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Pogrom-Gedenken in Sachsen - US-Botschafter ruft in Dresden zum Handeln auf

Pogrom-Gedenken in Sachsen - US-Botschafter ruft in Dresden zum Handeln auf

Dresden. Hunderte Menschen in mehreren sächsischen Städten haben am Mittwoch der Opfer der Pogromnacht von 1938 und der über sechs Millionen von den Nazis ermordeten Juden gedacht.

Deutsche Presse-Agentur dpa

An Stätten früheren jüdischen Lebens wurden Kränze niedergelegt, und Rabbiner sprachen das traditionelle Totengebet Kaddisch. In Dresden rief US-Botschafter Philip D. Murphy dazu auf, Hass, Intoleranz und Ungerechtigkeit entgegenzutreten, Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) mahnte zur Verteidigung der Menschenwürde.

„Die Verbrechen der Nationalsozialisten mahnen uns Demokraten, die unantastbare Würde aller Menschen entschieden zu verteidigen", sagte Tillich. Der 9. November erinnere „an das dunkelste Kapitel der deutschen Geschichte". Im Gedenken an die Zerstörung von Synagogen, Gebetshäusern und Läden jüdischer Mitbürger damals gelte es, alles dafür zu tun, dass Sachsen für alle Bürger eine gute Heimat sei. Neues jüdisches Leben in den großen Städten spreche dafür, dass dies gelinge.

„Die Erinnerungen dürfen nicht verblassen", sagte US-Botschafter Murphy an der Stele zur Erinnerung an die 1938 zerstörte Synagoge von Gottfried Semper in Dresden. Dazu leisteten auch die Jüdischen Gemeinden in Deutschland einen wichtigen Beitrag. Der Tag stehe aber auch für den Mauerfall vor 22 Jahren, dem Auftakt für die Veränderung in Europa. „Die Geschichte hätte auch anders verlaufen können." Mit dem 9. November sei ein Aufbruch zum Handeln verbunden. „Wir können die Welt verbessern, aber nur, wenn wir alle es uns zur Aufgabe machen, Brücken zu bauen zwischen verschiedenen Religionen."

Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig (SPD) appellierte bei einer Gedenkveranstaltung in Chemnitz, sorgsam mit der Erinnerung von Zeitzeugen umzugehen. Das Geschehene aus der Anonymität zu holen und namentlich zu machen helfe den Lebenden zu ermessen, „zu was Menschen fähig sein können, wenn demokratische Regeln außer Kraft gesetzt werden und Chauvinismus das friedliche Miteinander vergiftet", sagte sie am früheren Standort der in der Pogromnacht zerstörten Synagoge. Seit 2002 hat die Jüdische Gemeinde der Stadt eine neue Synagoge.

Die Dresdner Jüdische Gemeinde feierte nach dem Gedenken den zehnten Jahrestag der Weihe ihres neuen Gotteshauses, das mit Hilfe von Spenden auf dem alten Grundstück errichtet worden war. In Sachsen gab es vor dem Zweiten Weltkrieg 8 jüdische Gemeinden mit rund 23 000 Mitgliedern. Ende 2010 zählten 4 Jüdische Gemeinden im Freistaat 2670 Mitglieder. Der Zuzug osteuropäischer Einwanderer nach der Wende hat sich jedoch inzwischen abgeschwächt.

dpa

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