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Projektbüro veröffentlicht Alternativvorschlag für Bebauung der Lingnerallee in Dresden

Projektbüro veröffentlicht Alternativvorschlag für Bebauung der Lingnerallee in Dresden

Ein Spaziergang entlang der Lingnerallee ist derzeit wahrlich nicht vergnügungssteuerpflichtig. Wildes Grün, parkende Autos und große ungenutzte Freiflächen - mehr ist hier nicht los, mal abgesehen vom traditionellen Wochenmarkt.

Von christoph stephan

Vor drei Jahren hat sich die Stadtverwaltung Gedanken über einen Rahmenplan gemacht und einen Architektenwettbewerb initiiert, um unter anderem zu sehen, wie man das Gebiet östlich des ehemaligen Robotron-Areals städtebaulich aufwerten kann.

Getan hat sich seitdem nichts und aus Sicht von Karsten Handmann und Frank Wießner von der "Sivia Baukonzept GmbH" wird sich an diesem Zustand in den nächsten zehn bis 20 Jahren auch nichts ändern, wenn die Stadt an dem Rahmenplan von 2009 festhält. "Er ist viel zu überdimensioniert, außerdem fehlt jeder Bezug zur Realität. Der Plan der Stadt setzt voraus, dass sämtliche Flurstücke im Gebiet neu geordnet werden. Das kostet unnötig viel Zeit, unter anderem wegen zu erwartender Diskussionen mit den Eigentümern der Flächen", erklärt Handmann.

Die Mitarbeiter von "Sivia" haben in den vergangenen Monaten einen Alternativvorschlag für die zukünftige Gestaltung der Lingnerallee erarbeitet. Dieser setzt auf eine kleinteiligere Bebauung, orientiert sich am Aussehen des Viertels vor der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg und - sei sofort umsetzbar. "Wir befürchten, dass die Stadt in unmittelbarer Nähe zum Hygiene-Museum riesige Büroklötzer zulassen will. Dabei haben wir uns schon die halbe Stadt mit unpersönlichen Zeilenbauten im 1960er-Jahre-Stil versaut", meint Wießner.

Während den Plan der Stadt nur große Projektentwickler finanzieren könnten und die wahrscheinlich ausschließlich in einem Guss bauen wollen, habe das "Sivia"-Konzept den Vorteil, dass das neue Quartier abschnittsweise errichtet werden könnte. "Mindestens drei Eigentümer würden umgehend mit der Wiedererrichtung ihrer Häuser auf den vorhandenen Parzellen beginnen", sagt Handmann. "Denn die Anordnung der Flurstücke bleibt unangetastet."

Die Rahmenplanung der Stadt will das Viertel geradlinig zwischen dem Robotron-Areal und der Lennéstraße entwickeln - mehrere 10 000 Quadratmeter Fläche. "Die ursprüngliche Verbindung zwischen dem Eingang des Großen Gartens und dem Altstadtkern geht dabei verloren", kritisiert Wießner. "Es würde eine neue Achse in Richtung der eher untergeordneten Herkulesallee beziehungsweise zur Gläsernen Manufaktur entstehen, während die diagonal verlaufende Lingnerallee an Bedeutung verliert, obwohl sie zur Hauptallee im Großen Garten, zum Georg-Arnhold-Bad und zum Fußballstadion führt."

Handmann und Wießner empfehlen auch in diesem Punkt, sich an der Vorkriegsbebauung zu orientieren. Damals folgten die Häuser dem Verlauf der Lingnerallee, standen also teilweise leicht schräg. "Wir halten es für wichtig, dass die Häuser kleinteilig sind und eine individuelle Note erhalten. Gestalterische Unterschiede der einzelnen Fassaden innerhalb eines Gestaltungskonzepts sind ausdrücklich erwünscht", so Handmann.

Die Überlegungen der "Sivia"-Mitarbeiter stießen im Stadtplanungsamt nach DNN-Informationen auf nur wenig Gegenliebe. Hier setzt man auf den eigenen, nicht gerade billigen Rahmenplan. Frank Wießner und Karsten Handmann führen deshalb derzeit Gespräche mit den einzelnen Stadtratsfraktionen und hoffen, ihre Ideen von der zukünftigen Lingnerallee demnächst im Bauausschuss vorstellen zu können.

"Die Vision einer 'Lingner Park-Stadt' braucht einen Entwicklungsimpuls. Das geplante neue Wohnquartier an der Lingnerallee westlich der Blüherstraße, das ehemalige Bebauungsstrukturen wieder erstehen lässt, könnte ein solcher Auftakt sein", erklärt SPD-Stadtrat Axel Bergmann. "Das sind auch die Ziele, wie sie im Entwurf des Rahmenplans stehen. Ich fände es deshalb gut, wenn Investor und Stadtplanung sich schnell an einen Tisch setzen und konstruktiv die Umsetzungschancen ausloten."

Ähnlich sieht es Thomas Löser, Sprecher für Stadtentwicklung in der Grünen-Fraktion: "Ich halte die Entwicklung der Lingnerstadt, unter anderem als innerstädtisches Wohnquartier, für sehr wichtig. Die Altstadt bekommt damit wieder eine städtische Fassung und bricht nicht mehr an der St. Petersburger Straße ab." Die Entwürfe von "Sivia" hätten viel Charme, die Chance auf schnelle Realisierung könnte die Initialzündung für das Viertel sein. "Die bisherige Planung der Stadt ist sehr reißbrettartig über die Situation gelegt und sieht riesige ungegliederte Baumassen vor, was in der Tat zu hinterfragen ist", meint Löser.

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