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Postplatz in Dresden: Hochbeete bleiben Provisorium auf Dauer

Postplatz in Dresden: Hochbeete bleiben Provisorium auf Dauer

Vier Jahre brauchte es vom Provisorium zur Dauereinrichtung. Still blühten Dahlien und Rittersporn in den Hochbeeten auf dem Postplatz vor sich hin, nun sind sie nicht mehr wegzudenken.

Die Beete beiderseits der Käseglocke, die einst eingerichtet wurden, um vorübergehend den Postplatz zu verschönern, bleiben dauerhaft. Damit gestehen sich die Verantwortlichen im Rathaus ein: Den Platz im Zentrum ohne Grün zu planen, war ein Fehler. Diesen Fehler zu beheben hat sich die Stadt seitdem knapp 60.000 Euro kosten lassen. Der Löwenanteil dieses Betrags musste 2009 für den Aufbau der Beete gezahlt werden. Seitdem überweist die Stadt Jahr für Jahr 2000 Euro für deren Pflege.

Medienwirksam gärtnerte Oberbürgermeisterin Helma Orosz (CDU) im August 2009 höchstselbst auf dem Postplatz. Mit einem Schippchen bewaffnet hockte sie damals im Blumenbeet und diktierte den Journalisten in die Notizblöcke, die Beete seien "Teil des Aufwertungskonzeptes Innenstadt". Auf einem Schild an einem der sechs Hochbeete war damals zu lesen, der Postplatz bekomme mittels der "temporären Staudenbeete" ein "Flair zum Verweilen, Entspannen und Schauen". Detlef Thiel, Leiter des Amtes für Stadtgrün und Abfallwirtschaft assistierte der OB. Er fügte hinzu, mit den Beeten werde die falsch gelaufene Planung des Platzes korrigiert. "Man muss von vornherein mit Grün planen", sagte Thiel damals, das könne man aus der Postplatzgestaltung lernen. Mit Schafgarbe und Anemonen wollte die Stadt den Schildbürgerstreich der Planer vergessen machen.

Gelernt hat die Verwaltung aus dieser Aktion vor allem, dass sich für solche Projekte keine Geldgeber finden lassen. Denn seit die Beete errichtet worden sind, hat nicht ein einziger Sponsor dafür in seine Kasse gegriffen. Dabei meinte die OB 2009 noch optimistisch, Firmen könnten der Stadt bei dieser Form der Innenstadtaufwertung mit größeren Überweisungen zur Seite springen und Dresdner dafür Kleinbeträge aus der Privatschatulle beisteuern. Daraus wurde aber nichts, das Rathaus allein ist für die Finanzierung der Beete zuständig.

Dem Beetbau auf dem Postplatz ist im Frühjahr 2009 eine Protestaktion vorausgegangen, die bundesweit Schlagzeilen gemacht hat. Anfang April hatte ein Unbekannter ein mit Stiefmütterchen bepflanztes Klobecken auf dem Postplatz aufgestellt. "Scheiße gebaut - Stadt versaut" prangte auf einem Schild daneben. Ziel der Kritik war zunächst (nur) das Wasserspiel auf dem Postplatz. Mittlerweile wird ein "Gestaltungsbeirat" aus Architekten und Stadtplanern diskutiert, der künftig mitreden soll, geht es um Baukultur und Freiflächen in Dresden.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 07.05.2013

Christoph Springer

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