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Offenheit gelebt: In der Fremde - Willkommen zu Musik, Tanz und Gespräch

Offenheit gelebt: In der Fremde - Willkommen zu Musik, Tanz und Gespräch

Kunst als Bekenntnis zur Weltoffenheit - das hat Dresden in den vergangenen Wochen schon an vielen Stellen praktiziert. Die drei Kunsthochschulen der Stadt demonstrierten nun eindrucksvoll, dass Gastfreundschaft und Weltoffenheit einer Stadt sich nicht nur auf Symbolik ausruhen dürfen, sondern gelebt werden müssen - und das in Zukunft sogar noch öfter als bisher.

Unter dem Motto "In der Fremde - Willkommen zu Musik, Tanz und Gespräch" luden die Palucca Hochschule für Tanz sowie die Hochschulen für Musik und Bildende Künste dabei Dresdner wie Asylbewerber zu Kunstgenuss und Gesprächen in den Konzertsaal der Musikhochschule ein.

Es wurde ein Abend ohne Berührungsängste. Im rappelvollen Saal nahmen junge Flüchtlinge neben Dresdnern Platz. Kein einziger der 450 Sitze blieb leer, als Studenten der Palucca Hochschule für Tanz ihre Eröffnungs-Performance tanzten. Alle in Alltagskleidung, als bunter Haufen symbolisch zu einer gemeinsamen Choreografie vereint. "Verwirrende Ereignisse in unserer Stadt haben uns bewogen, zu diesem Abend einzuladen. Die Kultur lebt von Einflüssen aus anderen Ländern. Die Geschichte der Orchester ist auch die Geschichte internationaler Zusammenarbeit und Künstler", sagte Ekkehard Klemm, Rektor der Musikhochschule, in seiner Begrüßungsrede, die auch auf Englisch und Russisch vorgetragen sowie auf Arabisch an die Wand projiziert wurde.

Für uns ist der Austausch hier selbstverständlich

Ebenso wie die Flüchtlinge seien schließlich auch viele Studenten, Künstler und Wissenschaftler als Fremde in die Stadt gekommen. "Für uns ist der Austausch hier selbstverständlich", sagte Ekkehard Klemm. Und da Musik nun einmal eine Sprache ist, die weltweit verstanden wird, zeichnete seine Hochschule anschließend für den Großteil des kurzfristig zusammengeschnürten, künstlerischen Programms verantwortlich. Studenten wie Professoren servierten 13 kleine musikalische Häppchen aus allen Sparten von Klassik bis Jazz, Barock bis Moderne und Solo- bis Chorstimmen - eine bunte Vielfalt als Demonstration für ein weltoffenes Dresden also auch in dieser Hinsicht.

In Erinnerung blieb etwa die fast schon kabarettistische Performance "RockBaRock" von Katja Erfurth (Tanz) und Florian Meyer (Violine). Auch die Professoren Joachim Klemm (Klarinette) und Vincent Borrits (Klavier) überzeugten im Duo mit Charles-Maria Widors "Introduction et Rondo". Zum Schluss rissen Alina Gropper (Violine) und Philipp Wiechert (Gitarre) mit jazzigen Swing-Klassikern aus der Zeit von Django Reinhard noch einmal richtig von den Hockern. Dazwischen sorgten jeweils zwei großzügige Pausen für Erfrischung am Kuchen- und Schnittchenbuffet, für das wiederum vor allem die Studierenden der Hochschule für Bildende Künste verantwortlich zeichneten.

Ganz ohne großes Tamtam entspann sich in gediegenem Rahmen denn tatsächlich vereinzelt das eine oder andere Gespräch zwischen Fremden. Wie wenig fremd sie sich im Grunde sind, das zeigte sich auch an dem begeisterten Schlussapplaus, in den die Flüchtlinge sichtlich gern einstimmten. Bleibt zu hoffen, dass sich möglichst viele von ihnen an diesem Abend, wo Offenheit endlich gelebt und nicht nur demonstriert wurde, ein bisschen weniger fremd fühlten - und zu wünschen, dass Abende wie diese in Dresden bald zur Tradition werden.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 02.02.2015

Nicole Czerwinka

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