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Planungen zum 13. Februar in Dresden: Gedenken, Mahnung und Ungewissheit

Planungen zum 13. Februar in Dresden: Gedenken, Mahnung und Ungewissheit

Jahrestag der Bombardierung Dresdens im Zweiten Weltkrieg stehen Dresden rund um den 13. Februar erneut ereignisreiche Tage bevor. Dabei kommt an dem geschichtsträchtigen Datum einiges Neues auf die Dresdner zu.

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Weiße Rosen zum stillen Gedenken auf dem Neumarkt am 13. Februar 2014.

Quelle: Franziska Viebach

Zum 70. Was einmal mehr bleibt, ist die Ungewissheit zum möglichen Aufmarsch Rechtsextremer.

Zum 70. Jahrestag hat die Stadtverwaltung die offiziellen Gedenkveranstaltungen verändert. Nachdem es in den vergangenen Jahren oft Kritik an der Veranstaltung auf dem Heidefriedhof gab, dort hatten sich regelmäßig Rechtsextreme unter die Teilnehmer gemischt, bleibt der Friedhof dieses Mal außen vor. Stattdessen gibt es eine offizielle Gedenkveranstaltung in der Frauenkirche.

Bundespräsident und Zeitzeugen zu Gast

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Die Frauenkirche am Abend des Stillen Gedenkens.

Quelle: Franziska Viebach

Unter den 1400 Gästen dort sind neben vielen Dresdnern und Zeitzeugen auch der Erzbischof von Canterbury, Justin Welby, als Oberhaupt der Kirche von England, und der Herzog von Kent aus Großbritannien sowie diplomatische Vertreter aus den USA, Russland, Polen und anderen europäischen Ländern. Bundespräsident Joachim Gauck ist ebenfalls zu Gast und soll auch eine Rede halten. Im Mittelpunkt der Veranstaltung sollen aber die Erinnerungen der Zeitzeugen stehen. Die Veranstaltung soll zudem via Leinwand auf den Neumakt übertragen werden.

Die Frauenkirche - ihre Ruine war lange Jahre Mahnmal gegen den Krieg - ist seit ihrer Wiedererrichtung aus Trümmern ein Symbol der Versöhnung. Die Themen Gewalt und Frieden bestimmen zahlreiche Veranstaltungen im Vorfeld des Gedenktages. So kommt der Publizist Alfred Grosser im Militärhistorischen Museum mit einer Rabbinerin aus Tel Aviv ins Gespräch.

Menschenkette und Täterspuren auch in diesem Jahr

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Mehr als 11.000 Dresdner beteiligten sich 2014 an der Menschenkette.

Quelle: Franziska Viebach

Bei der abendliche Menschenkette ab 18 Uhr hofft die Stadt wie in den Vorjahren auf rund 10.000 Teilnehmer, die ein sichtbares Zeichen für Gewaltfreiheit, Frieden und Toleranz setzen. In Zeiten politischer Polarisierung durch die islamkritischen Pegida-Bewegung sei dies als Ausdruck des Gemeinsinns über alle trennenden Grenzen hinweg wichtiger denn je, sagte der Moderator der Dresdner AG 13. Februar, Joachim Klose.

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Weitere Eindrücke der Menschenkette am 13. Februar 2014

Zur Bildergalerie
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Der Beginn des "Mahngang Täterspuren" am 13. Februar 2014 in Dresden.

Quelle: Dominik Brüggemann

Neben dem offiziellen Gedenken in der Frauenkirche und der Menschenkette sind für den 13. Februar eine Kundgebung der Grünen, die abendliche Mahnwache der Gesellschaft zur Förderung der Frauenkirche und der Friedenslauf geplant. Weitere Veranstaltungen beschäftigen sich kritisch mit dem Dresdner Gedenken. Das Bündnis Dresden Nazifrei will auch in diesem Jahr mit dem „Mahngang Täterspuren“ daran erinnern, dass Dresden im Dritten Reich keine unschuldige Stadt war. Startpunkt ist die Helmut-Schön-Allee, als Ziel gibt die Stadtverwaltung die Synagoge an. Auch die Junge Gemeinde Jena Stadtmitte rund um Lothar König hat sich angekündigt und ein Friedensgebet vor der Frauenkirche angezeigt. Eine weitere Kundgebung plant "Dresden für alle" ab 18.15 Uhr auf dem Postplatz.

3000 Polizisten - Ungewissheit zu Nazi-Aufmarsch

Rund um die Veranstaltungen wird ein Großaufgebot der Polizei im Einsatz sein. Dresdens Polizeipräsident Dieter Kroll plant mit rund 3000 Beamten rund um den Tag.

Unklar ist, welche Rolle in diesem Jahr mögliche Neonazi-Aufzüge spielen. Nachdem Gegenproteste und Blockaden in den vergangenen Jahren die großen Aufzüge der Rechtsextremen verhindert hatten, gab es im vergangenen Jahr ein langes juristisches Katz-und-Maus-Spielchen, am Ende zogen rund 500 Neonazis am 12. Februar durch die Stadt. Ähnliches ist auch für 2015 zu erwarten. Zudem ist für den 14. Februar ein sogenannter „Gedenkmarsch“ angezeigt, die Anmelder sind bislang nicht öffentlich in Erscheinung getreten. Hinzu kommt, dass der Anmelder offenbar im Gefängnis sitzt, was die Anmeldung aber laut Information der Stadtverwaltung nicht beeinträchtigt. Lediglich das übliche Kooperationsgespräch konnte daher bislang nicht stattfinden.

„Entweder es findet seitens der Nazis gar keine Aktion statt oder aber eine Aktion, die sich im Level mit der Aktion vom 12. Februar 2014 decken könnte“, schätzt das Bündnis Nazifrei. „Wir wissen, dass seit Anfang des Jahres mobilisiert wird. Wir wissen auch, dass die Aktionswoche der Nazis im verkleinerten Rahmen stattfinden wird. Insgesamt sind die Möglichkeiten durch den Wegfall der Finanzierung über die NPD-Landtagsfraktion deutlich geringer“, so Sprecher Silvio Lang.

Hinweis der Redaktion: Der Text wurde am Donnerstagmittag noch einmal mit neuen Informationen der Stadtverwaltung aktualisiert und teils korrigiert.

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Stephan Lohse (mit Material von dpa)

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