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Physik-Preis für Dresdner Spin-Doktor Roderich Moessner

Physik-Preis für Dresdner Spin-Doktor Roderich Moessner

Einen Magneten mag man brechen können - seinen Nord- und Südpol wird man dadurch nicht trennen, das ist uns aus Kindertagen bekannt. Doch dieser Grundsatz ist nicht so ehern, wie man denkt: In der Welt der Quantenphysiker können Nord- und Südpol sehr wohl getrennte Wege gehen, wenn es nur kalt genug ist.

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Roderich Moessner

Dresden . Der Nachweis, dass sich einzelne Magnetpole - sogenannte "Monopole" - manchmal wie eigenständige Teilchen auf freier Wanderschaft verhalten, hat nun Professor Roderich Moessner, Direktor des Dresdner "Max-Planck-Instituts für Physik komplexer Systeme" (MPI-PKS), einen renommierten Forscherpreis eingetragen: Am 5. September werden er und weitere Wissenschaftler dafür den "European Physical Society Condensed Matter Division Europhysics Prize" in Edinburgh erhalten, wie das Institut mitteilte.

Analysiert hat das Team um Moessner das Phänomen in einem auf rund minus 270 Grad abgekühlten Material aus den Elementen Dysprosium, Titan und Sauerstoff. Dort richten sich die magnetischen Momente von Elementarteilchen, die sogenannten "Spins", in einer eiskristall-ähnlichen Struktur aus. Daher wird dieser Zustand als "Spin-Eis" bezeichnet. Die Forscher stellten fest, dass sich Nord- und Südpol der mikroskopischen kleinen "Stabmagnete" der Atome trennen und die resultierenden "Monopole frei durchs Material bewegen konnten. Da es sich dabei nicht um elementare Magnetladungs-Teilchen handelte, sich die Monopole aber ähnlich wie diese verhielten, sprechen die Physiker von "Quasi-Teilchen". Moessner vergleicht das Phänomen mit Wellen auf einem Teich: Nicht das einzelne Wassermolekül, sondern das kollektive Zusammenspiel der Teilchen sorgt für die neue Qualität namens "Welle".

Was für Physiker eine kleine Sensation ist, wird in der Alltags-Anwendung auf sich warten lassen, auch weil die "Monopole" nur bei aufwändiger Kühlung durch flüssiges Helium zu vagabundieren beginnen. Denkbar sei aber, so Moessner, ein Einsatz in der Spintronik, einer hochintegrierten Alternativtechnologie zu heutigen Computern, die sich noch im Forschungsstadium befindet. Heiko Weckbrodt

Mehr Infos: computer-oiger.de

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