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Pillnitzer Lustgarten wird neu gestaltet - Besucher müssen mit Einschränkungen rechnen

Pillnitzer Lustgarten wird neu gestaltet - Besucher müssen mit Einschränkungen rechnen

Alle neun Türen in den Schlosspark Pillnitz stehen derzeit offen. Dieser Idealzustand währt aber nur noch bis kurz vor Monatsende und dann erst wieder ab Ende Oktober.

So verkündete es Christian Striefler, Geschäftsführer der Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen gGmbH. Ab Karfreitag ist der Bummel durch die Schlossanlage die zweite Saison kostenpflichtig. Verschwinden werden jedoch die viel gescholtenen Kassenhäuschen. Tickets erhält man dann direkt im Besucherzentrum Alte Wache bzw. am Zugang AHA-Graben an der Maillebahn im Großen Wächterhaus.

Ab 8. April müssen Besucher im Schlosspark auch mit Einschränkungen rechnen. Der Schlösserbetrieb plant die Umgestaltung des Lustgartens nach historischem Vorbild aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Dafür wird dieser Lieblingsplatz vieler Gäste anders bepflanzt. Der jetzt teppichartige Mittelteil soll sparsamer blühen zugunsten der Gestaltung ringsum. Vor allem aber sind Baumaßnahmen an der Fontäne vorgesehen. Laut Striefler soll sie einmal wieder 40 bis 50 Meter hoch schießen. Jetzt ist das Rohrsystem marode und lässt zu viel Wasser versickern.

Auch die Wege werden saniert. "Sie sind in einem bescheidenen Zustand", so Andrea Dietrich, Leiterin der Geschäftsstelle Pillnitz. Die Arbeiten beginnen mit dem Wegebau an der Maillebahn und dauern insgesamt zwei Jahre. Eingeschlossen ist auch die Sanierung des kleinen Brunnens hinter dem Schlosshotel. Trotz partieller Absperrungen sollen geplante Veranstaltungen im Lustgarten stattfinden können.

Einnahmen aus Parkeintritterwartungsgemäß

Diese baulichen Maßnahmen seien mit der Erhebung des Eintrittsgeldes in den Fokus gerückt, erklärte Striefler. Dazu legte er noch einmal Bilanzzahlen für Schloss und Park Pillnitz vor. Danach konnten 2012 über 700000 Euro mit Eintrittsgeldern für Museum und Park und fast 380000 Euro durch Vermietungen erwirtschaftet werden. Unterm Strich blieb immer noch ein Verlust von rund 700000 Euro für das Kulturobjekt, das ohne freistaatliche Zuschüsse nicht auskommt. Der Reinerlös für den Parkeintritt wird mit knapp 475000 Euro angegeben. "Das entspricht in etwa den Erwartungen", erklärte Dietrich. Schlösser- und Gärtenchef Striefler hatte mit einer halben Million Euro kalkuliert. Doch schon für das Jahr 2013 lagen die Hoffnungen bisher laut eigener Aussage bei über einer Million Euro. Allerdings ging der Geschäftsführer dabei von bis zu 800000 Besuchern aus.

Die tatsächliche Zahl registrierter Besucher belief sich 2012 auf 466205. Davon hatten 6000 die Jahreskarte "Gartenfreund" erworben, eine eher bescheidene Größe. Auch Dietrich sah hier noch Ausbaubedarf. Schätzungsweise bis zu 120000 Besucher seien in der eintrittsfreien Zeit durch den Park spaziert. In einer Besucherbefragung im Mai 2012 hatten sich nach Angaben der Schlösserverwaltung 77 Prozent für den Eintritt und 19 Prozent dagegen ausgesprochen. Die überwiegende Mehrzahl der Befragten kam aus dem In- und Ausland, nur 19 Prozent waren Dresdner. Von denen befürworteten 53 Prozent das Eintrittsgeld, 42 Prozent waren dagegen, der Rest äußerte sich nicht. Besucherbefragungen sollen auch 2013 stattfinden und darüber hinaus zur besseren Zuordnung eine Registrierung der Postleitzahlen erfolgen.

Geld für neue Technikund neue Mitarbeiter

Der Parkeintritt kam bisher unter anderem der Herbstbepflanzung, der Anschaffung neuer, umweltfreundlicher Technik, der Übernahme von Lehrlingen und der Sanierung des Staudengartens zugute, die nun abgeschlossen wird. Ausgebaut werden die naturpädagogischen Angebote für Schulen und thematische Führungen. In Vorbereitung ist auch ein spezielles Angebot für demenzkranke Menschen. Weiterreichende Vorhaben beziehen sich auf die Einbindung des Schlossparks in die Kulturlandschaft. Hier ist an die Sicherung der Ruine über dem Friedrichsgrund gedacht und das Freischneiden einer Blickachse - nicht zuletzt eine Anregung der Bürgerinitiative "Pillnitz - Freier Parkzutritt". Gedanken macht sich die gemeinnützige Schlösser-GmbH auch um die alten Gewächshäuser der ehemaligen Weinberggärtnerei. Sie stehen nicht zum Verkauf, aber es gibt auch noch keine konkreten Ideen.

Die großen Baumaßnahmen in Pillnitz verantworten Stadt und Freistaat. So soll nun in diesem Herbst der Bau des Parkplatzes an der Lohmener Straße beginnen. 2015 könnten dann dort 14 Reisebusse und 115 Pkw Platz finden, sagte Striefler. Eher ist auch nicht mit der Neugestaltung des Schlossvorplatzes zu rechnen. Die Alte Scheune - künftiges Besucherzentrum - soll nach Angaben Dietrichs in diesem Jahr baulich gesichert werden. Bevor sie ganz zusammenfällt.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 04.03.2013

Genia Bleier

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