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Preisverdächtiges Bauen mit Carbon-Beton

Preisverdächtiges Bauen mit Carbon-Beton

Forscher an der TU Dresden sind schon immer Vorreiter bei der Suche nach neuen Materialien für den Bau. Jetzt sind die Dresdner mit einer besonderen Idee für den Nachhaltigkeitspreis nominiert.

Dresden. Durch den dramatisch gestiegenen Schwerlastverkehr werden immer mehr Brücken zum Sicherheitsrisiko. Verantwortlich dafür ist unter anderem der korrosionsanfällige Stahl im Beton. Stahlbeton ist das im Bauwesen am häufigsten verwendete Material. Doch die begrenzte Lebensdauer, Korrosionsempfindlichkeit und der sehr hohe Ressourcenverbrauch sprechen für eine Alternative.

Die Lösung sehen die Dresdner im Carbon Concrete Composite (C³), bei dem der Stahl durch Carbon ersetzt wird. Die grundlegenden Ideen zu C³ wurden in der Landeshauptstadt geboren und basieren auf der Erforschung von Textilbeton, heißt es in einer Mitteilung der TU Dresden. Bereits Anfang 2014 hat sich dazu in Dresden ein Verein gegründet, in dem sich namhafte Firmen und Vertreter deutscher Universitäten zusammengefunden haben, "um einer Revolution beim Bauen den Weg zu ebnen." Das interdisziplinäre Projekt arbeitet heute mit über 130 Partnern aus Forschung, Wirtschaft, Verbänden und Vereinen an dem neuartigen Materialverbund und der schnellen Einführung in die Baupraxis. Für die Beschreibung der Vorteile des neuen Materials halten die Forscher einen ganzen Katalog parat: Der Materialverbund aus Carbonfasern und Hochleistungsbeton habe eine längere Lebensdauer als Stahlbeton, spare Energie, schone Ressourcen, reduziere den CO2-Ausstoß, besitze eine höhere Tragfähigkeit und ist vor allem korrosionsbeständig. Nicht nur bei der Instandsetzung von Brücken oder Gebäuden könne Carbonbeton eingesetzt werden: Er eröffnet für die Baubranche Perspektiven für eine völlig neue Art des Bauens und Lebens.

Laufende Forschungsprojekte zeigten, dass durch die elektrische und thermische Leitfähigkeit von Carbon das direkte Beheizen der Wände durch Carbonbewehrung möglich ist. Mit Sensorik direkt in der Wand lasse sich der Gebäudezustand überwachen. Durch Carbonbeton könnten Wände in Häusern nur aus drei Zentimeter dicken Platten bestehen. Außerdem schone der Baustoff die Umwelt. Das Konsortium hat ambitionierte Vorstellungen: In 10 Jahren sollten mit dem Carbon-Wunder 20 Prozent der Stahlbewehrungen für Neubauten ersetzt werden. Bis 2020 sollen für die Forschung 45 Millionen Euro des Bundes und 23 Millionen Euro beteiligter Firmen eingesetzt werden.

Jetzt könnte der neue Dresdner Baustoff sogar einen Preis abräumen: Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) prämiert mit dem "Nachhaltigkeitspreis Forschung" in diesem Jahr Ideen für die nachhaltige Stadtentwicklung. C³ gehört zu den drei Finalisten. Das Online-Voting läuft bis 13. November. Unter www.forschungspreis.de werden die Kandidaten vorgestellt. "Der Sieger wird durch das Voting bestimmt! Alle, die von dem Projekt überzeugt sind, können für C³ stimmen!", hofft die TU auf breite Unterstützung.

Der deutsche Nachhaltigkeitspreis 2015 wird am Abend des 27. November 2015 im Rahmen des Deutschen Nachhaltigkeitstages am 26. und 27. November 2015 in Düsseldorf verliehen. Weitere Informationen unter www.forschungspreis.de und unter www.bauen-neu-denken.de.

Ingolf Pleil

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