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Prozess am Landgericht Dresden zu groß angelegtem Computerbetrug

Strafverfahren Prozess am Landgericht Dresden zu groß angelegtem Computerbetrug

Wegen bandenmäßigem Computerbetruges in über 500 Fällen müssen sich drei Männer derzeit vor der Großen Strafkammer des Dresdner Landgerichts verantworten. Die drei Letten sollen zu einer Bande gehören, die mit Manipulationen von Bankkonten und Warenbestellungen im Internet einen Gesamtschaden von knapp einer Million Euro verursacht haben soll.

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Strafprozess am Landgericht Dresden zu groß angelegtem Computerbetrug.

Quelle: dpa

Dresden. Wegen bandenmäßigem Computerbetruges in über 500 Fällen müssen sich Maksims P., Martins K. und Janis A. derzeit vor der Großen Strafkammer des Dresdner Landgericht verantworten. Die drei Letten sollen zu einer Bande gehören, die mit Manipulationen von Bankkonten und Warenbestellungen im Internet einen Gesamtschaden von knapp einer Million Euro verursacht haben soll. Das Landeskriminalamt Sachsen hatte längere Zeit gegen sie ermittelt. Im August 2014 wurde das Trio festgenommen. Seitdem sitzen die Männer in U-Haft – unterbrochen von Strafhaft wegen anderen Verurteilungen. So war Janis A. 2014 vom Dresdner Landgericht wegen ähnlicher Vorwürfe zu einer Freiheitsstrafe von vier Jahren verurteilt worden.

Die Masche ist nicht neu. Vor Jahren hatte einige Leute im Baltikum eine Geschäftsidee, wie man per Mouse-Click an Bares kommt – nicht legal aber sehr einträglich. Mit dem Versprechen, in Deutschland schnell viel Geld zu verdienen, rekrutierten sie „Mitarbeiter“, die in wechselnder Besetzung Firmen und Einzelpersonen um viel Geld prellten. Die Bande war im Laufe der Jahre auf über 100 Mitglieder angewachsen und straff organisiert. Jeder hat seine spezielle Aufgabe. Auch die drei Angeklagten waren Mitglieder der Bande, wobei Maksims P. wohl eher zur Führungsriege gehörte. Er war für die Organisation der Computerraubzüge zuständig. Die Masche ist nicht neu aber effektiv – zumindest für die Bande.

Die Anklage gliedert sich in zwei Vorwürfe. Erstens: Manipulation von Online-Konten: Die Bande gaukelte deutschlandweit Inhabern solcher Konten mit einer Schadsoftware eine angebliche Fehlgutschrift vor – zum Beispiel Vodafone-Guthaben – und forderte dann mit einer „Bildschirmeinblendung“ die Rücküberweisung des Betrages. Durch Eingabe ihrer Transaktionsnummer aktivierten die betroffene Kunden eine vermeintliche „Rückbuchung“. Allerdings wurde der Betrag dadurch auf Konten der Betrüger überwiesen, die vorher eingerichtet und ständig überwacht wurden. Bei Eingang des Geldes wurde der Betrag sofort bar abgehoben, um die Sache nicht auffliegen zu lassen. Das dauerte mitunter nur wenige Minuten. Die Gelder wurden dann ins Ausland weiter geleitet – von März 2011 bis August 2014 in 215 Fällen.

Zweiter Vorwurf: Betrügerische Online-Bestellungen. Die Angeklagten bestellten bei Händlern im Internet im großen Stil hochwertige Waren, oft teure Elektrotechnik, die mit gestohlenen oder gekauften Daten (Namen und Kontonummern) bezahlt und an Scheinadressen geliefert wurden. Dafür späten sie leerstehende Wohnungen aus und brachten an den Briefkästen entsprechende Namensschilder an. Die Angeklagten fingen dann die Postboten ab oder angelten die Benachrichtigung aus den Kästen und holten die Artikel dann ab. Die Waren wurden dann unter Aliasnamen weiter verkauft oder bei Ebay versteigert. Rund 300 Fälle warf die Staatsanwaltschaft den Angeklagten zwischen Mai 2012 und August 2014 vor.

Zum Verhandlungsauftakt am Dienstag waren zunächst keine Zeugen geladen worden. Der Prozess wird fortgesetzt. Zunächst sind 17 Verhandlungstage angesetzt.

Von Monika Löffler

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