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Orang-Utan-Junge Dodi muss Dresden verlassen

Baldiger Abschied naht Orang-Utan-Junge Dodi muss Dresden verlassen

Am Dienstag, dem 26. April, wird Dodi, der mittlerweile sechsjährige Orang-Utan, den Dresdner Zoo Richtung Gelsenkirchen verlassen. Der Halbwüchsige nervt seinen Vater. Das könnte gefährlich für den Sohnemann werden.

Orang-Utan-Junge Dodi muss Dresden verlassen

Quelle: Dietrich Flechtner

Dresden. Das Datum steht jetzt fest: Am Dienstag, 26. April, wird Dodi, der mittlerweile sechsjährige Orang-Utan, den Zoo Richtung Nordrhein-Westfalen verlassen. Der Bau eines neuen Orang-Utan-Hauses indes zieht sich hin. Sicher ist bislang nur, dass es sich nach dem Afrikahaus um das nächste Großprojekt des Dresdner Zoos handelt.

Fast zwei Jahre hat die Suche nach einer neuen Bleibe für Dodi gedauert. „Der Zoo Gelsenkirchen will unseren Affen als Zuchtmann haben, er soll dort später den sehr alten Orang Schubbi ablösen“, berichtet Wolfgang Ludwig. Der Zoologische Leiter gibt Dodi guten Gewissens ab: Der Gelsenkirchener Zoo verfügt über eine neugebaute weiträumige Anlage, auf der insgesamt sieben Artgenossen leben. Bis es soweit ist, haben die Dresdner also noch Gelegenheit, Abschied von Dodi zu nehmen.

Im Moment lebt der Halbwüchsige mit Vater Toni, Mutter Daisy und seinem im vergangenen Jahr geborenen kleinen Bruder Dalai in einem Gehege. Und da liegt auch schon der Hase im Pfeffer: Wenn zwei – genau genommen sogar drei – Männer auf einer Anlage leben, gibt es früher oder später Konflikte. „Dodi ist schon fast geschlechtsreif, steckt voller Energie und testet seine Grenzen aus“, erklärt Ludwig. Er provoziere die Mutter, die sich ja um den kleinen Bruder Dalai kümmern muss, vor allem aber den Vater. Der 15-jährige Toni sei eigentlich ein friedlicher Kamerad, der viel mit sich machen lasse. „Aber selbst ihm reißt jetzt schon mal der Geduldsfaden, wenn es Dodi zu arg treibt“, hat sein Pfleger Roman Richter beobachtet. Irgendwann werde Toni seinen Sohnemann nachdrücklicher in die Schranken weisen und vielleicht sogar beißen, vermutet er.

Um das zu verhindern, macht sich Richter nun in knapp zwei Wochen mit seinem Schützling auf die etwa sechsstündige Reise nach Nordrhein-Westfalen. „Dodi bekommt zunächst eine Narkose, dann heben wir ihn in eine speziell angefertigte Kiste und verladen sie ins Transportauto“, beschreibt der Tierpfleger das Prozedere. Dodi werde erst einmal aufgeregt und ängstlich sein, den Umzug aber letzten Endes gut verkraften, vermutet der 26-Jährige, der seit 2014 im Orang-Utan-Haus arbeitet. Um ihm die Eingewöhnung zu erleichtern, bleibt der Pfleger noch zwei Tage bei ihm. „Und aus der Welt ist er ja auch nicht“, meint er.

Was Dodi definitiv nicht mehr erleben wird, ist der Bau eines neuen Orang-Utan-Hauses in Dresden. „Die Bedingungen, unter denen unsere sieben Orangs hier leben, müssen ganz dringend verändert werden“, betont Ludwig. Die Innengehege seien zu klein, entsprächen nicht den neuen Zoo-Richtlinien der Bundesregierung. „Gleichwohl gibt es Bestandsschutz, so dass wir die Tiere bis zum Neubau so halten dürfen“, erklärt er. Viel würden die drei Tierpfleger wettmachen, die sich sehr gut um die Affen kümmerten. Wann die neue Orang-Anlage gebaut wird, ist noch unklar. Fest steht lediglich, dass es das nächste Großprojekt sein wird und mehrere Flächen zur Auswahl stehen – zum Beispiel die Freifläche neben dem jetzigen Orang-Utan-Haus, das bereits 30 Jahre steht. „Sieben bis acht Millionen Euro wird der Bau kosten, da brauchen wir auf jeden Fall Mittel von der Stadt“, sagt Ludwig. „Schön wäre es auch, wenn wir noch andere Tiere mit zeigen könnten, zum Beispiel Reptilien“, wünscht er sich.

Von Katrin Richter

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