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Protest gegen Leipziger Studien-Gebühren: Dresdner Hochschulen lehnen Pläne ab

Protest gegen Leipziger Studien-Gebühren: Dresdner Hochschulen lehnen Pläne ab

Der Gesetzgeber in Sachsen erlaubt Hochschulen, von einem Teil ihrer ausländischen Studenten Gebühren zu erheben. Doch bis auf eine Ausnahme will keine Lehranstalt mitmachen.

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Für die Studenten ist eine Grenze überschritten. Nur Kommilitonen aus Ländern außerhalb der EU sollen an der Musikhochschule Leipzig zahlen.

Quelle: Andre Kempner

Leipzig/Dresden. Die Ausnahme ist die Hochschule für Musik und Theater Leipzig (HMT). Sie führt Gebühren nur für Studenten ein, die nicht Ländern der Europäischen Union angehören. 3600 Euro jährlich sollen sie zahlen - und es trifft auch bereits immatrikulierte Studenten. Der Grund: unterbezahlte Lehrkräfte.

Sachsens Universitäten wollen keine Gebühren für Studenten aus Ländern jenseits der EU erheben. Auch die drei Dresdner Kunsthochschulen lehnen das ab, ergab eine Umfrage. Damit steht die Hochschule für Musik und Theater in Leipzig (HMT) mit ihren Gebührenplänen allein auf weiter Flur. Die HMT will vom kommenden Wintersemester an von Nicht-EU-Studenten pro Semester 1800 Euro erheben.

Das sächsische Wissenschaftsministerium hatte das Vorgehen getadelt. "Ohne Stipendienprogramm können keine Studiengebühren erhoben werden", sagte Ministerin Sabine von Schorlemer (parteilos).

TU Dresden winkt ab

Neben den Universitäten in Chemnitz, Freiberg und Leipzig winkte auch Ostdeutschlands einzige Elite-Uni, die Technische Universität Dresden, ab. "Solche Gebühren würden voll unserer Strategie zur Internationalisierung entgegenwirken", sagte TU-Sprecherin Kim-Astrid Magister der Nachrichtenagentur dpa. Ähnlich äußerte sich die Freiberger Prorektorin für Bildung, Prof. Silvia Rogler. "Es gibt bei uns keinerlei Überlegungen in diese Richtung."

Hilfe für Ausländer bei Palucca

Die Palucca Hochschule für Tanz in Dresden verwies auf den hohen Ausländeranteil von 35 Prozent. Viele Studenten stammten aus Ländern, die nicht zur EU gehören. "Wenn es Gebühren für sie gäbe, würden wir Leistungsträger verlieren", sagte Hochschulsprecherin Eileen Mägel. Vielmehr versuche man, bedürftige Studenten - beispielsweise junge Leute aus Brasilien - finanziell zu unterstützen.

Ebenso ablehnend steht der Rektor der Dresdner Hochschule für Musik Carl Maria von Weber, Ekkehard Klemm, zur Gebührenerhebung, aus ethischen und organisatorischen Gründen, wie er gegenüber DNN erklärte. Außerdem sei für Sachsens Universitäten und Hochschulen ein klarer Wettbewerbsnachteil gegenüber Einrichtungen in anderen Bundesländern zu befürchten.

Existenzielle Not an der HMT

Die Leipziger Hochschule für Musik und Theater hatte die Gebühren mit finanziellen Zwängen begründet. HMT-Rektor Robert Ehrlich spricht von einer existenziellen Situation: Die Lehrbeauftragten seien unterbezahlt, aber unverzichtbar. Sie leisteten knapp die Hälfte des Unterrichts, erhalten aber nur 23 Euro pro Stunde. "Das ist im unteren Drittel des Bundesdurchschnitts für die Musiklehrer - und es ist eine Schande", so Ehrlich. Der Senat habe sich die Entscheidung nicht leicht gemacht.

Zugleich kündigte die Lehranstalt ein Stipendienprogramm an. Danach sollen lediglich 190 von insgesamt 900 Studenten das Geld ab Oktober 2013 aufbringen. "Niemand, der sozial bedürftig ist, wird sein Studium abbrechen müssen. Das Rektorat hat das wiederholt erklärt", sagte Sprecherin Katrin Schmidinger. Insofern gebe es keinen Grund zur Verunsicherung.

Das sah das Wissenschaftsministerium allerdings anders. "Eine Verunsicherung der immatrikulierten Studierenden, so wie dies derzeit stattfindet, ... kann nicht hingenommen werden."

Der Studentenrat der Leipziger Hochschule kämpft dafür, dass wenigstens die bereits immatrikulierten Kommilitonen von den Gebühren verschont bleiben. Eine Protestaktion vor dem Landtag in Dresden ist geplant.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 18.04.2013

Jörg Schurig, dpa/Matthias Pöls

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