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Palais Riesch am Dresdner Neumarkt: Investor strikt gegen historische Fassade

"Dafür stehe ich nicht zur Verfügung“ Palais Riesch am Dresdner Neumarkt: Investor strikt gegen historische Fassade

Die CG Gruppe AG wird am Neumarkt das Quartier III/2 bauen. Während das Palais Hoym rekonstruiert wird, erhält das Palais Riesch keine historische Fassade. Er werde nichts bauen, an das er nicht glaube, erklärte Christoph Gröner, Vorstandsvorsitzender des Investors.

Christoph Gröner vor dem Quartier III/2 am Neumarkt.
 

Quelle: Archiv

Dresden. Christoph Gröner, Vorstandsvorsitzender der CG Gruppe AG, hat den Forderungen nach einer Rekonstruktion des Palais Riesch am Neumarkt eine deutliche Absage erteilt. „Meine Aufgabenstellung ist es auch, keine Lüge zu produzieren“, erklärte Gröner. Er werde keine Fassade bauen, an die er nicht glaube. „Wenn die alte Fassade kommen soll, wäre das eine Lüge. Dafür stehe ich nicht zur Verfügung“, so der Investor, der das Quartier III/2 am Neumarkt errichtet und dabei das Palais Hoym rekonstruiert.

Hochwertige zeitgenössische Architektur sei in Dresden nicht vermittelbar, kritisiert Gröner. „Ich hätte mich aus dem Kaufvertrag verabschieden können. Aber wir ziehen den Bau jetzt durch und ich hoffe auf den Rückhalt von der Politik.“ Er werde, auch wenn er rechtlich die Möglichkeit habe, nicht mit dem Kopf durch die Wand gehen und den vom Dresdner Büro Dähne & Pfau Siegerentwurf des ersten Wettbewerbs bauen. In einem neuen Wettbewerb sollen zehn renommierte deutsche und internationale Büros ihre Vorschläge für die Fassade des Palais Riesch einreichen. Erste Zwischenergebnisse werden in der kommenden Woche vorgestellt.

„Ich weiß nicht, wie die Fassade aussehen wird, ob wir einen Spagat zwischen Alt und Neu schaffen“, so Gröner. Die CG Gruppe AG bekenne sich dazu, ihren Vertrag zu erfüllen und das Quartier III/2 zu bebauen. Einen Bauantrag werde er einreichen, wenn die Fassade für das „Riesch“ feststeht. „Bei einem Genehmigungszeitraum von etwa einem halben Jahr rechnen wir mit dem Baustart im Frühjahr 2017“ so Gröner.

Das Palais Riesch diente ursprünglich als Unterbringung für Pferde und Kutschen im Erdgeschoss. In der ersten Etage befand sich die Sattelkammer mit einer Deckenhöhe von nur zwei Metern. Für diese Deckenhöhen sei keine zeitgemäße Nutzung gefunden worden, begründete Gröner die Absage an eine Fassadenrekonstruktion. Die Gesellschaft Historischer Neumarkt Dresden (GHND) wirft dem Investor vor, wirtschaftliche Interessen der Architektur unterzuordnen. GHND-Vorsitzender Torsten Kulke erklärte, die CG Gruppe AG versuche ein Maximum an Nutzfläche im Palais Riesch unterzubringen.

Von Thomas Baumann-Hartwig

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