Volltextsuche über das Angebot:

4 ° / -3 ° wolkig

Navigation:
Google+
Pegida für Wissenschaftler kein Lokalphänomen

Tagung der TU Dresden Pegida für Wissenschaftler kein Lokalphänomen

Dresdner Wissenschaftler haben davor gewarnt, die islam- und fremdenfeindliche Pegida-Bewegung als Lokalphänomen abzutun. Hans Vorländer bezeichnete Pegida als „rechtspopulistische Empörungsbewegung“.

Voriger Artikel
Beschuldigter im Infinus-Prozess berichtet von Risikogeschäften
Nächster Artikel
Provokante These: Ist Pegida eine staatstragende Bewegung?

Werner Patzelt

Quelle: dpa

Dresden. Dresdner Wissenschaftler haben davor gewarnt, die islam- und fremdenfeindliche Pegida-Bewegung als Lokalphänomen abzutun. „Pegida in Dresden ist wie ein Vulkanschlot, das Magma erstreckt sich aber über ganz Deutschland und Europa“, sagte der Politikwissenschaftler Werner Patzelt bei einer Diskussionsveranstaltung der Technischen Universität Dresden am Montag. Zu dem Phänomen gehöre auch das Erstarken von rechtspopulistischen Parteien in ganz Europa, hierzulande etwa der Alternative für Deutschland (AfD).

Patzelts Kollege Hans Vorländer bezeichnete Pegida als „rechtspopulistische Empörungsbewegung“. Darin zeige sich auch die lange unterdrückte Unzufriedenheit vieler Ostdeutscher nach der Wiedervereinigung.

Patzelt und seine Studenten haben Pegida-Anhänger im Januar 2015 und dann erneut im April und Mai befragt. „Die Demonstranten verorten sich zunehmend weiter rechts“, sagte der Wissenschaftler. Für viele Teilnehmer gehe es bei den Demonstrationen vor allem um ein Gemeinschaftsgefühl. Patzelt zog einen Vergleich zum Fußball: „Viele Fans gehen vor allem ins Stadion, weil sie sich da mit Leuten treffen - nur nebenbei hoffen sie darauf, dass das Spiel doch irgendwann mal besser wird.“

Patzelt forderte die Politik auf, den Dialog mit Pegida nicht zu verweigern. Durch Ausgrenzung werde man die Bewegung weiter stärken. Pegida-Anhänger fühlten sich so in ihrer Wahrnehmung bestätigt, von keiner etablierten Partei mehr vertreten zu werden.

Vorländer sieht die Ursachen der Pegida-Bewegung auch in der Enttäuschung vieler Ostdeutscher nach der Wiedervereinigung, etwa durch Massenarbeitslosigkeit und den Niedergang der ostdeutschen Industrie. „Wir haben das zu glatt gestrichen und nicht gesehen, wie viel Unzufriedenheit sich da angehäuft hat“, sagte Vorländer. Dies sei von vielen sogenannten Wendeverlierern als Demütigung empfunden worden und trete durch Pegida nun offen zutage.

dpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Lokales
  • 13. Februar

    Ob Gedenken, Täterspuren oder Menschenkette: Alle Infos finden sie in unserem Special zum 13. Februar in Dresden mehr

  • Semperopernball
    Semperopernball

    Alle Infos, alle Highlights, die schönsten Bilder - der Semperopernball in Dresden. mehr

Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
Wettersponsor

Das Wetter in und um Dresden präsentiert Ihnen die Toskana-Therme Bad Schandau.