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Prozess um Kneipenprügelei in Dresden

Wenn Frauen hauen Prozess um Kneipenprügelei in Dresden

Ein Hauch Karibik wehte gestern durch das Dresdner Amtsgericht. Ein halbes Dutzend attraktiver, kubanischer Schönheiten enterten gen Mittag die Räumlichkeiten. Soviel Style, schicke Klamotten, Glitzer, lange bunte Fingernägel und dicke Parfümwolken hat man sonst eher selten in den tristen und pragmatischen Sälen des Gebäudes. Allerdings auch nicht soviel Temperament

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Quelle: dpa

Dresden.  Ein Hauch Karibik wehte gestern durch das Dresdner Amtsgericht. Ein halbes Dutzend attraktiver, kubanischer Schönheiten enterten gen Mittag die Räumlichkeiten. Soviel Style, schicke Klamotten, Glitzer, lange bunte Fingernägel und dicke Parfümwolken hat man sonst eher selten in den tristen und pragmatischen Sälen des Gebäudes. Allerdings auch nicht soviel Temperament. Da ging es schon vor der Verhandlung auf dem Gang zur Sache.

Verhandelt wurde wegen gefährlicher Körperverletzung – Tatort war das „Martinez“ – ein kubanisches Restaurant in der Neustadt, wo sich auch viele in Dresden lebende Kubaner treffen. Am 15. April 2012 waren dort zwei Frauen von der Karibikinsel aneinander geraten. Maylin P. soll Marbelis P. zweimal ein Glas ins Gesicht geschlagen und ihr mit den Fingernägeln das Gesicht zerkratzt haben. Wenn ihre Nägel damals schon so lang waren wie heute, hat das richtig wehgetan. Das Opfer erlitt einen Nasenbeinbruch, eine Schwellung im Augenbereich und blutende Schnittwunden im Gesicht und zeigte ihre Peinigerin an. Allerdings war Maylin P. nicht auffindbar, selbst ihr deutscher Ehemann, mit dem sie seit 13 Jahren verheiratet ist, wusste nicht, wo sie war. Die 41-Jährige hatte sich nach Kuba abgesetzt, als sie Ende 2015 wieder einreiste, klickten die Handschellen.

Die Angeklagte konnte die ganze Aufregung nicht verstehen und wies die Vorwürfe entschieden zurück. Sie habe mit Freunden im „Martinez“ den Geburtstag ihrer Nichte gefeiert. Plötzlich habe sie von der anderen einen Aschenbecher auf den Kopf bekommen und ihr daraufhin eine runtergehauen. „Ich hatte kein Glas in der Hand. Ich habe sie mit der Hand geschlagen, an der ich einen Ring trug. Dadurch blutete dann ihre Nase.“

Das Opfer erzählte eine andere Geschichte, aber ebenso temperamentvoll. Es war mitunter schwer, den Damen zu folgen, obwohl Marbelis P., die als Tanzlehrerin arbeitet, ihre Erklärungen nicht nur vortrug, sondern manchmal wirklich fast vortanzte. Zwischenrufe von der Zuschauerbank machten die Sache nicht besser. Richter Ralf Schamber musste mit Ordnungsgeld drohen, um die Gemüter der anwesenden Damen zu beruhigen.

Grund für die Attacke, so das Opfer, soll ihr Wunsch gewesen sein, noch einmal ein Lied zu hören, dass an diesem Abend schon gespielt worden war. „Das passte der nicht. Ich drehte mich weg und wollte gehen, da schlug sie mir heimtückisch das Bierglas ins Gesicht.“ Danach bekamen sich die Damen, im wahrsten Sinne des Wortes, in die Haare und mussten getrennt werden. Urteil folgt.

Von Monika Löffler

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