Volltextsuche über das Angebot:

8 ° / 3 ° Sprühregen

Navigation:
Google+
Nobelpreisträger referiert in Dresden vor internationalen Doktoranden

Nobelpreisträger referiert in Dresden vor internationalen Doktoranden

Professor Harald zur Hausen hat den Zusammenhang zwischen Gebärmutterhalskrebs und Papillomviren nachgewiesen und dafür 2008 den Nobelpreis bekommen. Bis heute glaubt er, dass Viren auch bei der Entstehung anderer Krebsarten eine Rolle spielen.

Voriger Artikel
Großes Besucherinteresse bei der Langen Nacht der Industrie in Dresden
Nächster Artikel
Nach Hochwasser-Juni '13 folgt nun Niedrigwasser-Juni '14

Nobelpreisträger Harald zur Hausen rät zu Skepsis und Hartnäckigkeit.

Quelle: C. Fritzsche

Gestern referierte der Krebsforscher in Dresden vor über 40 internationalen Doktoranden. DNN-Redakteurin Katrin Tominski sprach mit ihm.

Sie haben bewiesen, dass Gebärmutterhalskrebs durch Viren ausgelöst wird. Wie sind Sie auf diese damals unpopuläre Idee gekommen?

Seit meiner Studienzeit habe ich ver- mutet, dass Viren etwas mit Krebs zu tun haben könnten. Es hat jedoch ziemlich lange gedauert, bis wir die entsprechenden Viren nachweisen konnten. Heute wissen wir, dass die sogenann- ten Papillomviren HPV 16 und HPV 18 zu 70 Prozent für die Entstehung von Gebärmutterhalskrebs verantwortlich sind.

Haben Sie es als Student für möglich gehalten, jemals Nobelpreisträger zu werden?

Nein, natürlich nicht. Die Frage hat mich einfach interessiert und mich mein ganzes Leben nicht verlassen. Bis heute interessiert mich, welche anderen Krebsformen mit Viren in Verbindung stehen könnten.

Welcher Krebs könnte das sein?

Gerade arbeiten wir an der Frage, inwieweit Dickdarmkrebs und auch Brustkrebs mit Viren zu tun haben könnten. Dies ist bis jetzt noch ein Verdacht. Wir arbeiten schon seit 2001 an unserer These. Viele Indizien deuten darauf hin. Ein Beweis ist uns allerdings noch nicht gelungen. Warum wir von dieser These nicht ablassen, erkläre ich den Doktoranden heute.

Was raten Sie jungen Wissenschaftlern?

Möglichst ein originelles Thema suchen, nicht immer das akzeptieren, was die Medizin als Dogma vorgibt und vor allem: hartnäckig sein. Ich selbst bin Westfale, denen man ja bekanntlich nachsagt, hartnäckig zu sein.

Experten bewerten Ihre Entdeckung auch als "ungeheuren Fortschritt für die Frauen".

Es ist nachgewiesen, dass Frauen eine Impfung gegen die hochinfektiösen HPV-Viren zu 80 Prozent schützt. Deswegen werden die Impfungen weltweit durchgeführt, in Deutschland allerdings ist die Impfrate sehr niedrig.

Die Impfung hat bei Ihrer Einführung auch zu Negativschlagzeilen geführt.

Wichtig ist, dass Mädchen zwischen neun und 14 Jahren - vor ihren ersten Sexualkontakten - geimpft werden. Haben sie sich erst mit den Viren angesteckt, ist die Impfung nutzlos. Zwischen 60 bis 80 Prozent aller sexuell aktiven Menschen infizieren sich im Laufe ihres Lebens mit den gefährlichen Viren. Auch Männer. Sie können gefährliche chronische Infektionen erleiden. Weil die meisten Männer zwischen 15 und 40 Jahren mehr Sexualpartner haben als Frauen, verbreiten sie zudem die gefährlichen Viren, ohne es zu wissen. Auch für sie ist die Impfung wichtig. Sachsen ist hier fortschrittlich, weil es die Impfung auch für Männer empfiehlt.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 25.06.2014

Katrin Tominski

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Lokales
Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
Wettersponsor

Das Wetter in und um Dresden präsentiert Ihnen die Toskana-Therme Bad Schandau.