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Prävention soll Kindern in Not helfen

Prävention soll Kindern in Not helfen

Politiker und Freie Träger wollen die wachsenden Zahlen bei der Betreuung von Kindern und Jugendlichen aus problematischen Familienverhältnissen bremsen. Dazu starteten sie jetzt eine Initiative im Jugendhilfeausschuss.

Dresden. Die Stadt muss Jahr für Jahr immer mehr Geld für sogenannte Hilfen zur Erziehung - kurz HzE - einplanen. In diesem Jahr liegen die Ausgaben dafür bereits deutlich über den prognostizierten Kosten. 64 Millionen Euro waren angesetzt, inzwischen wird längst mit mehr als 70 Millionen gerechnet. 2010 war die Stadt noch mit 37 Millionen Euro ausgekommen. Die Experten rätseln noch, woher dieser permanente Anstieg kommt, Dahinter stehen aber immer auch Einzelschicksale von Kindern und Jugendlichen. Daher wollen jetzt Politiker und Vertreter Freier Träger um Tilo Kießling (Linke) und Carsten Schöne vom Paritätischen Wohlfahrtsverband in Dresden mit Prävention dem Anstieg der Zahl der Betroffenen entgegenwirken.

Bislang liegt Dresden noch deutlich unter dem Niveau anderer deutscher Großstädte, vor allem im Westen der Republik. Bei einem Vergleich von 12 großen Kommunen lag der Durchschnitt bei 43 HzE-Fällen pro 1000 Personen in der Altersgruppe zwischen 0 und 21 Jahren. Dresden liegt aktuell bei rund 24 Fällen je 1000 Personen in dieser Altersgruppe. In diesem Jahr gibt es rund 98 800 junge Menschen in diesem Alter in Dresden, das Jugendamt geht von einer durchschnittlichen Jahresfallzahl von 2382 Personen aus.

Ein Kostenvergleich zwischen den Kommunen ist nicht so einfach, weil die Ausgaben sehr stark von den konkreten Angeboten abhängen. Heime sind am teuersten, Tageseinrichtungen preiswerter. Zudem hängen die Kosten auch von Personalausgaben und etwaiger Tarifbindung der Anbieter, Energiekosten und anderem ab. Laut Jugendamt liegt Dresden bei Ausgaben von 530 Euro pro Jungeinwohner, der Bundesdurchschnitt liege bei 661 Euro und die Stadt mit dem höchsten Wert bringe es auf 1080 Euro.

"Es ist davon auszugehen, dass es eine Angleichung an die Zahlen in den westlichen Kommunen gibt", erklärte Carsten Schöne. Dieser Prozess soll nun so lange wie möglich hinausgezögert werden. Daher hat der Jugendhilfeausschuss einen Prüfauftrag an die Verwaltung ausgelöst. Der Ausschuss will wissen, durch welche neuen Einrichtungen und Dienste der absehbaren Entwicklung entgegengewirkt werden könnte. Dazu soll ein Konzept entwickelt werden, an welchen Orten, mit welchen konzeptionellen Grundausrichtungen und in welchem Umfang diese Angebot geschaffen werden sollen.

Die Initiatoren wollen damit ein Angebot zwischen der offenen Jugendarbeit und dem HzE-Bereich auf den Weg bringen. Die Jugendarbeit schafft eher allgemeine Freizeitangebote, bei den Hilfen zur Erziehung geht es um konkrete Einzelfälle, in denen nach einem amtlichen Plan je nach individuellem Bedarf unter anderem betreute Wohnformen, Bildungsmaßnahmen, aber auch therapeutische Angebote gegen Sucht- und psychische Probleme geschaffen werden. Würden Problemfälle schon frühzeitig erkannt, so vermuten die Initiatoren, könnte der Zuwachs an HzE-Fällen gebremst werden. "Wenn wir die Angleichung strecken können, sparen wir mehr, als die zusätzlichen Angebote kosten", erklärte Tilo Kießling.

Wie das genau gehen kann, soll wissenschaftlich untersucht werden. Dazu schlagen die Antragsteller vor, das wissenschaftliche Institutionen und Organisationen aus der Landeshaupt noch in diesem Jahr zu einer Konzepterstellung aufgefordert werden.

Ingolf Pleil

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