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Neues Gutachten lobt die Dresden Marketing GmbH und tadelt die Branche

Neues Gutachten lobt die Dresden Marketing GmbH und tadelt die Branche

Die Werbung für Dresden wirkt, die Touristenzahlen steigen unvermindert. Jetzt hat auch ein Gutachten, das am Donnerstag im Wirtschaftsausschuss vorgestellt wurde, ganz offiziell die Arbeit der Dresden Marketing GmbH (DMG) unter Bettina Bunge mit Lob überhäuft, aber mit ihrem Umfeld abgerechnet.

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Gute Noten für Bettina Bunge

Von Ralf Redemund

Zum Umfeld gehören neben der Tourismusbranche und der Dresden Tourismus GmbH (DTG) auch die Verwaltung und die Stadtfirmen. Sie alle erhalten keine gute Noten, weil sie die DMG und das Bemühen um einen gemeinsamen Marketing-Auftritt nicht genügend unterstützen.

"Evaluierung der Dresden Marketing GmbH" heißt das 101-seitige Werk plus Anhang, erstellt durch die Arbeitsgemeinschaft GBM und Warth & Klein Grant Thornton. Ersteres ist die Gesellschaft für Unternehmensberatung und betrieblich angewandte Mathematik (Leipzig), letzteres eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft (Dresden). Im Auftrag von Wirtschaftsbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) haben die Gutachter die Arbeit der DMG nach den ersten drei Jahren ihres Bestehens kritisch unter die Lupe genommen.

Spannender als das, was Bunge alles richtig gemacht hat, ist indes das, was Bunges Umfeld falsch oder gar nicht getan hat. So watschen die Prüfer den Tourismusverband Dresden (TVD) ab, insbesondere auch dessen Ressort MICE (Meetings, Incentives, Congresses, Events), in dem über 20 Mitglieder aus der Kongressbranche angesiedelt sind. Es gebe nur eine begrenzte Bereitschaft der Branche zur Mitfinanzierung der Marketingaktivitäten. Die Entscheidungswege und Abstimmungsprozesse in der Branche seien zu lang und erschweren die Durchführung von DMG-Aktvitäten - ein klarer Fingerzeig für den neuen TVD-Chef Michael Hupe, hier tätig zu werden, und eine harsche Abrechnung mit dessen Vorgänger Jeffrey Poetzsch.

Eine Klatsche erhält auch DTG-Chef Ralph Sander. Die DTG, die für die Versorgung der Touristen mit Informationen, Veranstaltungen und Betten verantwortlich zeichnet, stehe ebenso wie der TVD in der "Pflicht für eine einheitliche Gestaltung" des Marketings. Beide hätten sich aus Marketingsicht der DMG unterzuordnen, was bislang kaum oder gar nicht geschehe.

Im Fokus steht aber auch Oberbürgermeisterin Helma Orosz (CDU), aber ohne dass die OB namentlich erwähnt wird. Die Prüfer beklagen, dass es innerhalb der Verwaltung und den Tochterfirmen der Stadt keinen einheitlichen Werbe-Auftritt gibt. Das OB-Büro habe es versäumt, die "Kompetenz für die Marke Dresden in eine Hand zu geben". Die Prüfer stellen fest, dass die Tochterfirmen nach außen hin unterschiedlich auftreten. Die DMG verfüge nur über unzureichend Befugnisse und Instrumente, um noch besser für Dresden werben zu können. Als gutes Gegenbeispiel wird Hamburg genannt. Dort treten alle Geschäftsbereiche und alle Tochterfirmen einheitlich unter dem "Kommunikationsmuster der Marke Hamburg" auf. "Eine Koordination und Unterstützung auf höchster Ebene ist erforderlich", sagen die Gutachter in Richtung OB.

Selbst Wirtschaftsbürgermeister Hilbert, der das Gutachten ja in Auftrag gegeben hat, kriegt indirekt sein Fett weg. Die Gutachter kritisieren, dass die DTG von der Evaluierung ausgeklammert wurde. Es sei wohl "nicht mehr opportun" gewesen, DTG und DMG gemeinsam unter einem Dach zu denken, weisen die Prüfer listig darauf hin, dass dieses Modell doch offenbar erfolgreich in vielen anderen vergleichbaren Großstädten praktiziert werde.

Konstatiert werden allerdings auch bei Bunge Defizite im Werben für Kongresse und Veranstaltungen. So fehle ein Eventscout mit professioneller Suche nach Dresden-spezifischen Veranstaltungen, auch mangele es an einer zentralen Koordinierungsstelle für Veranstaltungen bei der Stadt. Dieser angedachte Posten ist seit dem Abgang von Riesas Ex-OB Wolfram Köhler verwaist. Besser abstimmen mit allen Partnern, besser bündeln, alle stärker einbinden und mehr Geld in die DMG stecken - dann könne Dresden national, international und nachhaltig zulegen, ziehen die Prüfer ein Fazit.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 29.06.2012

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