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Ohne Paradesäle keine Residenz: Forschungsergebnisse zum Dresdner Schloss

Ohne Paradesäle keine Residenz: Forschungsergebnisse zum Dresdner Schloss

Die Wiedererrichtung und museale Nutzung des Dresdner Schlosses geht schrittweise, derzeit aber in geringerem Tempo als bisher voran. Während der wissenschaftliche Vorlauf eine solide Basis für weitere Rekonstruktionen liefern kann, legt sich der Freistaat Sachsen aus finanziellen Gründen auf keine Termine zur Vollendung fest.

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Rosemarie Pohlack

Quelle: privat

Auf einer Fachtagung stellte jetzt das Landesamt für Denkmalpflege Sachsen in komprimierter Form Forschungsergebnisse zum "Ehemaligen Residenzschloss Dresden" vor.

Dazu erscheint auch eine dreibändige, chronologisch geordnete Publikation. Der erste Band über die Zeit des Mittelalters und der Frührenaissance liegt bereits vor. Die noch ausstehenden Bände zwei und drei sollen die Phase bis zum ausgehenden 17. Jahrhundert sowie die augusteische Ära bis zum letzten großen Schlossumbau Ende des 19. Jahrhunderts umfassen, informiert das Landesamt als Herausgeber.

DNN stellten aus diesem Anlass Landeskonservatorin Prof. Dr. Rosemarie Pohlack drei Fragen:

Was waren die Schwerpunkte des Schloss-Kolloquiums?

Wir haben es mit dem Wissensstand zu tun, der im Zuge der Ruinensicherung und -bewahrung, der Bauforschung, der gesamten Wiederaufbauvorbereitung und einer engen Baubegleitung wuchs. Diese Forschungsergebnisse waren und sind unverzichtbare Grundlage für tragfähige denkmalpflegerische Zielsetzungen. Sie fließen im Planungs- und Baubegleitungsprozess dem Monument unmittelbar wieder zu.

So gesehen ist die Wiedererrichtung des 1945 zerstörten Dresdner Schlosses schon ein lange währender Prozess?

Dass wir heute überhaupt diese Ergebnisse präsentieren können, ist nur der ganz engen Zusammenarbeit vieler zu danken. Die gemeinsame, teils abenteuerliche Nutzungssuche führte bereits 1961/62 zum "Museumskombinat". Eine feudale Residenz war damals nahezu ein Tabuthema und trotz der klugen DDR-Wortwahl "Kombinat" - ein für Prof. Hans Nadlers diplomatisches Geschick bezeichnender Schachzug - grenzt das Ergebnis fast an ein Wunder. Die Nutzung als "Museumskombinat" war eine epochale Entscheidung. Auch die wichtigsten denkmalpflegerischen Eckpunkte für den Wiederaufbau der Ruine wurden damals formuliert. Entsprechend gut vorbereitet konnte das ehemalige Institut für Denkmalpflege 1985 die denkmalpflegerische Rahmenzielstellung vorlegen und an den Raumbüchern mitwirken. Beides diente auch nach 1990 als Grundlage. Vor Ort kamen während der Baubegleitung dann neue Befunde, Erkenntnisse und Fragestellungen zu Tage, die wiederum weitere, nun zielgenauere bauvorbereitende Forschungen zu bisher nicht zugänglichen und unbekannten Zeitschichten anstießen. Es ist beglückend, wie weit der Wiederaufbau bis heute gediehen ist.

Aber es bleibt noch etliches zu tun. Wie sollte es jetzt weitergehen?

Noch fehlen dem Monument gerade die für das Verständnis der ehemaligen Residenzfunktion unverzichtbaren Repräsentationsräume. Die Wiedergewinnung der Paradesäle wird allen Beteiligten eine immens hohe restauratorische und künstlerische Meisterschaft, Erfahrung und Können sowie großes museales und denkmalpflegerisches Wissen abverlangen. Dieses Wissen und Können ist kostbar und selten und in Sachsen gerade noch vorhanden. Teilweise sind die hochqualifizierten Akteure schon in andere Bundesländer abgewandert. Ein Verschieben auf künftige Generationen wird um ein mehrfaches teurer - und ungewiss.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 18.10.2013

Bleier, Genia

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