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Pegida-Bachmann vergleicht Justizminister Maas mit Goebbels

Teilnehmerzahl sinkt leicht Pegida-Bachmann vergleicht Justizminister Maas mit Goebbels

Erneut sind am Montagabend in Dresden Tausende mit dem fremdenfeindlichen Pegida-Bündnis auf die Straße gegangen. Zeitgleich demonstrierten mehrere Hundert Menschen auf dem nahe gelegenen Postplatz gegen Hass und Hetze und für Weltoffenheit.

Erneut sind am Montagabend (02.11.2015) in Dresden Tausende mit dem fremdenfeindlichen Pegida-Bündnis auf die Straße gegangen.

Quelle: dpa

Dresden. Dresden. Auch zwei Wochen nach dem ersten „Geburtstag“ der islam- und asylfeindlichen Pegida-Bewegung sinkt der Zuspruch zu den „Patriotischen Europäern“. Nach ersten Schätzungen kamen deutlich weniger als 10.000 Menschen am Montagabend zum so genannten Montagsspaziergang der „Patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes“. Die Studentengruppe „durchgezählt“ sprach in einer ersten Einschätzung von knapp 8000 Teilnehmern, die DNN-Reporter vor Ort ermittelten ähnliche Werte.

Pegida und der Protest dagegen am 2. November 2015 in Dresden

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Pegida-Mitbegründer Lutz Bachmann arbeitete sich dieses Mal besonders an Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) ab. Er sei eine „Schande für Deutschland“ sagte Bachmann und warf Maas vor, Hass zu schüren. Wenn es gelinge, Menschen wie den Bundesjustizminster nicht aus dem Amt zu entfernen, werde das „unweigerlich in einen Bürgerkrieg führen“. Maas sei einer der „schlimmsten geistigen Brandstifter in diesem Land seit einem Goebbels im Dritten Reich oder einem Karl-Eduard von Schnitzler in der DDR“. Maas habe eine Mitschuld, wenn Autos angezündet würden, so Bachmann. Hintergrund: An zwei Montagen wurden in Dresden Autos angezündet, die Pegida-Anhängern gehören könnten. Dieses Mal blieb es bis zum Redaktionsschluss in Dresden ruhig. Die SPD zeigte sich empört über den Vergleich.

Auf der Pegida-Bühne auf dem Altmarkt sprach unter anderem Siegfried Däbritz aus Meißen. Seine Rede war Beleg dafür, dass Pegida die „Lügenpresse“ immer dann gern zitiert, wenn dort Argumente stehen, die den Asylfeinden helfen, ihre Ideologie zu verbreiten. Däbritz zitierte minutenlang aus dem Nachrichtenmagazin „Focus“. Zuvor hatte schon Lutz Bachmann die „Lügenpresse“ gewürdigt, indem er eine MDR-Sendung lobte, in der der Kabarettist Uwe Steimle aufgetreten war und unter anderem Frieden mit Russland gefordert hatte. Bachmann bot Steimle deshalb an, auf der Pegida-Bühne zu sprechen. Der lehnte das aber noch am Abend entschieden ab.

Gegen die rechte Bewegung protestierten am Abend in Dresden mit „Gepida“ (Genervte Einwohner protestieren gegen Intoleranz Dresdner Außenseiter) mehrere hundert Demonstranten. Auf dem Postplatz beteiligten sich nach ersten Einschätzungen in Spitzenzeiten gut 1000 Personen, an der abschließenden Demonstration in die Neustadt waren laut „durchgezählt“ noch rund 800 bis 1000 Menschen dabei. Die Stimmung der Gegendemonstranten war trotz der Einkesselung durch die Polizei fröhlich.

Lediglich beim Start der eigenen Demo wurde es kurz unruhig, als einige Pegida-Anhänger auf dem Postplatz die Teilnehmer provozierten. Die Polizei, die mit 410 Beamten im Einsatz war, hielt die Provokateure jedoch auf Abstand, laut Augenzeugen wurden nach dem Weiterziehen der Gepida-Demo noch Personalien der Beteiligten aufgenommen.

Eigentlich hatte Gepida näher am Neumarkt protestieren wollen. Laut den Organisatoren habe die Stadt das am Mittag jedoch untersagt. Die Verwaltung habe zum einen Blockaden gefürchtet. Zum anderen hätte sich die Polizei dann nicht in der Lage gesehen, die Sicherheit aufrecht zu erhalten, teilten die Anmelder mit.

Für den nächsten Montag ruft zum zweiten Mal die Initiative „Herz statt Hetze“ zu umfangreichen Anti-Pegida-Protesten auf. Bereits am Samstag lädt das Schülerbündnis „Bildung statt Rassismus“ zu einer Demo ab dem Bahnhof Neustadt ein.

In Leipzig ging der Pegida-Ableger Legida auf die Straße. Hier schätzte "durchgezählt" die Zahl der Teilnehmer auf bis zu 800; an Gegenprotesten beteiligten sich demnach bis zu 600 Menschen. Größere Zwischenfälle wurden wie in Dresden nicht bekannt.

DNN

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Dresden. Die SPD fordert Ermittlungen gegen Pegida-Chef Lutz Bachmann, der am Montagabend in Dresden Justizminister Heiko Maas (SPD) mit Nazi-Propagandaminister Joseph Goebbels verglichen hatte.

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