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Obstkörbe für Flüchtlinge: Dresdner Tafel verteilt Essen an Zeltlager-Bewohner

Obstkörbe für Flüchtlinge: Dresdner Tafel verteilt Essen an Zeltlager-Bewohner

Pflaumen, Nektarinen, Äpfel, Birnen, Weintrauben und Bananen – etwa 500 bunt gefüllte Obstkörbe haben die Dresdner Tafel und das Umweltzentrum am Samstagabend an Bewohner des Flüchtlingslagers an der Bremer Straße verteilt.

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Mehrere Hundert Beutel und Schalen mit Obst hat die Dresdner Tafel am Wochenende an Bewohner der Zeltstadt verteilt.

Quelle: privat

Gegenüber der Zeltstadt, auf dem Gelände des einstigen Äußeren Matthäusfriedhofs, hatten rund 20 ehrenamtliche Helfer Obststiegen, Schalen und Beutel aufgereiht. Durch das kleine Eingangstor des Friedhofs ließen sie immer fünf bis zehn Asylsuchende ein und versorgten sie mit Vitaminen. „Unglaublich dankbar“ seien die Flüchtlinge gewesen, erzählt Tafel-Chef Andreas Schönherr und klingt dabei immer noch ein wenig geplättet von seinen Eindrücken. „Der Blick ist bettelnd, aber auch gleichzeitig danke-danke. Man fühlt, dass es denen nicht gut gehen kann. Aber niemand ist bei der Verteilung unverschämt gewesen und hat mehr gefordert.“

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Mehrere Hundert Packungen mit Obst und Gemüse haben die Dresdner Tafel und das Umweltzentrum an Zeltstadt-Bewohner verteilt.

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„Auch die verpackten Sandwiches, die wir hatten, waren sehr begehrt. Hunger ist also im Lager offenbar immer noch ein Thema“, ergänzt Helfer Andreas Wegener vom Streuobstwiesenprojekt der Grünen Liga Dresden/Oberes Elbtal, die im Umweltzentrum sitzt. „Und das im wohlhabenden Deutschland! Wie groß ist der Reichtum in einem Land, in dem täglich eine halbe Tonne Lebensmittel weggeworfen wird – in nur einer Stadt? Dabei wird immer gesagt, wir würden zu viel für die Flüchtlinge bezahlen.“ Dass die gelieferten Lebensmittelvorräte der Tafel nicht für alle Asylsuchenden reichten, habe den Helfern deshalb „große Bauchschmerzen bereitet“. „Es tat uns sehr leid, dass Leute angestanden haben und dann nichts mehr bekommen haben“, so Wegener.

Dennoch ziehen die beiden Männer ein positives Resümee: „Für uns war das eine sehr harmonische und schöne Aktion“, sagt Wegener. „Jeder Lichtblick hilft den Flüchtlingen“, ergänzt der Tafel-Chef. Wegener freut sich vor allem, dass „so viele Helfer gekommen sind, ohne viel Organisieren“. Neben Mitarbeitern von Tafel und Umweltzentrum hatten auch Helfer vom Streuobstwiesenprojekt, Anwohner der Bremer Straße sowie einige Asylbewerber mit angepackt, die im Rahmen von Arbeitsgelegenheiten den alten Matthäusfriedhof pflegen. Die Migranten waren es auch, die ins Camp gingen, die Bewohner auf Arabisch, Englisch oder Französisch ansprachen, zur Essensverteilung einluden, den Zugang zum Friedhof managten und bei Bedarf dolmetschten.

Fortsetzung folgt, kündigt Tafel-Chef Schönherr an: „Wir wollen die Aktion wiederholen, so oft es geht.“

Idee: Tafel-Überschuss soll in den Mägen landen

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Vor dem Eingangstor zum Äußeren Matthäusfriedhof bildete sich schnell eine Schlange.

Quelle: privat

Die Verteil-Aktion am Sonnabend hat bereits zum zweiten Mal stattgefunden. Die Idee zur Aktion stammte von Tafel-Chef Andreas Schönherr. „Als ich im Mai den Vorsitz übernommen und mir einen Überblick über die Warenbestände verschafft habe, stellte ich fest: Am Samstag haben wir immer massive Überschüsse, vor allem Obst und Gemüse, weil die Supermärkte am Freitagabend und Samstagmorgen aussortieren. Mit meinen Vorstandskollegen habe ich dann beraten, was wir tun können, damit so viel wie möglich der Überschüsse noch in den Mägen landet“, erzählt Schönherr. Als dann das Flüchtlingscamp aus dem Boden gestampft wurde, war ihm schlagartig klar, wo das Essen gebraucht werden könnte. „Das war so naheliegend, ein ganz schneller Entschluss.“ Also fuhr der Tafel-Chef am Samstagmorgen zur Zeltstadt und unterbreitete dem DRK sein Angebot. Die Mitarbeiter zeigten sich jedoch angesichts des Aufbau-Stresses logistisch überfordert und konnten Schönherr nur anbieten, das Grünzeug zu einem späteren Zeitpunkt vorbeizubringen. Der wollte aber schnell helfen. Zufällig sah er das Streuobst-Auto seines Bekannten Wegener am Matthäusfriedhof stehen, bat ihn um Hilfe, und schnell kamen die Männer auf die Idee, das Obst auf dem stillgelegten Matthäusfriedhof zu verteilen. Den stillgelegten „Gottesacker“ hat das Umweltzentrum seit zwei Jahren von der Kirche gepachtet und pflegt die Parkanlage und Gräber, unter anderem mit Unterstützung von Asylbewerbern, die eine Art Ein-Euro-Job ausüben.

Erste Verteil-Aktion „holterdipolter“ organisiert

Also trommelten die Männer Helfer zusammen, stellten drei Tische innen ans große Eingangstor des Friedhofs, öffneten die Torflügel – und wurden förmlich überrannt. „Die Leute haben so stark von hinten gedrückt, dass fast die Tische umgefallen sind“, erzählt Wegener. „Wir mussten deshalb erst mal alle wegdrängen, das Tor zumachen und dann durch das geschlossene Tor weiter verteilen.“ Es habe ihn sehr bedrückt, durch die Zaunstäbe Essen an Menschen zu geben, die „wirklich hungrig und bedürftig aussahen“. „Eigentlich ist doch unser Ansatz: Wir geben Menschen, die grundsätzlich satt sind, einfach noch ein bisschen Obst dazu.“

ttr

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