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Prüf-Systeme aus Dresden: Highvolt macht weltweit Geschäfte

Prüf-Systeme aus Dresden: Highvolt macht weltweit Geschäfte

Frohe Botschaft von der mitteldeutschen Elektroindustrie: Die 560 Betriebe in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen konnten mit ihren 63 400 Mitarbeitern die Umsätze im ersten Halbjahr deutlich steigern.

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Dresdner Firma Highvolt (ehemals Transformatoren- und Röntgenwerk). Firmenchef Ralf Bergmann vor einem Hochspannungsprüfsystem für Kabel - wird nach Saudi-Arabien geliefert.

Quelle: Uli Langer

Nach Angaben der Landesstelle des Zentralverbands Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI) kletterten die Erlöse um acht Prozent oder 500 Millionen Euro auf 6,4 Milliarden Euro. In diesen positiven Trend reiht sich auch die Dresdner Firma Highvolt ein. Nach 61,2 Millionen Euro Umsatz 2013 sollen es in diesem Jahr 62 Millionen Euro werden, prognostiziert des Unternehmenschef Ralf Bergmann.

Trotz des Wachstums sieht der Verband die Lage nüchtern. "So erfreulich die Entwicklung im ersten Halbjahr war, es gibt wenig Grund, in Euphorie zu verfallen. Angesichts der schwachen Erholung in der Euro-Zone und den derzeitigen geopolitischen Krisen bleibt die Auslandsnachfrage weiterhin volatil", meint Ute Poerschke, Vorstandsvorsitzende der mitteldeutschen ZVEI-Landesstelle. Die "acht Prozent werden im Gesamtjahr nicht zu halten sein", pflichtet Lars Kroemer bei.

Der Landesgeschäftsführer rechnet 2014 höchstens mit zwei bis vier Prozent plus, da "die Firmen zunehmend verunsichert sind". Für sie sei der russische Markt im Sommer faktisch zusammengebrochen. So habe sich die Auseinandersetzung zwischen Russland und der Ukraine bereits spürbar auf die Betriebe ausgewirkt. Allein im Juni sackten die Ausfuhren der mitteldeutschen Metall- und Elektroindustrie nach Russland im Vergleich zum Vorjahr um 43 Prozent ab. Angesichts der hohen Exportquote der Branche - sie liegt bundesweit immerhin bei 43 Prozent - "schadet jede Nachricht über Unruhen in der Welt", betont Kroemer.

Highvolt spürt ebenfalls die schwächere Nachfrage aus Russland. Das Unternehmen, das auf Prüfsysteme für Hochspannungs- und Hochstromanlagen spezialisiert ist, macht das an den Auftragsvolumina fest. "Kamen 2011 noch 11,3 Prozent der Bestellungen aus Russland, waren es ein Jahr später nur noch 2,7 Prozent und im vorigen Jahr 9,3 Prozent", betont der 49-jährige Bergmann, der an der TU Dresden Elektrotechnik studiert hat. Im Vergleich zu Saudi-Arabien (14,5 Prozent), Deutschland (12,9) und Aserbaidschan (10,1) falle das Russlandgeschäft aber nicht so stark ins Gewicht. Die Dresdner, die Prüfsysteme etwa für Trafos, Hochspannungsleitungen, Elektroschalt- und Blitzableiteranlagen fertigen, sind "mit einem Marktanteil von 35 Prozent in ihrer Branche Weltmarktführer", erklärt der promovierte Firmenchef.

Das Unternehmen - es ging aus dem früheren VEB Transformatoren- und Röntgenwerk (TuR) hervor - sei mit seinen Produkten auf der ganzen Welt vertreten. Der Exportanteil liege bei 90 Prozent. "Wir sind gut aufgestellt. Der Mix der Absatzländer macht uns zum Glück weniger angreifbar", betont der gebürtige Pirnaer. Falle ein Kunde weg, könne das oftmals durch andere Abnehmer ausgeglichen werden. Ein nicht zu unterschätzender Vorteil, meint Kroemer. Vor allem mittelständische Elektroindustrie-Firmen in der Region treffe die osteuropäische Krise stärker. Traditionell hätten viele sächsische Unternehmen ausgeprägte Geschäftskontakte mit Russland.

Dass Highvolt eine stetige Aufwärtsentwicklung genommen hat, liegt laut Bergmann aber nicht nur an der Vielzahl der Kunden. Das Unternehmen - seine Wurzeln reichen bis ins Jahr 1904 zurück, zu DDR-Zeiten beschäftigte es 4500 Mitarbeiter - mit seinen 250 Angestellten legt großen Wert auf Forschung und Entwicklung. "Dafür wenden wir jährlich einen Gutteil vom Umsatz auf", betont der Manager, der Highvolt zusammen mit Bernhard Nick seit Sommer 2013 führt. Das sei nötig, weil auf Kunden zugeschnittene Lösungen immer ein Stück Neuland bedeuteten. "Mit dem Produktmix von vor zehn Jahren würde es uns in der heutigen Größe nicht geben. Auf höchstens 20 Millionen Euro Umsatz kämen wir da wahrscheinlich."

Der Dresdner Betrieb wurde 2002 von der Maschinenfabrik Reinhausen in Regensburg übernommen und setzte damals gerade einmal acht Millionen Euro um. Da es seitdem immer besser laufe, habe dies auch zu einer recht zufriedenstellenden Ertragslage geführt. Konkrete Zahlen dazu mag Bergmann nicht nennen. Aber die Firma liege im Trend der Branche.

Kroemer macht jedoch allenfalls eine stabile Ertragslage der hiesigen Firmen aus. Laut der regelmäßigen Erhebung des Münchner Ifo-Instituts seien die Betriebe der mitteldeutschen Elektroindustrie zwar überwiegend mit ihrer Gewinnsituation zufrieden, "der Kostendruck bleibt aber hoch", merkt der ZVEI-Landesstellen-Chef an.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 08.10.2014

Ulrich Langer

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Von Redakteur Ulrich Langer

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