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Pegida verzichtet diesmal auf Geschrei und Hetzparolen

Pegida am 9. November Pegida verzichtet diesmal auf Geschrei und Hetzparolen

Kein „Wir sind das Volk“, keine „Lügenpresse“-Rufe: Pegida ist gestern Abend schweigend durch die Stadt gezogen, um „gerade den 9. November würdig zu begehen“. Dazu hatte Lutz Bachmann, Mitbegründer der „Patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes“, die Teilnehmer aufgefordert.

Dresden. Kein „Wir sind das Volk“, keine „Lügenpresse“-Rufe: Pegida ist gestern Abend schweigend durch die Stadt gezogen, um „gerade den 9. November würdig zu begehen“. Dazu hatte Lutz Bachmann, Mitbegründer der „Patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes“, die Teilnehmer des sogenannten Montagsspaziergangs aufgefordert, wohl wissend, dass der Demonstrationszug am Gedenktag für die Opfer der Reichspogromnacht von vielen Dresdnern als besondere Provokation empfunden wird.

Eindrücke der Pegida-Versammlung am 9. November

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Bachmann versuchte, die Naziherrschaft zu relativieren, indem er andere Ereignisse aufzählte, die an einem 9. November stattgefunden haben. Seine Aufzählung reichte von politischen Verhandlungen im frühen 20. Jahrhundert über die Geschichte der 68er und den Fall der Mauer bis zu einem Bundestagsbeschluss zur Vorratsdatenspeicherung. Bachmann nannte es vor dem Hintergrund solcher Ereignisse „ein Unding“, wenn „Gutmenschen und Moralapostel“ die Erinnerung am 9. November auf die Ereignisse während der Nazizeit „reduzieren“. Pegida werde diesen Tag „würdig begehen“, sagte Bachmann, „ohne Geschrei, ohne Parolen“, auch wenn die Pegida-Anhänger bei ihrem Rundgang „dummen Antifa-Kindern“ begegnen.

Die Demonstration der „Patriotischen Europäer“ verlief zwar auf dem gewohnten Weg rund um das Zentrum mit dem Altmarkt in der Mitte, aber in entgegengesetzter Richtung – von der Sophienstraße über den Postplatz in die Marienstraße und weiter über die Waisenhausstraße, die „Petersburger“ und die „Wilsdruffer“ zurück zum Startort. So hielt die Polizei Pegida und die Gegner der Bewegung auseinander. Bachmann selbst nahm im "Lügenpresse"-T-Shirt teil, einem Kleidungsstück, das von einem rechten Szeneversand vertrieben wird.

Tausende Dresdener haben am 9. November die Straße nicht Pegida überlassen.

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Nach dem „Montagsspaziergang“ sprach Tatjana Festerling auf dem Theaterplatz, die gescheiterte OB-Kandidatin der Pegidisten. Sie bezeichnete Linke und Vertreter der Antifa als Nazis und heimste Beifall ein, als sie ihnen angesichts des Gedenkens an die Opfer der Reichspogromnacht einen Hitlerkult vorwarf und riet, eine Therapie zu machen. „Ihr baut den faschistischen Terror wieder von vorne auf“, warf Festerling ihnen vor. „Wir wollen euren kranken, faschistischen Nazigesinnungsterror nicht mehr“.

Die Zahl der Menschen, die dem Pegida-Aufruf zum „Montagsspaziergang“ gefolgt sind, ist erneut niedriger gewesen als in der Vorwoche. Rund 7000 bis 8500 Menschen kamen auf den Theaterplatz, meldete die Studenteninitiative „Durchgezählt“.

Einem Pegida-Teilnehmer nahm die Polizei eine mitgebrachte Fahne ab. Gegen den 37-Jährigen wird wegen des Verdachts des Verwendens verfassungswidriger Organisationen ermittelt. Ein Teil der Pegida-Teilnehmer beschimpfte und bedrohte zudem die Teilnehmer von Stolperstein-Mahnwachen, von denen eine in direkter Nähe zu Pegida auf der Sophienstraße stattfand.

DNN

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Der 9. November ist eines der schicksalsträchtigsten Daten der deutschen Geschichte. 1918 die Ausrufung der ersten Republik, der hitler-Putsch 1923, die Reichspogromnacht 1938 , der Fall der Mauer 1989. In diesem Jahr steht der 9. November in Dresden wieder im Mittelpunkt.

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