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Postplatzkonzerte: Organisatoren kritisieren Polizei

Anti-Pegida-Proteste Postplatzkonzerte: Organisatoren kritisieren Polizei

Die Organisatoren der Postplatzkonzerte erheben Vorwürfe gegen die Dresdner Polizei. Das Konzert am Montag habe vorzeitig abgebrochen werden müssen, da die Einsatzkräfte es nicht geschafft hätten, die Veranstaltung vor angreifenden Hooligans zu schützen. Die Polizei weist die Anschuldigungen zurück.

Quelle: DNN

Dresden. Die Organisatoren der Postplatzkonzerte erheben schwere Vorwürfe gegen die Verantwortlichen der Polizei bei der Pegida-Demonstration am Montag. Cornelius Brandmiller, ein Sprecher des Orga-Teams, erklärte gegenüber DNN.de, dass das Konzert vorzeitig abgebrochen werden musste, weil gewaltbereite Hooligans die Veranstaltung mehrfach angegriffen hätten. Von der Polizei hätte jedoch zumindest bei der ersten Angriffswelle jede Spur gefehlt. Auch auf direkte Hinweise der Veranstalter gegenüber der Polizei, dass es zu Angriffen käme, sei nicht reagiert worden.             

Die Polizeidirektion Dresden weist die Vorwürfe auf Anfrage von DNN.de jedoch klar zurück. Ihr seien keine versuchten Überfälle auf das Postplatzkonzert bekannt. Es hätte weder einen Anruf noch eine Anzeige im Nachgang gegeben. Ebenso wenig sei es vorstellbar, dass keinerlei Polizeibeamte vor Ort gewesen seien sollen, so Pressesprecher Thomas Geithner, der nach eigener Aussage selbst von 21.30 Uhr bis nach 22 Uhr vor Ort war.  

Laut der Postplatzkonzerte-Organisatoren seien gegen 21.30 Uhr etwa 20 bis 30 Hooligans auf den Postplatz gestürmt. Nach Aussage von Brandmiller hätten die teilweise mit Stangen bewaffneten jungen Männer Böller in die Menschenmenge geworfen und Parolen skandiert. Nach wenigen Minuten seien sie dann aber weitergezogen.

Die Situation hatte sich kurzzeitig beruhigt, als plötzlich zwei junge Männer mit der Warnung an die Organisatoren der Postplatzkonzerte herangetreten seien, dass sich eine Gruppe von bis zu 100 gewaltbereiten Rechten auf dem Weg zum Postplatz befände und erneut mit einem Angriff zu rechnen sei. „Ihren Aussagen zufolge wurden sie zuvor von der Gruppe durch die Straße gejagt, wobei einer ihrer Freunde von den Hooligans verprügelt worden sei“, so Brandmiller.

Daraufhin entschieden sich die Anmelder der Postplatzkonzerte zu einem vorzeitigen Abbruch der Veranstaltung, da sie die Sicherheit der anwesenden Konzertbesucher, darunter viele Familien mit Kindern, nicht mehr gewährleisten konnten. Jedoch sei auch dieser Vorgang der Polizeidirektion Dresden nicht bekannt, so Pressesprecher Geithner.

Kurz darauf wäre dann tatsächlich aus der Annenstraße eine Gruppe von circa 60 aggressiven Pegida-Demonstranten auf die Zuhörer zugestürmt. In diesem Fall konnte ein direkter Zusammenprall der beiden Gruppen jedoch durch eine Hundertschaft der Polizei verhindert werden. Diese hätte den Zugang zum Postplatz dichtgemacht, so dass es für die Hooligans kein Durchkommen gab.

Um eine einigermaßen sichere Abreise der Demonstranten vom Postplatz zu organisieren, habe man sich an die anwesenden Polizeibeamten gewandt. „Sie teilten uns mit, dass man zwar den Kollegen Bescheid gäbe, dass wir uns gesammelt Richtung Theaterplatz bewegen würden, wo die restlichen Besucher der anderen Gegendemonstranten versammelt waren, aber sie uns keinen Polizeischutz zusagen könnten“, so Brandmiller.

Letztlich hätten die meisten Postplatzkonzert-Besucher unverletzt den Theaterplatz erreicht. Trotzdem sind die Organisatoren der Postplatz-Konzerte empört über das angebliche Fehlverhalten der Polizei. „Wie kann es sein, dass es bei einer angemeldeten Veranstaltung keinerlei Schutz seitens der Ordnungskräfte gibt, besonders wenn die Angriffe und Bewegungen seitens der Rechten absolut vorhersebar waren?! Wie kann es sein, dass friedliche Gegendemonstranten gewaltbereiten Hools gegenüberstehen, ohne dass auch nur ein Polizist am Horizont zu sehen war?“, so die Veranstalter der Postplatzkonzerte auf ihrer Facebook-Seite. „Erst in letzter Minute, als eine große Gruppe gewaltbereiter Nazis kurz davor war den Postplatz zu stürmen, bequemten sich die Polizeikräfte dazu einzugreifen und uns zu schützen“, so die Organisatoren weiter.

Cornelius Brandmiller ergänzt: „Die Polizei war offensichtlich nicht im Stande, unser Recht auf Versammlungsfreiheit durchzusetzen. Das Sicherheitskonzept war absolut unzureichend. Es stellt sich die Frage, ob die Polizei uns nicht schützen wollte oder sie es nicht konnte.“ Man verlange nun eine Aufarbeitung des Montagabends seitens der Polizei.

Auch Silvio Lang, Sprecher des Bündnis Nazifrei, kritisiert in einer Pressemitteilung den Abbruch des Konzertes und führt dies auf fehlende Polizeikräfte vor Ort und ein mangelndes Sicherheitskonzept der Behörden zurück.

Hinter dem Namen Postplatzkonzerte verbirgt sich eine Gruppe verschiedener Dresdner Kulturschaffender, die seit Jahresbeginn 2015 regelmäßig musikalische Gegenveranstaltungen zur Pegida-Demonstration organisiert.

DNN

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