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Neues Problem in Dresden: Grundwasser steigt bedrohlich an

Neues Problem in Dresden: Grundwasser steigt bedrohlich an

Der Grundwasserspiegel steigt rapide an. Betroffen sind besonders Mickten, Nieder- und Obergohlis, Stetzsch und die Hamburger Straße in der Friedrichstadt.

Viele Firmen und Anwohner haben gestern ihre Keller und Tiefgaragen geräumt, sich mit Pumpen und Notstromaggregaten ausgerüstet.

"Wir sind auf Strom und Internet angewiesen", sagt Stefan Adler, Chef der IT-Firma ITC AG an der Ostra-Allee 9. Das Sichern des Hauseingangs mit Sandsäcken und die Beschaffung eines Notstromaggregats hatten hier gestern Priorität. Die PSG, Sanierungsträger Gesellschaft Dresden-Pieschen, hatte vorsorglich die Heizungen in den Kellern der Wohnhäuser an der Leipziger Straße ausgebaut. Die Malteser mussten Hilfe in eigener Sache leisten und räumten ihre Keller und Lager in der Dienststelle an der "Leipziger" aus. Die Wohnungsgenossenschaft Johannstadt ließ die Keller räumen und in den Häusern am Terrassenufer teils die Heizungsstationen ausbauen. "Wir haben die Rückstauverschlüsse in den Abwasserleitungen kontrolliert, Notstromaggregate bereitgestellt und Pumpen verteilt", sagt WGJ-Vorstand Alrik Mutze. Aus Erfahrung wird es ab 8,20 Meter Elbpegel für die Häuser an der Dürerstraße und Rietschelstraße kritisch.

Die Stadt rät, bei eindringendem Wasser die Keller volllaufen zu lassen, um ein Aufschwemmen der Gebäude zu verhindern. Das gilt besonders für Häuser, deren Keller wasserdicht in so genannten weißen Wannen gebaut wurden. Wenn das Grundwasser steigt und das Gegengewicht fehlt, schwimmt das Haus auf wie ein kleines Boot, erklärt Thomas Mende, Sprecher der Feuerwehr. Bei einem kleinen Keller genügt es laut Mende den Wasserhahn zu öffnen, das muss aber zuvor mit den Baustatiker besprochen werden.

Das Technische Hilfswerk (THW) flutete gestern Keller und Erdgeschoss zweier Häuser in Pillnitz, damit das Elbewasser die Außenwände nicht eindrückt. Aber auch wenn das Wasser "nur" von unten drückt, ist Vorsicht geboten. "Jetzt einen Keller auszupumpen, ist das Falscheste, was man machen kann", mahnt Ralf Mancke vom THW. Das nachlaufende Grundwasser spüle den Untergrund unterm Fundament des Hauses aus. Mit fatalen Folgen für die Statik des Gebäudes.

Das Kanalnetz der Stadt ist durch den Grundwasseranstieg nicht überlastet. "Alles arbeitet stabil. Die Entwässerung der Stadt wird gewährleistet", sagt Torsten Fiedler von der Stadtentwässerung. Hier habe man seine Lehren aus dem Hochwasser von 2002 gezogen. So ist zum ersten Mal das 2010 errichtete Hochwasserpumpwerk Johannstadt in Betrieb. Zusammen mit dem Pumpwerk in der Kläranlage Kaditz leitet es Regenwasser in die Elbe. Die Abflüsse der zwei Entlastungskanäle entlang der Elbe sind geschlossen worden, damit der Fluss nicht in die Kanalisation drückt. Aus demselben Grund wurden in gefährdeten Abschnitten wie am Terrassenufer Schachtdeckel und Straßeneinläufe verschlossen. Hauseigentümer sollten unnötige Verbindungen zur Kanalisation, die unterhalb der Straßenkante liegen - zum Beispiel Waschküchenanschlüsse - verschließen, rät Fiedler.

Bei den Baumärkten gab es einen Ansturm auf Wasserpumpen und Schläuche. "Das ist Wahnsinn", sagt Timo Feldmann vom Hornbach in Kaditz, "wir haben weder Tauch- noch Schmutzwasserpumpen, sogar die Gummistiefel sind ausverkauft."

@www.dresden.de/Grundwasser

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 05.06.2013

Madeleine Arndt

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