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Neumarktquartier VI: Lob und Kritik für USD-Pläne von der GHND

Wunsch nach Architekturfolklore Neumarktquartier VI: Lob und Kritik für USD-Pläne von der GHND

Die Gesellschaft Historischer Neumarkt Dresden (GHND) begrüßt die Entscheidung der USD Immobilien GmbH, im Quartier VI am Neumarkt die Fassade des Chiapponischen Hauses wiederzuerrichten. Das teilte der GHND-Vorstand jetzt mit.

So soll das Chiapponische Haus jetzt aussehen.

Quelle: USD/PR

Dresden. Die Gesellschaft Historischer Neumarkt Dresden (GHND) begrüßt die Entscheidung der USD Immobilien GmbH, im Quartier VI am Neumarkt die Fassade des Chiapponischen Hauses wiederzuerrichten. Das teilte der GHND-Vorstand jetzt mit. Im April 2016 hatte sich in einem Wettbewerbsverfahren ein zeitgenössischer Entwurf durchgesetzt, der laut GHND in der Öffentlichkeit breite Ablehnung erfuhr.

Die Stadtverwaltung hatte den modernen Entwurf mit Hinweis auf die frühere Funktion des Chiapponischen Hauses verteidigt. Früher sei das Gebäude in eine Häuserzeile integriert gewesen, die bis zum Kulturpalast reichte, aber im Zweiten Weltkrieg zerstört wurde. Jetzt schließe das Chiapponische Haus das Quartier VI zur Altmarktseite ab.

Der von USD erarbeitete Entwurf beweise, dass eine Rekonstruktion der historischen Fassade in reduzierter Form möglich sei, so die GHND. Die Fassade solle statt mit neun Achsen nun achtachsig aufgebaut und um ein Stockwerk ergänzt werden. „Das Ergebnis spiegelt den Diskussionsprozess und die unterschiedlichen Auffassungen von Stadtplanungsamt, Investor und Bürgerschaft zur städtebaulichen Einbindung des Kulturpalastes wider“, so der GHND-Vorstand. Durch konstruktive Zusammenarbeit von Bauausschuss, Investor und GHND sei eine Lösung gefunden worden, die sehr wahrscheinlich auf Akzeptanz in der Bevölkerung stoßen werde.

Tilo Wirtz, baupolitischer Sprecher der Linken im Stadtrat, kann die Genugtuung der GHND nicht verstehen. „Man nehme ein eingebautes Haus, mache es zum Eckgebäude, schneide von der ursprünglich spiegelbildlich zur Mittelachse gegliederten Fassade eine Achse ab und zerstöre damit die strenge Symmetrie des Originales, füge ein Vollgeschoss hinzu und überziehe das Dach mit zwei Reihen unmaßstäblich großen Gauben – und die Gemeinde der Traditionalisten jubelt“, erklärte er gegenüber DNN.

Die Krönung sei jedoch, dass das Gebäude über Eck vom Retrobarock zur Postmoderne „grußlos überschnappt“. Dem Investor sei kein Vorwurf zu machen, findet Wirtz, die USD Immobilien GmbH übe sich einmal mehr in Pragmatismus und bediene den ausgeprägten Wunsch nach Architekturfolklore. „Mit Baukultur hat das nichts zu tun“, erklärte der Stadtrat.

Von Thomas Baumann-Hartwig

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