltanschaulichen oder religiösen Inhalte hatten. Zum Beispiel können dies Übungen sein, bei denen sich Teilnehmer längere Zeit in die Augen schauen müssen, um ihre Wahrnehmung zu trainieren. Trotz der Tatsache, dass der Veranstalter der Progredi-Seminare, Hans Peter Huber, nach Angaben der Kommission zugegeben haben soll, dass ihm die Schriften des Scientology-Gründers L. Ron Hubbard bekannt sind, konnte auch in diesem Punkt keine organisatorische Verbindung nachgewiesen werden. „Dagegen spricht, dass er Routinen zwar verwendet, aber abgewandelt hat. Gemäß der Richtlinien von Scientology wäre es aber verboten, etwas zu verändern", betonte Seiwert. Kritisch merkte die Kommission an, dass die Dauer der Seminare nicht genau festgelegt gewesen ist. „Es war nicht klar, wann man das Seminar bestanden hat. Das hing allein vom Willen des Seminarleiters ab", sagte Joachim Kallenberg.

Insgesamt 20 ehemalige Seminarteilnehmer haben die Kommissionsmitglieder für ihre Untersuchung befragt. Dabei hatten sie aber nicht die Gelegenheit, mit traumatisierten Teilnehmern zu sprechen, die sich an den Sektenbeauftragten der Evangelischen Landeskirche, Harald Lamprecht, gewandt hatten. Der Sektenexperte war bei der Pressekonferenz ebenfalls anwesend. Obwohl er der Kernaussage der Kommission zustimmte, hatte er dennoch Kritik parat. „Ich frage mich, warum Brockmann und Knödler nicht schon 2011, als erste Vorwürfe aufkamen und auf einen Schlag sechs Trainer aufhörten, Konsequenzen gezogen haben." Erst im Februar dieses Jahres beendeten die Friseure die Zusammenarbeit mit der Progredi AG. Nach dem Abschluss der Untersuchung äußerten sich gestern auch Petra Brockmann und Thomas Brockmann-Knödler: „Wir bedauern sehr, dass in den externen Kursen Lehrmaterial verwendet wurde, das im Widerspruch zu unseren Standards steht. Bei allen Teilnehmern, die negative Erfahrungen gemacht haben, möchten wir uns in aller Form entschuldigen."

Stephan Hönigschmid

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