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Nutzer für Hufewiesen in Dresden Trachau gesucht - bei Verhandlungen zeichnet sich Kompromiss ab

Nutzer für Hufewiesen in Dresden Trachau gesucht - bei Verhandlungen zeichnet sich Kompromiss ab

Eine Kopf-durch-die-Wand-Methode kann erfolgreich sein, muss aber nicht. Zumindest birgt sie die große Gefahr, dass am Ende unzufriedene Parteien zurückbleiben.

Dass es auch anders geht, zeigen derzeit die Argumente des Vereins "Hufewiesen Trachau". Mit seinen innovativen Ansätzen ist es ihm gelungen, wieder Bewegung in die festgefahrene Verhandlung zwischen dem Eigentümer der 13 Hektar großen Wald- und Wiesenfläche sowie dem Verein zu bringen. Der Weg aus der Sackgasse ist gefunden. "Wir stehen wieder in Verhandlungen", sagte Anja Osiander, Vorsitzende des Vereins.

Zusammen mit der Gruppe "Transform" um den Architektursoziologen Karsten Feucht und den Raumkünstler Rainer Düvell haben die Mitglieder des Vereins zur Rettung der Hufewiesen nun ein Konzept entwickelt, welches beiden Parteien helfen könnte. "Wir möchten die Hufewiesen entwickeln, bevor sie möglicherweise bebaut werden", erklärt Osiander. Ziel sei es, Zwischennutzer zu finden, die langfristige Entwicklungsmöglichkeiten aufzeigen. "Damit könnten wir einerseits die bäuerliche Flur erhalten. Andererseits hätte der Eigentümer finanzielle Vorteile und könnte langfristig Käufer gewinnen."

Angesprochen seien potenzielle Nutzer, die auch ohne Baurecht mit dem Gelände etwas anfangen könnten. Konkret liebäugelt der Verein mit Menschen, die sich vorstellen können, eine Gärtnerei zu eröffnen. Zudem suchen die Mitglieder finanzstarke Unternehmen, die sich als Paten engagieren möchten und aufgeschlossen gegenüber kreativen Projekten sind.

In provisorischen Bauten könnten Kreative aus allen Bereichen einen neuen Raum finden. Der Verein erhofft sich damit eine nachhaltige Entwicklung des Geländes. Über Synergieeffekte könnten potenzielle Käufer schon früh mit dem Eigentümer in Kontakt treten. Dieser erspart sich langwierige Ausschreibungs- und Verkaufsprozeduren.

Alle Details möchte Osiander jedoch noch nicht verraten, um die Verhandlungen mit dem Eigentümer und potenziellen Nutzern nicht zu gefährden. "Wir möchten die Idee in die Welt geben, sie greifbar machen und Menschen inspirieren."

Die Hufewiesen gehören dem Hamburger Immobilienunternehmen "Adler Real Estate", das auf dem Grundstück den Bau von Wohnungen plant. Ursprünglich wurde die Fläche im Jahr 1990 als Bauerwartungsland eingestuft, bis heute besteht jedoch kein Baurecht. Weil die Wiese in der Hochwasserschutzzone, der Einflugschneise des Flughafens und direkt an der Bahntrasse liegt, ist sie im Flächennutzungs- und im Landschaftsplan als Grünfläche ausgewiesen. Das soll nach Auffassung des Vereins auch so bleiben. Er möchte einen Naherholungs- und Erlebnisort mit Waldflächen, Streuobstwiesen, Bienenweiden und bäuerlichen Gärten entwickeln. "Wir haben hier eine Oase mitten in der Stadt", sagte Osiander. "Die Fläche ist die letzte große Grünfläche im dicht besiedelten Bereich des Ortsamtes Pieschen." Das Ensemble von Dorfkern und bäuerlicher Kulturlandschaft sei besonders erhaltenswert.

Die Gruppe "Transform" aus Berlin hilft bei der Vermittlung zwischen den Interessengruppen. Um den Ort bekannt und erfahrbar zu machen, entwickelt sie eine Wahrnehmungswerkstatt. Für das Konzept erhielt sie das Siegel "Deutschland. Land der Ideen" . Ziel ist es, das Potenzial der Hufewiesen zu zeigen. Dieses geht augenscheinlich über das einer bloßen Wohnhaussiedlung hinaus.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 22.10.2014

Katrin Tominski

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