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Pegida gibt sich handzahm – Organisatoren wollen auf Medien und Politik zugehen

Pegida gibt sich handzahm – Organisatoren wollen auf Medien und Politik zugehen

Dresden. Die Organisatoren der Dresdner Pegida-Demos haben sich auf einer ersten Pressekonferenz am Montag mit moderaten Tönen zu Wort gemeldet.

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Lutz Bachmann und Kathrin Oertel von Pegida stellten sich erstmals den Medienvertretern.

Quelle: Stephan Lohse

Nachdem Lutz Bachmann und Co. bisher vor allem dadurch auffielen, über Politiker und Medien herzuziehen, kündigte man jetzt Dialogbereitschaft an.

So wurden aus Vertretern der „Lügenpresse“ erstmals die „lieben Medienvertreter“, denen Lutz Bachmann und Kathrin Oertel rund 30 Minuten lang in den Räumen der Landeszentrale für Politische Bildung in Dresden Rede und Antwort standen. Dabei kündigten beide an, den Dialog mit der Politik zu suchen. Man sei dabei, Termine zu machen. Mit wem und wann, das sagten beide allerdings nicht.

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Pegida hat sich am Montagvormittag erstmals den Medienvertretern in Dresden gestellt.

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Anlass für die neue Offenheit von Pegida dürfte sein, dass die Lage in Dresden eskaliert ist. Per Twitter gab es eine Todesdrohung gegen Bachmann, den Gründer von Pegida. Bachmann steht nun unter Polizeischutz. Zudem gebe es eine abstrakte Bedrohung gegen die kompletten Pegida-Demos. Am Samstag habe die Polizei Pegida gewarnt, am Sonntag sagte das Bündnis seine Demo für den 19. Januar ab. Kurz danach untersagte die Polizei per Allgemeinverfügung sämtliche Freiluft-Versammlungen für den kompletten Tag, also auch alle Gegenveranstaltungen.

Am kommenden Montag wolle Pegida aber wieder auf die Straße gehen. „Das Recht auf Versammlungs- und Meinungsfreiheit wollen wir uns nicht nehmen lassen“, so Oertel. Aktuell arbeite man mit der Polizei an einem Sicherheitskonzept. Die einmalige Absage bedeute nicht, „dass wir uns mundtot machen lassen“, betonte Oertel.

Für immer wolle Pegida aber nicht durch Dresden laufen. Man bewerte es als Erfolg, dass über Pegida und deren Belange diskutiert werde. Wie lange man auf der Straße bleibe, sei abhängig davon, ob die in sechs Punkten vorgetragenen Forderungen umgesetzt werden. Inhaltlich blieben Bachmann und Oertel jedoch einmal mehr vage. Weder wurden die Forderungen erläutert oder näher ausgeführt, noch konnte Oertel sagen, welche Gesellschaft sich Pegida denn genau vorstelle. Das sei Sache der Politik.

Auch wenn es in den Forderungen der Bewegung nur noch am Rande um das Thema Islamisierung geht, wolle Pegida seinen Namen nicht ändern, allen möglichen Irritationen zum Trotze. Überhaupt ist Bachmann nicht der Meinung, dass es bei Pegida viele Menschen mit fremdenfeindlichen oder rechtsextremen Einstellungen gebe. Dass Flüchtlinge in Dresden Angst haben und von vermehrten Übergriffen berichten, könne man nicht nachvollziehen. Auch Stimmen und Plakate, die sich beispielsweise direkt gegen den Islam oder Flüchtlinge aussprechen, will Bachmann auf den Demos kaum und wenn dann nur in Zusammenhang mit Medienvertretern wahrgenommen haben.

Stephan Lohse

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