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Prozess in Dresden um Umgangsrecht für den Sohn

Gerichtsverfahren Prozess in Dresden um Umgangsrecht für den Sohn

Am Amtsgericht Dresden ging es jetzt um einen Streit um das Umgangsrecht. Die Mutter eines kleinen Jungen muss sich wegen Entziehung Minderjähriger verantworten. Doch das Strafrecht kann den familiären Streit nicht lösen.

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Strafverfahren im Streit um Umgangsrecht.

Quelle: Volkmar Heinz

Dresden. „Ich bin überzeugt, dass so etwas nicht hier her gehört. Das Strafrecht kann diesen Konflikt nicht lösen“, erklärte Richterin Birgit Keeve. „Ich verstehe nicht, dass es zwei Erwachsene nicht auf die Reihe bekommen, im Interesse ihres Kindes eigene Befindlichkeiten zurückzustellen und sich jahrelang so ein Theater liefern.“ Auf den Punkt gebracht: den Satz kann man sofort unterschreiben. Aber ist er auch bei Anja G. und Stephan angekommen? Die beiden stehen fest im Leben, lieben ihren Sohn, haben ihren Beruf, ihre Familien und sind auch schon lange aus dem Alter raus, wo man alles mit jugendlichem Unverstand erklären kann. Und doch hat sich das Paar wie kleine Kinder benommen, die sich im Sandkasten um den Buddeleimer zanken – und der Buddeleimer war in dem Fall ihr Sohn, nennen wir ihn Paulchen. Als der drei Jahre war, trennten sich die Eltern und seitdem gibt es Zoff um das Umgangsrecht. Eine Einigung auf normalem Wege kam nicht zustande, die Eltern sprachen nicht miteinander. Gab es Ärger wurde das Jugendamt und das Familiengericht bemüht. „Die Probleme liegen bei uns. Der Kleine kann nichts dafür“, sagte der Vater am Montag. Genau, der Knirps kann nichts dafür, aber er muss den Schlamassel ausbaden.

Stephan S. musste lange kämpfen, bis man sich auf eine Umgangsregelung mit seinem Sohn einigte. Alle 14 Tage konnte Paulchen dann das Wochenende mit seinem Papa verbringen – aber auch da wurde von der Mutter geblockt. Am Montag musste sich Anja G. wegen Entziehung Minderjähriger vor dem Amtsgericht verantworten. Sie hatte Ende März 2014 dem Vater mitgeteilt, dass er Paulchen am vereinbarten Wochenende nicht bekommen kann, da er krank sei. Allerdings fuhr sie mit dem Jungen viele Kilometer zu einer familiären Geburtstagsfeier in eine Gaststätte. Dumm nur, dass der Papa dies mitbekam, hinterher fuhr und Fotos von dem angeblich kranken, aber offenbar putzmunteren Kind machte. Es sei nicht der erste Fall gewesen, sagte der Vater vor Gericht. Der 40-Jährige zeigte die Sache beim Familiengericht an. Anja G. log: Paulchen habe sein Krankenbett nicht verlassen. Als Zeugen benannte sie ihren Lebensgefährten und ihre Eltern. Die wussten von den Fotos nichts und bestätigten die Aussage ihrer Tochter und das sogar unter Eid. Ihr Lebensgefährte wurde deshalb verurteilt. Für Anja G. kein Grund, die Sache klipp und klar einzuräumen. Da wurde weiter geeiert. Sie kann offenbar nicht über ihren Schatten springen und offen sagen: „Da habe ich Mist gebaut.“

Die Richterin bot Anja G. eine Einstellung des Verfahrens gegen die Zahlung von 350 Euro an den Sonnenstrahl e. V. und der Zahlung ihrer Auslagen und der Kosten für die Nebenklage des Vaters an. Eine goldene Brücke – sie und ihr Anwalt gingen nicht drüber. Das wäre ein Zugeständnis an ihren Ex, und das geht wohl nicht. Jetzt kommt das volle Programm. Wird die 33-Jährige dann doch verurteilt, kann es richtig teuer werden.

Seit einem Jahr lebt Paulchen übrigens eine Woche bei der Mutter, eine Woche beim Vater. Aber selbst da gingen sich beide aus dem Weg. Eine persönliche Übergabe des Kindes gab es nicht, dafür ein „Pendelheft“, indem man sich Informationen über das Kind mitteilte. Manches ist wirklich schwer zu verstehen.

Von Monika Löffler

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