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Projekt der TU Dresden hilft Kindern bei Angsterkrankungen

Interview Projekt der TU Dresden hilft Kindern bei Angsterkrankungen

Etwa zehn bis 15 Prozent aller Kinder leiden nach Einschätzung einer Expertin unter Angsterkrankungen. „Das Kindes- und Jugendalter ist der Zeitraum, wo die Erkrankung entsteht und das Zeitfenster, wo das Risiko am größten ist“, sagte Susanne Knappe.

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Susanne Knappe von der Ambulanz für Kinder und Jugendliche des Instituts für Klinische Psychologie und Psychotherapie der TU Dresden

Quelle: dpa

Dresden. Kinder und Jugendliche können vor vielen Dingen Angst haben: Vor Dunkelheit, Blitz und Donner, dem Arzt, davor, allein einzuschlafen oder sich von den Eltern zu trennen. Susanne Knappe von der Ambulanz für Kinder und Jugendliche des Instituts für Klinische Psychologie und Psychotherapie der TU Dresden erklärt im Interview mit der Deutschen Presse-Agentur, was Alarmsignale sind. Eine neue Studie soll Kindern helfen, ihre Angst zu überwinden.

Wie ausgeprägt sind Ängste bei Kindern?

Wir wissen, dass etwa 10 bis 15 Prozent aller Kinder und Jugendlichen unter einer Angsterkrankung leiden. Das Kindes- und Jugendalter ist der Zeitraum, wo die Erkrankung entsteht und das Zeitfenster, wo das Risiko am größten ist. Wenn wir da schon behandeln, haben wir gute Chancen, den weiteren Lebensweg der Kinder positiv zu beeinflussen.

In welchem Alter sind Kinder besonders anfällig?

Bekannt ist, dass im Alter von vier bis fünf Jahren oft Trennungsängste oder spezifische Phobien erstmals auftauchen. Etwa, wenn kleine Kinder anfangen, im eigenen Zimmer zu schlafen, dann haben sie Angst vorm Monster unterm Bett oder der Dunkelheit. Das ist für kleinere Kinder völlig gesund und normal, nach den Eltern zu rufen, weil sie noch hilflos sind. Irgendwann aber ist das Zeitfenster überschritten, dann findet eine Entwicklung statt und diese Ängste geben sich. Außer bei einigen wenigen Kindern, die zunehmend unter ihrer Angst leiden.

Was sind deutliche Alarmsignale?

Die Furcht an sich ist noch kein Alarmsignal, sondern eher, wie lange diese andauert. Hält sie länger als sechs Monate an? Ist sie sehr ausgeprägt, vielleicht begleitet von massiven Beschwerden wie Bauchweh, Protesten oder Rückzug? Die Angst wirkt übertrieben und tritt in Situationen auf, die eigentlich ungefährlich sind. Etwa, wenn sich Kinder in der Kita nicht verabschieden wollen, weil sie Angst haben, dass die Eltern einen Unfall haben könnten und nicht wiederkommen. Oder Angst, die 300 Meter bis zu ihrem Freund allein zu bewältigen. Angst davor, Kinder auf dem Spielplatz oder Mitschüler anzusprechen oder beim Lehrer in der Schule nachzufragen wenn etwas nicht verstanden wurde.

Wohin können sich Eltern wenden?

Erste Anlaufstelle ist häufig der Kinderarzt. Wir haben am Institut für Klinische Psychologie und Psychotherapie der TU Dresden auch eine Ambulanz für Kinder und Jugendliche. Zudem forschen wir hier, um die Behandlung von Angsterkrankungen weiter zu verbessern. Für eine aktuelle Studie „Kinder bewältigen Angst“ suchen wir Kinder zwischen 8 bis 14 Jahren. Alle Jungen und Mädchen erhalten eine Angstbehandlung, diese findet innerhalb von 8 bis 12 Wochen statt. Wir wollen auch untersuchen, ob und wie die Eltern in die Therapie eingebunden werden. Manchmal ist auch nicht unbedingt eine Therapie notwendig, sondern es reicht ein Training, um mutiger zu werden. Wichtig ist: Niemand wird weggeschickt.

Susanne Knappe ist diplomierte Psychologin. Die 35-Jährige ist Koordinatorin der Ambulanz für Kinder und Jugendliche und wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Klinische Psychologie an der TU Dresden.

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