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Opferberatung verzeichnet Anstieg rassistischer Angriffe – 48 Vorfälle allein in Dresden

Opferberatung verzeichnet Anstieg rassistischer Angriffe – 48 Vorfälle allein in Dresden

Die Opferberatung RAA hat im vergangenen Jahr eine drastische Zunahme rassistischer Angriffe in Sachsen verzeichnet. Im Vergleich zu 2013 habe die Zahl der Fälle um fast 90 Prozent auf 162 zugenommen, sagte Opferberaterin Andrea Hübler am Dienstag in Dresden.

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Quelle: dpa

Die Zahl rechtsmotivierter Gewalt insgesamt habe 2014 leicht auf 257 Angriffe zugenommen. 419 Menschen seien betroffen gewesen. Zumeist handelte es sich Hübler zufolge um Körperverletzungen (143 Fälle). Nötigungen, Bedrohungen und versuchte Körperverletzungen habe es in 107 Fällen gegeben. Im Durchschnitt wurden fünf Angriffe und drei Körperverletzungen pro Woche verzeichnet.

Vor allem in den letzten drei Monaten des Jahres habe es vermehrt rassistische Angriffe gegeben. „Die Zunahme steht allem Anschein nach im Zusammenhang mit der zum Teil offen rassistischen Stimmung, die durch Anti-Asyldemonstrationen und Pegida erzeugt wurde“, so Hübler.

In Dresden stieg die Zahl der registrierten Vorfälle auf 48, die Landeshauptstadt ist damit zusammen mit Leipzig Schwerpunkt. Neben Dresden verzeichnet der RAA auch in den Landkreisen Bautzen (15) und Leipzig (20) deutlich mehr Angriffe, in den Landkreisen vor allem im Umfeld von neu eröffneten Asylsuchendenunterkünften. Ein Schwerpunkt rechter Gewalt im ländlichen Raum sei auch der Erzgebirgskreis.

„Menschen die in Deutschland Schutz vor Krieg und Verfolgung suchen, werden beleidigt, angefeindet und angegriffen. Die Menschen berichten uns, dass sie Angst haben allein durch die Stadt zu laufen, zum Einkaufen zu gehen oder gar Kontakte zu knüpfen. Unsere Zahlen zeigen leider, wie gefährlich die derzeitige Stimmung in Sachsen gegen Asylsuchende ist. Die Hemmschwelle Gewalt auszuüben sinkt durch Hetze“, so Andrea Hübler weiter.

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Die Pegida-Demonstration am 23. Februar zog erneut durch die Innenstadt

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Die Demo von "Dresden für alle" am 23. Februar 2015 versammelte rund 300 Menschen.

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Seit zehn Jahren berät die RAA in Sachsen Opfer rechter Gewalt. Als Tatmotive zählen die Beratungsstellen Rassismus, Homophobie und Antisemitismus sowie Angriffe, die sich gegen politisch Aktive, nicht Rechte, Menschen mit Behinderung und gegen sozial Benachteiligte richten.

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dpa / sl

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