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Neues Vergabekonzept soll zweiten „Fall Dresdner Eishalle“ verhindern

Neues Vergabekonzept soll zweiten „Fall Dresdner Eishalle“ verhindern

Die Dresdner Eishalle erhitzt weiter die Gemüter. Während auf dem Dach des Gebäudes inzwischen die Handwerker dabei sind, das undichte Dach zu erneuern, steht noch immer nicht fest, was genau die Ursache für die Havarie vom Februar ist.

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Die Dresdner Eissporthalle ist aktuell eine große Baustelle. Das Dach muss erneuert werden.

Quelle: Stephan Lohse

Für den Dresdner DGB-Geschäftsführer Ralf Hron steht allerdings fest: Die Vergabepraxis in Sachsen trägt eine Mitschuld.

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Die Reparatur des Dachs der Dresdner Eishalle begann am Mittwoch mit dem Aufbau eines großen Krans.

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„Preiswert muss man ein bisschen umfangreicher betrachten“, so Hron. Das Diktat des „wirtschaftlich günstigsten Angebotes“ werde von den Kommunen leider immer wieder mit dem billigsten Angebot gleichgesetzt. Dies sei eine falsche Interpretation von Wirtschaftlichkeit, sagt Hron, die immer wieder dazu führe, dass beim Bau geschlampt werde und öffentliche Gebäude sich als Fass ohne Boden herausstellen. „Durch die derzeitige Vergabe von Aufträgen an den billigsten Anbieter entstehen zu viele Fehler und Mängel“, sagt auch Jörg Dittrich, Präsident der Handwerkskammer (HWK) Dresden.

Ein Entwurf von SPD und Linken für ein neues Vergabegesetz, der auch vom DGB unterstützt wird, sieht deswegen vor, neue Kriterien einzuführen. Für Hron stehen dabei Transparenz und Nachprüfbarkeit im Vordergrund. In den Kommunen gebe es immer wieder eine „organisierte Unverantwortlichkeit“ bei Bauprojekten und anschließenden Problemen. Zudem sei es für Firmen aktuell sehr einfach, Kosten zu verschleiern. "Mit Blick darauf, wie heute die Vergabe Anwendung findet, ist es unbestreitbar, dass wir unbedingt ein anderes Vergabesystem brauchen“, meint Jörg Dittrich. „Dieses muss einen verlässlichen und klar definierten Katalog an Vergabekriterien enthalten, der keine Zweifel bzw. Unsicherheiten offen lässt.“

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Oliver May, Leiter Kundenbetreuung der Firma "Claus Dittrich", am Stromversorgungskabel der Mannschaft auf dem Arenadach.

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Und auch die Geschäftsstelle des Clubs steht im Wasser.

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Freizeit-Läufer müssen während der Sperrung der Arena größtenteils draußen ihre Runden drehen.

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André Hahn, Fraktionschef der Linken im Landtag schlägt deswegen unter anderem das sogenannte „Schweizer Modell“ vor, bei dem bei Ausschreibungen das billigste und das teuerste Projekt grundsätzlich nicht zum Zuge kommen können. Zudem sollen Firmen künftig ihre Angebote weiter aufschlüsseln, Lohnkosten transparent darstellen und unter anderem auch per Gewährleistungspflicht für ihre Subunternehmen bürgen.

Nach Hahns Vorstellungen sollen Aufträge künftig nur noch an Firmen gehen, die leistungsfähig genug sind. Die Eishalle, bei der der damals ausführende Dachdeckerbetrieb inzwischen insolvent ist, sei ein mahnendes Beispiel. Mindestlöhne seien dabei genauso ein Kriterium wie die Frage, ob ein Betrieb ausbilde. Zudem müsse künftig der komplette Lebenszyklus eines Gebäudes berücksichtigt werden, vom Bau bis hin zum Abriss. Dies könnte letztlich auch einmal dazu führen, dass eben nicht das billigste, sondern das zweitteuerste Angebot den Zuschlag bekomme.

An der Eishalle selber laufen aktuell Arbeiten an der Dachbrüstung. Ab Anfang Juli soll dann der alte Dachbelag entfernt werden, bestätigte Sven Mania, der Leiter des Sportstätten- und Bäderbetriebes. Infos über das ganze Ausmaß des Schadens seien vorher nicht möglich. Nicht beschädigt sind die Seitenwände zu DSC-Trainingshalle. Dass hier die Wandpanele entfernt wurden, liege daran, dass hier in den kommenden Wochen ein Gerüst samt Aufzug verankert werden. Auch an der Front zur Magdeburger Straße werden demnächst einige Wandabdeckungen fallen, da auch diese Front eingerüstet wird.

Stephan Lohse

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