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Pendler zwischen Ost und West - Neuer Leiter der Dresdner Bundespolizei-Inspektion im DNN-Gespräch

Pendler zwischen Ost und West - Neuer Leiter der Dresdner Bundespolizei-Inspektion im DNN-Gespräch

Kommenden Montag nach den Pegida- und #nopegida-Demonstrationen will die Bundespolizei Dresden mehr Präsenz in den Eisenbahn-Zügen zeigen. Das kündigte Polizeioberrat Jörg Scheeser an, der seit einem Monat die Bundespolizei-Inspektion Dresden leitet.

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Polizeioberrat Jörg Scheeser in Uniform in seiner neuen Dienststelle, der Bundespolizei-Inspektion Dresden.

Quelle: Dietrich Flechtner

In den vergangenen Wochen hatten die Beamten vor allem die Bahnhöfe gesichert.

Am vergangenen Montag waren nach der Demo in einem Zug Anhänger gegnerischer Lager aneinander geraten. Gestern wurde auch entschieden, die eingeleiteten Strafverfahren an die Landespolizei abzugeben. "Alle Vorkommnisse an einer zentralen Stelle zu bündeln, ist logisch", meint Scheeser. Ein kurzes "schade" dazu, dass die Bundespolizei nun nicht mehr selbst ermittelt, konnte der neue Inspektionsleiter sich aber nicht verkneifen.

Der 1968 in Kronstadt als Angehöriger der deutschsprachigen Minderheit der Siebenbürger Sachsen geborene Scheeser wohnt schon seit 1998 in Sachsen in Hartmannsdorf-Reichenau - jenem Dorf, das durch den Gimmlitztal-Mord in die Schlagzeilen geriet. 1984 wanderte seine Familie aus Rumänien in die BRD aus, landete in einem Flüchtlingslager und siedelte sich in Nordrhein-Westfalen an. Nach Abitur und Offizierslaufbahn bei der Bundeswehr verschlug es Scheeser zum Bundesgrenzschutz nach Zinnwald. Es sei seltsam gewesen, als "arroganter Wessi" gesehen zu werden, meint der 46-Jährige. Von 2003 bis 2011 leitete er die Bundesgrenzschutz-Inspektion Bahratal. Nach einjährigem Afghanistaneinsatz leitete er bis 2014 die Bundespolizei-Inspektion Stuttgart.

Die Dresdner Inspektion mit rund 400 Mitarbeitern, der er nun vorsteht, sieht er gut aufgestellt. Doch es gelte, auf Veränderungen zu reagieren, meint er. Die Zahlen liegen noch nicht offiziell vor, doch es ist ein "deutlicher Anstieg" bei Diebstahl und Hausfriedensbruch im Hauptbahnhof zu verzeichnen. Grund: Die Eröffnung der Ladenzeilen. Hier sei die Zusammenarbeit mit der Landespolizei wichtig. "Unsere zentrale Frage ist immer: Darf ich hier tätig werden, bin ich zuständig?" berichtet Scheeser. So dürfen Bundespolizisten im Bahnhof kontrollieren, auf dem Vorplatz nicht. "Wir haben einige unmittelbare Schnittpunkte mit der Landespolizei, zum Beispiel Haupt- und Neustädter Bahnhof sowie den Flughafen", sagt Scheeser.

In den Zügen haben es die Beamten mit illegalen Flüchtlingen zu tun. Erst am Sonnabend hatten sie 25 Personen am Hauptbahnhof aufgegriffen. "Die allgemeine Lageentwicklung im Flüchtlingsbereich macht auch vor Dresden nicht halt", weiß Scheeser. Züge sind bei Schleusern beliebt. Die Illegalen werden auf die Reise geschickt, die Drahtzieher bleiben im Hintergrund. "Wir sind bemüht, auf jeder internationalen Zugverbindung Präsenz zu zeigen", umreißt Scheeser das Ziel. "Die schlichte Anwesenheit uniformierter Beamter bringt schon viel für das subjektive Sicherheitsgefühl." Dresdens Flughafen hingegen sei, was Kriminalität und illegale Einreisen angeht, "ein heiler Ort".

Oft beschäftigt sind Bundespolizisten mit den in Zügen reisenden Fußballfans. Die Lagebeurteilung für das nächste Dynamo-Derby gegen Cottbus am 13. Dezember ist noch nicht abgeschlossen. Mit dem Glasflaschenverbot habe man jedoch einen vernünftigen Umgang mit den Fans gefunden. "Und in dem Moment, indem sie den Bahnhof verlassen, sind sie raus aus unserer Zuständigkeit", sagt Scheeser.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 04.12.2014

Franziska Schmieder

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