Volltextsuche über das Angebot:

26 ° / 10 ° wolkig

Navigation:
Google+
Probleme durch Hochwasserschutz: Kaditzer Deich flutet Radweg

Probleme durch Hochwasserschutz: Kaditzer Deich flutet Radweg

Hochwasser und Starkregen ist dank des millionenschweren neuen Flutschutzes in Kaditz kein Problem mehr? Von wegen: Zur großen Verwunderung der Anwohner sorgt in Altkaditz seit Bestehen der neuen Hochwasserschutzanlage jeder größere Regenguss für Riesenlachen - und zwar auf der dem Ort zugewandten Seite des Damms.

Das Abfließen des Regenwassers wird behindert, der neue Schutz hält das Wasser auf der falschen Seite auf. 30 Zentimeter hoch stand am Sonntag das Wasser auf dem Elberadweg kurz hinter der Kirche und bildete einen größeren Swimmingpool. "Das ist schon komisch", findet der Anwohner Thomas Schreiber, der die Riesenpfütze fotografiert hat. "Und auch nicht ungefährlich", gibt er zu Bedenken, schließlich benutzen auch Kinder den Radweg.

Die Kaditzer stellen nicht den Bau der Hochwasseranlage in Frage. "Wir sind darüber froh. Das ist die allgemeine Meinung", sagt Schreiber. Schließlich waren die Häuser des alten Dorfkerns von der Flut im Sommer 2002 arg betroffen. Trotzdem muss gegen die Wasserlachen etwas getan werden, findet Thomas Schreiber. "Die Regenfälle werden ja nicht geringer." Bei der Landestalsperrenverwaltung kennt man den Fall und betreibt gerade Ursachenforschung. "Unsere Mitarbeiter haben das Problem ebenfalls festgestellt und suchen nach einer Lösung", erklärt Britta Andreas, Sprecherin der Landestalsperrenverwaltung gegenüber den DNN. Beim Bau des Deiches sei bereits eine so genannte Sickerrigole eingebaut worden, deren Aufgabe die Entwässerung des Radweges ist. Sickerrigolen sind unterirdische Anlagen. Sie sammeln das Regenwasser und geben es in den Erdboden ab. Die Kaditzer Rigole liegt zwischen dem Deich und dem Radweg.

Im Moment prüfe man dort die Bemessungsansätze für die Rigole, um sie gegebenenfalls optimieren zu können, bechreibt LTV-Sprecherin Andreas. Heißt, die Experten für Hochwasserschutz sehen noch einmal in ihre Pläne und wollen zunächst klären, ob das verantwortliche Ingenieurbüro die Menge anfallenden Regenwassers zu gering kalkuliert hat. Ist dem wirklich so, müsste das Versickerungssystem vergrößert werden oder es müsste eine zweite oder dritte Rigole nachgerüstet werden.

Mitte Juli wurde die vier Kilometer lange und 13 Millionen Euro teure Hochwasserschutzanlage entlang der Kaditzer Flutrinne offiziell in Betrieb genommen. Bis zu einem Elbpegelstand von 9,24 Metern soll sie rund 13 000 Einwohner und 900 Unternehmen in Pieschen, Trachau, Mickten und Altkaditz vor Wasser schützen. Ein Pegelstand, der statistisch gesehen alle hundert Jahre auftritt. Für die tatsächlich gerade mehrmals in der Woche auftretenden starken Regenschauer sollte sich da sicherlich auch eine Lösung finden lassen.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 08.08.2014

Madeleine Arndt

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Lokales
24.08.2017 - 05:50 Uhr

Die SG Dynamo Dresden bereitet sich akribisch auf die Partie in Bochum vor

mehr
Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
Wettersponsor

Das Wetter in und um Dresden präsentiert Ihnen die Toskana-Therme Bad Schandau.