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Personalabbau auch bei der Sparkasse Dresden ein Thema

Personalabbau auch bei der Sparkasse Dresden ein Thema

Niedrigzins und Digitalisierung lassen auch Ostdeutschlands größte Sparkasse - die Ostsächsische Sparkasse Dresden (OSD) - über Kostensenkungen beim Personal nachdenken.

Dresden. Hintergrund: Der Niedrigzins ist vor allem für öffentlich-rechtliche Geldhäuser ein veritables Problem, weil die ihre Gewinne zu etwa 80 Prozent aus Zinsen generieren. Da ist bekanntlich seit der Bankenkrise und großen Rettungsprogrammen nichts mehr zu holen. Deshalb passen überall in Deutschland die Sparkassen inzwischen ihr Personal den sinkenden Margen an. In Mitteldeutschland haben neben Leipzig auch die Sparkassen in Halle und im Vogtland Abbaupläne bekanntgegeben. In Leipzig zum Beispiel soll die Mitarbeiterzahl bis zum Jahr 2018 von 1640 auf 1425 sinken, im Vogtland von 650 auf 499 und in Halle von 791 auf 750. In Zeiten des Onlinebankings wird damit auch das Filialnetz auf den Prüfstand gestellt - die Bank um die Ecke ist wichtig für Neu- und Bestandskunden, aber sie ist auch zum Kostentreiber geworden.

"Natürlich rechnen wir damit, dass auch unsere Sparkasse perspektivisch per Saldo mit weniger Mitarbeitern auskommen wird", sagt darum auch Andreas Rieger, Sprecher der Ostsächsischen Sparkasse auf DNN-Anfrage. Allerdings, so Rieger weiter, nenne er "seriöserweise keine Größenordnung". Sein Unternehmen nämlich gehe davon aus, "diesen Prozess durch die natürliche Fluktuation und im Rahmen des laufenden Altersteilzeitprogramms steuern" zu können. Das Programm sei seit 1. September 2015 in Kraft und laufe bis 31. Dezember 2016.

Die Gründe für Kostensparszenarien so Rieger, ähnelten denen anderer Banken und Sparkassen: "Internet und Digitalisierung verändern deutlich das Nutzungsverhalten der Kunden. Ebenso wirken sich der demographische Wandel, die Niedrigzinsphase oder höhere Kosten, zum Beispiel für die stetig steigenden Anforderungen von Gesetzgeber, aus".

Allerdings belege auch die jüngste Bilanz des Hauses, dass die OSD ihre Strategie rechtzeitig angepasst hat. Seit 2013 liegt die Zahl der Mitarbeiter (inklusive Töchtern) unverändert bei 1800, die der Filialen bei 100, die der Automaten bei 180.

Im vergangenen Jahr gingen 11,9 Milliarden Euro durch die Bücher, was die Dresdner Sparkasse noch immer zu einer der großen im Osten macht. Sie betreibt Geschäfte mit rund 600 000 Privatkunden und 45 000 Firmenkunden, verwaltet etwa zehn Milliarden Euro an Einlagen und hat 4,5 Milliarden Euro an Krediten ausgereicht. Das Geldhaus weist darauf hin, dass sowohl die Nachfrage nach Wertpapieren steigt (ein Absatzplus von 16 Prozent auf 356 Millionen Euro) als auch nach Baukrediten (Neuzusagen 2014 in Höhe von 287 Millionen Euro).

Auch wenn Filialen teuer seien, investiere man weiter in die Präsenz vor Ort - drei Millionen Euro seien allein im letzten Jahr in die Standorte und die rund 180 Geldautomaten geflossen.

Die Zahlen könnten beruhigen. Doch die Zinsen werden absehbar nicht aus dem Tal finden und der Trend zum Online-Banking nicht abebben.

Der Ausblick des Ostdeutschen Sparkassenverbandes (OSV) vom Sommer lässt an Deutlichkeit wenig zu wünschen übrig: Im Jahr 2005 hatte der OSV in Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern noch 60 Sparkassen mit 1800 Filialen unter seinem Dach. Ende 2014 waren es noch 45 Sparkassen mit 1440 Geschäftsstellen. Der Trend gehe klar nach unten.

Barbara Stock

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