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Pharmaunternehmen Menarini sieht geplante Wohnbebauung der Hafencity mit Sorge

Pharmaunternehmen Menarini sieht geplante Wohnbebauung der Hafencity mit Sorge

"Ich bin nicht gegen die Hafencity. Ich wohne selbst in Dresden und seit mehr als 15 Jahren rege ich mich innerlich über die Investitionsruine an der Leipziger Straße auf.

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Werksleiter Jürgen Langer steht auf der Laderampe der Lagerhalle des Pharmabetriebes. Dort, wo die Büsche im Hintergrund wachsen, soll der Zehngeschosser gebaut werden.

Quelle: Carola Fritzsche

Es wird höchste Zeit und ich bin froh, dass hier jetzt endlich was passiert", betont Jürgen Langer. Er ist Werksleiter des Pharmabetriebes Menarini - Von Heyden GmbH (früher Arzneimittelwerk Dresden). Trotzdem blickt er sehr skeptisch auf das Modellprojekt "Hafencity", das in unmittelbarer Nachbarschaft entstehen soll. Denn er fürchtet, dass Konflikte und gerichtliche Auseinandersetzungen vorprogrammiert sind, wenn so gebaut wird, wie es jetzt geplant ist.

"Wir sind ein Produktionsbetrieb", macht Jürgen Langer deutlich. "Wir arbeiten rund um die Uhr im Drei-Schicht-System. Tag und Nacht fahren Lkw auf den Hof, liefern Rohstoffe an, holen Medikamente ab. Zwischen Lager und Produktionsgebäude verkehren Gabelstapler. Das macht alles Geräusche. Wenn ich mir die Baupläne ansehe, sollen aber Wohnhäuser vielleicht 50 Meter von unserer Grundstücksgrenze entfernt gebaut werden. Bei dem Zehngeschosser ist der Abstand noch geringer. Er steht nur wenige Meter von einer großen Lagerhalle und der Laderampe entfernt." Das kann nicht gut gehen, fürchtet der Leiter des Werkes, das zur größten italienischen Pharmagruppe gehört.

"Man könnte sagen, wir waren zuerst da. Aber wenn dann die Wohnungen verkauft sind und die Bewohner fühlen sich durch die Lieferfahrzeuge in ihrer Nachtruhe gestört, werden sie irgendwann vor Gericht ziehen." Und dann, fürchtet er, "werden Auflagen erlassen, die uns in unserer Geschäftstätigkeit einschränken".

Der Dresdner Produktionsstandort von Menarini habe eine steile Entwicklung nach oben genommen, seit der italienische Pharmakonzern mit Sitz in Florenz das Dresdner Werk von AWDpharma übernahm. "In den vergangenen Jahren investierte Menarini in Dresden 40 Millionen Euro in Infrastruktur und Anlagentechnik. Wir haben die Produktion seit der Übernahme verfünffacht."

Bis 2005 wurden jährlich 300 Tonnen Tabletten, Filmtabletten und Dragees - überwiegend Medikamente für Diabetiker, für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Schmerzmittel - hergestellt. Heute sind es 1500 Tonnen. Mindestens 2300 Tonnen sind laut Lan- ger das Ziel. Auch die Zahl der Arbeitsplätze ist gestiegen. 2006 wa- ren bei Menarini 252 Mitarbeiter in Lohn und Brot. Heute hat die Firma 310 fest angestellte Mitarbeiter und beschäftigt zusätzlich zwischen 70 und 80 Zeitarbeiter. Und Menarini will weiter investieren. "Wir müssen die Lagerkapazitäten erweitern. Möglich wäre das auf der Seite des Grundstückes, wo die neuen Wohnhäuser gebaut werden sollen. Wir sehen da jetzt ein Problem."

Und noch etwas macht dem Werksleiter Bauchschmerzen. "Es heißt zwar in der Öffentlichkeit immer wieder, dass die Retentionsfläche erhöht wird. Aber in der Begründung zum Vorentwurf des Bebauungsplanes lese ich, dass der Nachweis der Funktionsfähigkeit und der Bereitstellung ausreichenden Volumens im weiteren Verfahren erst noch zu führen ist." Den Menarini-Manager verunsichert auch, dass er nicht weiß, ob die Bebauung im Hochwasserfall nicht unter Umständen doch auf das Unternehmen als Oberlieger einen negativen Einfluss hat.

Menarini hat seine Bedenken jetzt schriftlich an die Stadtverwaltung geschickt. "Wir wollen nur eins: eine friedliche Koexistenz."

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 16.07.2013

Catrin Steinbach

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