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Persönlichkeiten der Stadt um Hilton-Chef Jörg Potreck wollen über Visionen für Dresden diskutieren

Persönlichkeiten der Stadt um Hilton-Chef Jörg Potreck wollen über Visionen für Dresden diskutieren

Eine Gruppe von Persönlichkeiten um den Hilton-Chef Jörg Potreck hat in Dresden eine Diskussion über die Zukunft der Stadt angestoßen. DNN sprachen mit dem Hotelmanager über die Anliegen der Initiative.

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Hilton-Chef Jörg Potreck

Quelle: Toni Kretschmer

DNN: Was war der Auslöser für die Initiative?

Jörg Potreck: Seit 2013 bin ich hier, ich habe in dieser Zeit bestimmt 150 bis 160 Geschäftsessen gehabt, um die Akteure in dieser Stadt persönlich kennenzulernen. Und dabei ist mir aufgefallen: Ausnahmslos jeder hat sich sehr begeistert über diese Stadt geäußert, hat die Möglichkeiten Dresdens aufgezählt, hat aber gleichzeitig eine rückwärtsgewandte Sicht auf die Entwicklung der Stadt kritisiert und gesagt, dass man doch irgendwas tun müsste, um Dresden voranzubringen. Das hat mich bewogen mit vier Mitstreitern - Robert Weichert, Torsten Thieme, Thomas Reppe und Professor Wolfgang Donsbach - eine Plattform für Ideen und Kommunikation zu schaffen.

Was ist das genau?

Wir wollen nicht nur touristisch, sondern über alle Säulen der Stadt, also beispielsweise Wissenschaft, Kultur, Sport, Gesundheitswesen und Verwaltung, diskutieren, wohin Dresden sich bis 2030 und darüber hinaus bewegen müsste, um das Erreichte zu sichern und weiterzuentwickeln. Wir haben inzwischen mehrere Arbeitsgruppen gebildet und das Witzige ist, eine Säule hat manchmal gar keine Ahnung von den Erfolgen, den Leuchttürmen, die in einer anderen schon existieren. Auch innerhalb der Wirtschaft gibt es da immer noch Aha-Effekte.

Was wollen Sie erreichen?

Nach 25 Jahren relativ junger Stadtgeschichte ist hier noch so viel möglich. Aber wir müssen einmal anfangen, über verschiedene parteipolitische Barrieren, über politische oder wirtschaftliche Interessen hinweg zu diskutieren, wohin die Reise geht. Wir müssen einfach mal sagen, wie stellen wir uns Dresden in einigen Jahren vor.

Worum geht es konkret?

Dresdens Unternehmen müssen weiter wachsen. Und natürlich dürfen wir nicht müde werden, um Neuansiedlungen zu werben.

Sind die Dresdner rückwärtsgewandt?

Mag sein, dass es eine gewisse Reserviertheit gegenüber Neuem gibt. Das mag sein. Aber diese Stadt hat so viele Potenziale, die sie ausspielen könnte. Es bedarf einer offenen Diskussionskultur über alle Bereiche der Stadt.

Was war der Antrieb, trotz der Erfolge, die Sie schon sehen, eine neue Initiative zu starten?

Bislang gibt es so etwas noch nicht. Oftmals ist in den letzten Jahren diese Diskussion vielleicht zurückgestellt worden, weil keine Zeit dafür war. Aber jetzt ist der Moment da, darüber zu diskutieren, wo wir hin wollen. Öffnen wir uns für Polen und Tschechien hier im Dreiländereck, oder sehen wir uns immer nur am Rande Deutschlands? Man muss einfach mal drüber reden. Und wenn die Bürgerschaft sieht, dass hier offen diskutiert wird, bringen sich auch viel mehr Leute ein.

Wollen Sie die Politik auf Trab bringen?

Wir wollen keine Bedrohung sein für irgendeinen schon existierenden Arbeitskreis. Wir wollen nicht der Stadt sagen, wie sie ihre Verwaltung zu führen hat. Wir wollen auch nicht dem Stadtrat sagen, wie er seine Arbeit zu machen hat. Wir stellen unsere Ergebnisse allen zur Verfügung. Und da ist kein Eigeninteresse: Wissen Sie, 2030, da bin ich schon lange in Rente. Hier geht es wirklich um die Zukunft der Stadt. Da ist es auch egal, wer Oberbürgermeister wird. Das darf gar nicht politisch motiviert sein. Es ist komplett parteipolitisch unabhängig.

