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Ombudsmann der TU Dresden hält Plagiatsdebatte um Schavan für übertrieben

Ombudsmann der TU Dresden hält Plagiatsdebatte um Schavan für übertrieben

Nach den Plagiatsvorwürfen gegen Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) ist die Debatte über schärfere Kontrollen von wissenschaftlichen Arbeiten wieder voll entbrannt.

An der TU Dresden kümmert sich der frühere Rektor Prof. Achim Mehlhorn als Ombudsmann um derartige Fälle. Er kann die gegenwärtige Diskussion nicht verstehen:

"Die ganze Sache mit den Plagiaten wird medial übertrieben. Außerdem sollte unterschieden werden, ob die falsch oder nicht zitierten Stellen innerhalb der Arbeit ergebnisrelevant waren oder nicht", so Mehlhorn. Wer lediglich bei allgemeinen Beschreibungen Zitierfehler mache, müsse zwar wegen handwerklicher Schwächen mit disziplinarischen Konsequenzen rechnen, aber nicht mit einem Entzug des Titels. Nach Angaben von Mehlhorn habe es im vergangenen Jahr etwa vier oder fünf derartige Fälle bei Promotionen an der TU Dresden gegeben. Eine Aberkennung eines Doktortitels sei ihm nicht bekannt.

Einen grundsätzlichen Unterschied sieht der Ombudsmann zwischen Geistes- und Naturwissenschaften. "Bei Geisteswissenschaften könnte sich das Fehlverhalten eher in einem Plagiat ausdrücken, während bei Ingenieuren die Messergebnisse manipuliert sein könnten", erklärt Mehlhorn. Zu den spektakulärsten Fällen der TU Dresden zählte das Plagiatsverfahren gegen den ehemaligen sächsischen Kultusminister Roland Wöller (CDU), der 2002 in Geschichte promoviert hatte.

Obwohl an der TU Dresden noch kein Doktor entzogen werden musste, hat dennoch spätestens seit der Affäre um den früheren Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU), dem 2011 von der Uni Bayreuth der Doktortitel aberkannt wurde, ein Umdenken eingesetzt. "Bei den Geisteswissenschaften gibt es Fakultäten, die mittlerweile Software einsetzen, um wissenschaftliche Arbeiten zu überprüfen", sagt der stellvertretende Pressesprecher der TU Dresden, Mathias Bäumel. Allerdings sei derartige Software bisher nur für nachträgliche Kontrollen eingesetzt worden. "So weit ich weiß, ist die Kontrolle noch nirgendwo Teil des Promotionsverfahrens." Relevanter seien ohnehin Beschwerden von wissenschaftlichen Assistenten wegen Problemen mit ihrem Professor. "Manch einer beschwert sich, weil sein Professor bei einer Veröffentlichung an erster Stelle genannt wird, obwohl er kaum an einem Projekt beteiligt war", so Bäumel.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 17.10.2012

STH

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