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Neumarkt-Quartier III: Investor plant über 200 Wohnungen und ein Hostel im Palais Hoym

Neumarkt-Quartier III: Investor plant über 200 Wohnungen und ein Hostel im Palais Hoym

„Wir investieren in Berlin oder Leipzig mehr in einzelne Projekte, ohne dass das eine so große Aufmerksamkeit erregt“, erklärte Christoph Gröner, Geschäftsführer der CG Gruppe.

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Quelle: Thomas BaumannHartwig

131 Millionen Euro will das Unternehmen am Neumarkt investieren und hat deshalb dem Freistaat Sachsen für 27 Millionen Euro das Quartier III/2 zwischen Rampischer Straße, Landhausstraße und Polizeipräsidium abgekauft.

Mit im Boot sitzt aber auch die Landeshauptstadt Dresden, der acht Prozent der 9614 Quadratmeter großen Fläche gehören. Macht 24,72 Millionen Euro für Sachsens Finanzminister Georg Unland (CDU) und 2,28 Millionen für Finanzbürgermeister Hartmut Vorjohann (CDU), der sich artig beim Freistaat für die professionelle Vermarktung der Fläche bedankte. Die hatte Sachsen seit 2011 angeboten und bei 30 Unternehmen Interesse geweckt. Ein Kaufangebot gaben nur sechs Bieter ab – das höchste kam von der CG Gruppe.

„Wenn wir im Dezember die Baugenehmigung haben, ist hier in zwei Jahren alles fertig“, kündigte Gröner an, dass er eher Taten statt Worte schätzt. „Wir sind ein Projektentwickler mit eigenen Bauhandwerkern und haben große Kompetenzen im Denkmalschutz.“ Der Leitbau Palais Hoym werde originalgetreu wiedererrichtet. „Da wird man keinen Unterschied zu früher bemerken.“

Der Leitbau sei auch das größte Problem des Grundstücks gewesen: Der Innenhof zu klein, die Deckenhöhen mit fünf bis sechs Metern völlig unwirtschaftlich – Büronutzung oder Wohnen wegen der Lichtverhältnisse ausgeschlossen. „Wir trauen uns auch an so etwas heran“, sagte Gröner: In dem Palais werde ein Hostel entstehen. Billiges Übernachten am Neumarkt, an Dresdens bester Adresse? „Wir wollen Platz für 250 Betten schaffen und glaube, das genau diese Nutzung am Neumarkt fehlt.“

Die Gäste von Hostels seien alles andere als arme Menschen. Sie seien jung, flexibel und kulturinteressiert, würden eben nur auf den Luxus eines Sterne-Hotels verzichten. Finanziell sei ein Hostel ein gutes Geschäft, schließlich würde der geringe Bettenpreis für ein Sechs- oder Vier-Bett-Zimmer entrichtet. Vorteil des Hostels: Der historische Konzertsaal im „Hoym“ wird originalgetreu entstehen, nur eben als Gemeinschaftsraum für die Gäste, so Gröner.

Neben dem Hostel sollen rund 225 Mietwohnungen mit 18 106 Quadratmetern Wohnfläche sowie Platz für Einzelhandel, Gastronomie und Büros auf 9553 Quadratmetern entstehen. 265 Tiefgaragenplätze sind laut Gröner geplant, der bereits mehrere Investoren in der Hinterhand hat. „Das sind institutionelle Anleger wie Rentenfonds“, erläuterte er, Renditen von drei bis vier Prozent würden erwartet. Das gebe der CG Gruppe erst die Möglichkeit, die Standards umzusetzen, die an einem so exponierten Ort wie dem Neumarkt erwartet würden: Beste Materialien und bestes Handwerk. „Wir müssen nicht an jeder Fassade sparen. Wir werden zum Beispiel auch die Gassen in unserem Quartier pflastern“, kündigte er an.

Die Wohnungen seien nicht nur für gut betuchte Mieter gedacht, sondern für Singles, Familien, Senioren. Die CG Gruppe lege Wert auch nachhaltiges Bauen, jeder Mieter könne seine Betriebskosten per Computer selbst steuern. Das Regenwasser werde nicht versickern, sondern in großen Behältern gesammelt. „Damit können wir die Pflanzen in den Höfen versorgen. Wir planen ein grünes Quartier“, so Gröner. Die Höfe würden zu 70 Prozent begehbar sein und nur in den Nachtstunden verschlossen.

Eine Bauvoranfrage habe er bereits eingereicht und sein Projekt im Bauordnungsamt sowie im Stadtplanungsamt vorgestellt. „Wir haben schon mehrere 100.000 Euro investiert.“ Die Wünsche der Gesellschaft Historischer Neumarkt (GHND) nach dem Erhalt von Garten und Gartenhaus im Palais Hoym könne er nachvollziehen. „Aber: So eine Investition muss sich auch rentieren. Wir wollen hier keine Bauruine hinterlassen“, gab er zu bedenken.

Torsten Kulke, Vorsitzender der GHND, sagte: „An einem Tag wie heute will ich das Positive in den Mittelpunkt stellen: Das Konzept eines Hostels überzeugt mich. Das bringt junge Menschen auf den Neumarkt.“ Andere Forderungen wie auch der Wiederaufbau des Hauses Riesch müssten in den kommenden Monaten mit dem Investor besprochen werden, so Kulke. „Die Architekten haben ja schon binnen einer Woche ihre Pläne überarbeitet und statt der begrünten Flachdächer Satteldächer entworfen“, glaubt der GHND-Vorsitzende an einvernehmliche Gespräche mit der CG Gruppe.

„Der Neumarkt wird allmählich fertig und wir werden den Zeiten noch nachtrauern, in denen wir uns so schön gestritten haben“, meinte Vorjohann.

Thomas Baumann-Hartwig

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