Was soll am Ende stehen?

Wir wollen uns fragen, wie können wir die Stadt attraktiv machen für Unter-nehmensansiedlungen, wie können wir die Stadt grün machen. Das machen Sie ja nicht nur, in dem Sie irgendwo ein Gebäude hinstellen. Das machen Sie ja auch mit Willkommenskultur: Welche Anlaufstellen haben wir für Fremde in der Stadt, gibt es genügend Ärzte, die noch Patienten annehmen? Gibt es Begegnungsstätten für Neuankömm- linge in der Stadt? Alles das muss diskutiert werden. Weil in dieser jungen Stadt noch alles offen ist, hier geht noch alles!

Ihr Ausgangspunkt wird eine Analyse der Istsituation gewesen sein. Wo haben Sie Defizite entdeckt?

Das möchte ich so gar nicht beantworten, dazu bin ich noch nicht lange genug in der Stadt. Aber ich will auch vor allem nach vorn schauen. Deshalb will ich die Menschen gern zwischen den verschiedenen Säulen in Verbindung bringen. Wir wollen eine Plattform sein, an die sich jeder andocken kann.

Wie stellen Sie sich das ganz praktisch vor, wie soll der Kontakt zu Ihrer Plattform laufen, wie die Diskussion?

Da läuft schon eine ganze Menge. Wir haben bereits über 200 Leute, die sich einbringen und die Diskussionen laufen. Irgendwann werden wir uns auch fragen müssen, wie operationalisieren wir das. Die ersten Arbeitskreise haben wir hinter uns. Ende des Monats gibt es ein nächstes Treffen, über weitere Schritte. In den Wahlkampf zur OB-Wahl involvieren wir uns nicht, wir reden mit den Kandidaten, aber nicht über die Kandidaten.

Sie haben in kleinem Kreis die Verkehrsanbindung Dresdens kritisiert und bedauert, dass es seit fünf Jahren keine große Unternehmensansiedlung mehr gab. Haben Sie da schon konkrete Ansätze, um etwas zu ändern? Nur von Diskussionen zu reden, klingt vielleicht für manchen noch etwas blumig?

Wir brauchen natürlich Unternehmensansiedlungen. Das muss nicht gleich ein großes Dax-Unternehmen sein, das können auch mehrere kleinere sein. Können wir alle identifizieren, die dafür in Frage kommen? Können wir bei Ansiedlungen uns bei der Gewerbesteuer bewegen, welche Möglichkeiten haben wir denn da überhaupt? Das müssen wir diskutieren. Da sind wir am Anfang, deshalb ist da auch noch nichts ganz konkret. Wir fangen gerade erst an. Bei vielen fühlt es sich so an, als hätten sie darauf gewartet, dass so etwas losgeht.

Wie steht es um die Verkehrsanbindung?

Es nützt nichts, auf dem Flughafen herumzuhacken. Er kann Fluggesellschaften nicht zwingen, Dresden anzufliegen. Dazu muss es eine Nachfrage geben und wir müssen uns fragen, wie können wir die Nachfrage erzeugen? Viel schlimmer finde ich die Verkehrsanbindung auf der Schiene. Eine gute Anbindung an Prag oder in Richtung Westen wäre wichtig. Langfristig könnte auch die Anbindung an Breslau interessant sein, wenn die Region weiter zusammenwächst. Wie wäre es zum Beispiel mit einem gemeinsamen Studiengang in Dresden, Prag und Breslau. Wir müssen auch begreifen, dass das Umland von Dresden bedeutend ist für die Entwicklung der Stadt.

Sie haben einmal gesagt, Dresden sieht sich in vielen Bereichen an der Spitze, aber außerhalb der Stadt weiß das niemand....

Ja, richtig. Inzwischen habe ich aber auch festgestellt, dass selbst vielen Dresdnern die Leuchttürme der Stadt nicht bekannt sind. Wir müssen uns als Marke begreifen. Das was hier passiert, muss effektiver national herausgebracht werden. Da kritisiere ich auch immer wieder, dass das Stadtmarketing zu wenig Geld hat im Vergleich zu Hamburg oder Köln.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 20.03.2015

Ingolf Pleil

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