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Plastic Logic lässt den eReader fallen: Dresdner Fabrik für elektronisches Papier baut Personal ab und plant mit Auftragsfertigung

Plastic Logic lässt den eReader fallen: Dresdner Fabrik für elektronisches Papier baut Personal ab und plant mit Auftragsfertigung

"Plastic Logic" (PL) zieht sich aus der Produktion eigener eBuch-Lesegeräte (eReader) zurück, dadurch fallen auch Jobs in Dresden weg.

Dresden/Cambridge .

Dresden/Cambridge (DNN). "Plastic Logic" (PL) zieht sich aus der Produktion eigener eBuch-Lesegeräte (eReader) zurück, dadurch fallen auch Jobs in Dresden weg. Das Plastikelektronik-Unternehmen will sich künftig auf die Fertigung organischer Bildschirme und Kunststoffelektronik sowie die Lizenzierung dieser Technologie an Dritte konzentrieren.

Von Heiko Weckbrodt

Die bisher einzige Bildschirm-Fabrik des Unternehmens in Dresden soll zwar erhalten bleiben, müsse aber Personal abbauen, räumte Standort-Sprecherin Rachel Lichten auf DNN-Nachfrage ein. "Die Fabrik war bisher auf die Volumenfertigung für unsere eReader ausgelegt. Da durch unsere neue Unternehmensstrategie solche Volumen nicht mehr vorgesehen sind, werden wir uns leider von einigen Mitarbeitern trennen müssen." PL hatte in seinem Dresdner Werk zeitweise bis zu 200 Mitarbeiter beschäftigt. Wieviel genau davon gehen müssen, wollte Lichten noch nicht mitteilen.

Weil PL seine eReader nicht mehr weiter entwickelt, soll der Forschungsstandort in den USA sogar ganz schließen. Erhalten bleibt das Entwicklungs-Zentrum in Cambridge - PL war vor zwölf Jahren als Ausgründung der Uni Cambridge entstanden.

Andererseits plant die Unternehmensleitung, "ein Spitzenforschungszentrum für Kunststoffelektronik" in Russland, wohl auf Drängen des Anteilseigners RUSNANO - die staatliche gesteuerte russische Beteiligungsgesellschaft war vor zwei Jahren mit frischem Kapital in das Unternehmen eingestiegen, nachdem dessen "Que Reader"-Markteinführung vor allem an der Konkurrenz durch Apples iPad gescheitert war (wir berichteten).

Man wolle nun auch neue Anwendungsfelder für die PL-Kunststoffelektronik finden, selbst jenseits der Bildschirmindustrie, teilte Lichten mit. Denkbar sei etwa der Einsatz für Sensoren. Mit möglichen Lizenznehmern sei man im Gespräch.

Im Jahr 2007 hatte Plastic Logic mit staatlicher Förderung eine rund 100 Millionen Euro teure Fabrik für elektronisches Papier in Dresden-Rähnitz errichtet. Das daraus konzipierte Endprodukt, der großformatige "Que Reader" für eBücher und digitale Dokumente, wurde jedoch erst 2010 fertig. Und angesichts des anrollenden iPad-Siegeszuges erwiesen sich seine Chancen als so niedrig, dass er gar nicht mehr auf den Markt kam.

Dafür gelang es PL inzwischen, biegsames elektronisches Papier mit Farbdarstellung zu entwickeln. Außerdem hat die Firma nun ePapier entwickelt, das Videos abspielen kann - bisher eine Domäne aktiver und vergleichsweise stromhungriger Bildschirme wie beim iPad. PL hofft nun, unter anderem durch die Auftragsfertigung oder Lizenzierung dieser Neuentwicklungen für andere Gerätehersteller Einnahmen zu generieren.

Mehr Infos im Netz: computer-oiger.de

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 18.05.2012

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