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Pegida schadet Dresdens Ruf - Stimmung so schlecht wie lange nicht

DNN-Barometer Pegida schadet Dresdens Ruf - Stimmung so schlecht wie lange nicht

Der schlechte Ruf von Dresden hat einen Namen: Pegida. Davon sind fast alle Dresdner überzeugt, die im Rahmen des aktuellen DNN-Barometers befragt worden sind.

Quelle: Eylert

Dresden. Der schlechte Ruf von Dresden hat einen Namen: Pegida. Davon sind fast alle Dresdner überzeugt, die im Rahmen des aktuellen DNN-Barometers befragt worden sind. Die repräsentative Umfrage des Instituts für Kommunikationswissenschaft der TU Dresden ergab: 98 Prozent sind der Meinung, dass die Demonstrationen der "Patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes" eher negative Auswirkungen auf das Image der Stadt haben. Der Rest glaubt das Gegenteil.

Die TU-Fachleute haben Anfang Dezember 518 Menschen für die 94. Ausgabe des DNN-Barometers befragt. Dabei spielte auch ein Themenkomplex "Asyl und Pegida" eine Rolle. Die Demoskopen wollten unter anderem wissen, ob die Sorgen der asylfeindlichen Organisation tatsächlich von den Dresdnern geteilt werden. Sie fragten deshalb nach der Aufnahmekapazität für Flüchtlinge in der Landeshauptstadt. 33 Prozent waren dabei Anfang Dezember der Ansicht, dass Dresden noch mehr Flüchtlinge aufnehmen kann. Im August waren das noch vier Prozentpunkte mehr. 31 Prozent meinten im Dezember, die Aufnahmekapazität der Stadt sei erschöpft, drei Prozentpunkte mehr als im August. Und dass die Aufnahmekapazität der Stadt bereits klar überschritten ist, glaubten Anfang Dezember 21 Prozent der Befragten. Dieses Ergebnis entspricht fast dem vom August - damals meinten 20 Prozent, die Zahl der Flüchtlinge habe das Limit in Dresden bereits überschritten.

Welch unterschiedliches Bild die Befragten von der tatsächlichen Zahl der Flüchtlinge in Dresden haben, ergab eine Schätzfrage beim 94. DNN-Barometer. Dabei ging es um die tatsächliche Zahl der Asylbewerber in der Landeshauptstadt zum Umfragezeitpunkt. Laut Stadtverwaltung waren das damals rund 7500. Die Schätzungen der Befragten lagen zum Teil deutlich daneben. 200 Personen waren dabei der niedrigste genannte Wert. Zum Vergleich: Fast die fünffache Zahl ist allein im ehemaligen Technischen Rathaus an der Hamburger Straße untergebracht. 800 000 Asylbewerber war die Maximalzahl, die ein Befragter nannte. Das überträfe die Zahl der Dresdner Einwohner um fast 50 Prozent. Selbst der Mittelwert aller Angaben traf die tatsächliche Anzahl der Asylbewerber nicht. 10 759 Asylbewerber wären demnach Anfang Dezember in Dresden gewesen, ergab die Auswertung der Schätzungen der Befragten. In der sächsischen Landeshauptstadt leben derzeit nach den Angaben aus dem Rathaus rund 540 000 Einwohner. Nicht mitgerechnet sind dabei die bereits erwähnten 7500 Asylbewerber. Das Fazit aus dem DNN-Barometer: Die Dresdner sorgen sich angesichts Pegida um das Image ihrer Stadt. Gespalten ist die Bürgerschaft bei der Frage, ob der einzelne lieber in einer Multikulti-Stadt leben würde oder nicht. 60 Prozent gaben an, sie würden ein Dresden vorziehen, in dem Menschen aus vielen verschiedenen Kulturkreisen leben. Im Juli 2010 waren es nur 35 Prozent. Aktuell würden 40 Prozent der Dresdner lieber in einer Gesellschaft leben, wo die Menschen denselben oder doch sehr ähnlichen kulturellen Hintergrund haben. Vor gut fünf Jahren lag dieser Wert noch bei 65 Prozent. Trotz der hohen Flüchtlingszahlen ist die Akzeptanz fremder Kulturen damit deutlich gestiegen. Die größten Sorgen haben die Dresdner demnach nicht, dass "unsere Kultur und unsere Sprache an den Rand gedrängt werden" (15 Prozent), sondern dass "unsere Politiker mit den Problemen überfordert sind" (39 Prozent).

Auf dem absteigenden Ast befindet sich hingegen die allgemeine Stimmung in der Landeshauptstadt. Die ist 2015 zum ersten Mal gekippt. Die Stimmungsfrage ist seit zweieinhalb Jahren fester Bestandteil des DNN-Barometers. Bis zum September überwog stets die Zahl der Menschen, die die Stimmung in der Stadt "sehr gut" oder "eher gut" fanden. Das ist nun zum ersten Mal anders. 43 Prozent schätzten die Stimmung der Dresdner im Dezember positiv ein, davon nur ein Prozent "sehr gut". 57 waren dagegen der Ansicht, die Stimmung sei "eher nicht gut" oder "gar nicht gut".

Christoph Springer

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