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Prozess gegen Brandstifter von Prohlis hat begonnen

Landgericht Dresden Prozess gegen Brandstifter von Prohlis hat begonnen

Im Juni war Marcel K., einer der Brandstifter von Prohlis, zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren verurteilt worden (DNN berichteten). Am Montag begann der Prozess gegen die anderen Zündler, Dirk S., Robert H. und Raschid S. sollen in der Nacht zum 7. Oktober vergangenen Jahres sieben Molotowcocktails in das geplante Asylbewerberheim auf der Boxberger Straße geworfen haben.

Quelle: dpa

Dresden.  Im Juni war Marcel K., einer der Brandstifter von Prohlis, zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren verurteilt worden (DNN berichteten). Am Montag begann der Prozess gegen die anderen Zündler, Dirk S., Robert H. und Raschid S. sollen in der Nacht zum 7. Oktober vergangenen Jahres sieben Molotowcocktails in das geplante Asylbewerberheim auf der Boxberger Straße geworfen haben. Die Fassade und eine Tür hatten Feuer gefangen. Verletzt wurde glücklicherweise niemand, da das Gebäude noch leer stand und die Flüchtlinge erst einige Tage später einzogen. Aniko A., die die Täter vor der Polizei gewarnt haben soll, ist wegen Beihilfe zur gemeinschaftlichen Brandstiftung angeklagt.

Die Umnutzung der Schule auf der Boxberger Straße in ein Asylbewerberheim hatte im Herbst 2015 für viel Aufregung in Prohlis gesorgt. Nach dem Willen der Stadt sollten dort ab den Herbstferien in direkter Nachbarschaft zu einer ebenfalls auf dem Gelände untergebrachten Grundschule 150 Flüchtlinge Quartier finden. Sie und Grundschüler sollten sich hygienische Einrichtungen einer Sporthalle teilen. Dagegen richtete sich der Protest vieler Anwohner. Tagelang hatte es Demonstrationen gegeben.

Zu den Leuten, die die Unterbringung der Flüchtlinge ablehnten, gehörten auch die Angeklagten. „Wir hatten Angst, was da auf uns und die Kinder zukommt“, sagte am Montag Dirk H. „Vor der Schule wurde immer gebrüllt: ,Zündet die Hütte an’. Und irgendwie haben wir dann gesagt: ,Nicht quatschen, machen.’“ Er und Robert H. hätten zwar beschlossen, etwas gegen die Asylunterkunft zu tun, eine konkrete Vorstellung, wie die Sache ablaufen solle, hätten sie aber nicht gehabt, erklärte der 33-Jährige. „Erst an jenem Tag haben wir beschlossen: entweder heute oder nie.“ Am Abend hätten sie beim Bier die Idee gehabt. Die anderen beiden seien eher zufällig dazugekommen, hätten aber mitgemacht.

Nachdem sie eine „Line“ gezogen hatten – alle vier nehmen seit Jahren Drogen – bastelten sie im Keller von Dirk S. die Brandbomben zusammen und zogen zur Schule. Dort teilten sie sich auf. Dirk S. und Robert H. warfen die Cocktails auf die vordere Seite des Gebäudes, Marcel K. und Raschid S. auf die hintere. Dann rannten sie weg. „Durch die Scheiben haben wir nichts geworfen. Wir wollten das Ding ja nicht zerstören, sondern nur ein Zeichen setzen“, erklärte Dirk S.

Mit Molotowcocktails ein Zeichen setzen? Was, wenn sich, warum auch immer, Menschen in der Schule befunden hätten? Dass die Feuerwehr den Brand so schnell löschen konnte, war nicht ihr Verdienst. Anwohner hatten das Feuer bemerkt und die Rettungskräfte informiert. Einem waren aber auch die Männer aufgefallen, und er konnte der Polizei Hinweise zu deren Identität geben. So und durch die spätere Auswertung von Handydaten kam man den Verdächtigen auf die Spur.

Nach anfänglichem Leugnen räumten sie den Brandanschlag dann bei den Ermittlungen und später vor Gericht ein. Nur Raschid S. nicht. Die anderen Angeklagten sagten zwar unisono aus, dass er dabei gewesen sei, der 36-Jährige bestritt dies bisher jedoch vehement. Er sei nur bei Dirk S. gewesen, weil er Drogen kaufen und ein Fahrrad verkaufen wollte. Mit der Sache habe er nichts zu tun. Überhaupt, er tue so etwas nicht, da er selbst ausländische Wurzeln habe, hatte er der Polizei erklärt. Am Montag zog er es vor, zu schweigen. Der Prozess wird fortgesetzt.

Von Monika Löffler

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