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Prima Stimmung im Dresdner Handwerk, Laune könnte aber kippen

Prima Stimmung im Dresdner Handwerk, Laune könnte aber kippen

Die Schwarzseherei der Konjunkturexperten findet der Chef der Dresdner Handwerkskammer, Jörg Dittrich, alles andere als hilfreich. Klar, die Sache mit der Psychologie - weiß ja jeder.

Allerdings entbehrte auch die gestern von ihm präsentierte Frühjahrsanalyse zur Lage des Handwerks zwischen Riesa und Görlitz nicht einer gewissen Orakelhaftigkeit. Denn auf den Punkt gebracht, lautete die Botschaft: Die Stimmung ist gut. Aber sie könnte, wenn man die Anzeichen nur richtig deute, kippen...

Von den fast 23000 Firmen im Kammerbezirk können 80 Prozent eigentlich nicht klagen. Sie schätzen ihre Lage als gut (39 Prozent) oder befriedigend (41 Prozent) ein. Das besagt das Frühjahrskonjunktur-Barometer, dessen Ergebnisse die Dresdner Handwerkskammer gestern vorstellte.

Riesige Gräben

Das klingt prima, doch klaffen zum Beispiel zwischen Bau- und Kfz-Gewerbe riesige Gräben. Während die einen vom Run auf Betongold und der emsigen Bautätigkeit der Kommunen profitieren, sehen die anderen in den Büchern immer weiter schwindende Aufträge. Jeder dritte Kfz-Betrieb sieht sich in der Misere, 54 Prozent verzeichnen Auftragsrückgänge. Das Neuwagengeschäft liegt am Boden, etliche Firmen mussten Personal entlassen.

Das Jahr, resümiert Handwerkspräsident Dittrich denn auch folgerichtig, habe holprig begonnen. Doch gelte es, sich der kippenden Stimmung entgegenzustellen, damit wegbrechende Absatzmärkte und Krisenerscheinungen nicht noch tiefere Spuren im regionalen Handwerk hinterlassen. Noch funktioniere der Binnenmarkt - auch wenn die europäische Vertrauenskrise immer größere Schatten werfe.

Die Schatten sind bekannt: Es fallen nicht nur die Abnehmer aus, weil das Geld überall knapp ist, sondern steigende Energie- und Rohstoffkosten sowie die drohende Mittelkürzung für Sachsen aus dem EU-Strukturfonds bilden Dittrich zufolge eine Gemengelage, in der das Handwerk nicht ewig gegenhalten kön-ne.

Da sei es extrem kontraproduktiv, wenn eine Stadt wie Dresden darüber nachdenke, Schulen und Kitas von einem Generalübernehmer bauen zu lassen und damit jeglichen Einfluss auf die Auftragsvergabe einzubüßen. Denn Konzerne, die auch die Planung stemmen können, säßen nun mal nicht im Osten Deutschlands. Wo dann die Aufträge hingingen, sei absehbar. Deshalb hätten sich die Kammern von Handwerk, Industrie, Ingenieuren und Architekten sowie der Baugewerbeverband und der DGB geschlossen gegen die Pläne der Landeshauptstadt gestellt.

Nächstes heißes Eisen: die Energiewende. Das Handwerk unterstütze den Vorstoß der Landesregierung zu erneuerbaren Energien, denn diese seien weder grundlastfähig noch preissenkend.

Ökostrom-Umlage ungerecht

Erneut sprach sich Kammerchef Dittrich gegen Ausnahmen von der Ökostromumlage aus (laut "Spiegel" inzwischen 2245 Standorte, 2012 waren es lediglich 979). "Wir fordern die Abschaffung der Sonderbehandlung und eine gerechte Verteilung der Kosten", so Dittrich. Er rechnete das Beispiel an einem Bäcker ohne Filialnetz vor. Der käme im Jahr an reinen Kosten über die EEG-Umlage auf 2000 Euro mehr. Doch die Preiserhöhung erreiche ihn ja auch über die Rohstoffkosten. Und da sei man rasch bei 10000 bis 20000 Euro mehr im Jahr. Das lasse sich schlicht nicht über höhere Brötchenpreise abfangen. Überleben würden so nur die Ketten, die Billig-Teiglinge aus unbestimmbaren Quellen anböten und so den kleinen Bäcker aus dem Wettbewerb schössen.

Die nicht eben rosigen Rahmenbedingungen lassen die Geschäftserwartungen der Dresdner Kammer-Betriebe etwas gedämpfter ausfallen als im Vorjahr. 47 Prozent (2012: 50) der Firmen rechnen mit guten Geschäften, nur neun (Vorjahr: 8) mit eher schlechten.

iFür die Konjunkturanalyse wurden 4564 der insgesamt 22854 Kammer-Unternehmen befragt. Bei 14 Prozent Rücklauf sei das Ergebnis repräsentativ, so die Handwerkskammer.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 07.05.2013

Barbara Stock

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