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Neues Dresdner Energiekonzept kostet Bürger 1,9 Milliarden Euro

Neues Dresdner Energiekonzept kostet Bürger 1,9 Milliarden Euro

Um ihre verpatzten Klimaschutz-Ziele doch noch zu erreichen, hat die Stadtverwaltung ein neues „Energiekonzept 2030“ vorgelegt, das den Dresdner Privathaushalten in den nächsten Jahren bis zu 1,9 Milliarden Euro Mehrkosten aufbürdet.

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Die Stadt hat ein neues Energiekonzept vorgelegt. Die Bürger könnte das aber teuer zu stehen kommen.

Quelle: dpa

Wirtschaftsbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) und Umweltamtsleiter Christian Korndörfer wollen damit die Kohlenstoffdioxid-Emission in der Stadt deutlich senken.

Derzeit entstehen in Dresden durch Verkehr, Wärme- und Stromproduktion und andere Prozesse rund 9,8 Tonnen Kohlendioxid (CO2) pro Kopf und Jahr. Dieses Treibhausgas kann zu einer Erwärmung der Erdatmosphäre führen. Die Stadt hat somit ihr Klimaschutzziel, den CO2-Ausstoß von 15,4 Tonnen (1988) auf 7,5 Tonnen im Jahr 2010 zu halbieren, deutlich verfehlt. Diese Vorgabe hatte der Stadtrat 1994 beschlossen, als der Zusammenbruch der DDR-Industrie quasi im Selbstlauf für starke CO2-Reduktionen gesorgt hatte.

Ein 400-seitiges „Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept Dresden 2030“ soll nun einen neuen Anlauf initiieren. Zunächst haben die Autoren die Treibhausgas-Emission durch Güter- und Flug-Fernverkehr abgezogen, der durch eine Kommune nicht beeinflussbar ist – bleiben aktuell 6,3 Tonnen. Die sollen durch ein 3,45 Milliarden Euro teures Investitionspaket bis 2030 auf 4,2 Tonnen CO2 je Kopf und Jahr gedrückt werden.

Die Hauptlast tragen die Bürger – entweder direkt durch eigene Investitionen in Wärmedämmungen, Solaranlagen, Erdwärmebohrungen, Wärmepumpen und Hausmodernisierungen oder indirekt als Umlage auf ihre Miete.

650 bis 750 Millionen Euro müsste laut Konzept der CO2-Haupterzeuger, die Wirtschaft, investieren. Die Stadtverwaltung selbst will sich mit 350 bis 450 Millionen Euro beteiligen. Die Ämter möchten da praktischerweise auch ohnehin geplante Schul- und Kita-Sanierungen abrechnen, soweit sie zu Energieersparnissen führen.

Noch am greifbarsten ist der Drewag-Part: Die Stadtwerke sollen 250 bis 350 Millionen Euro in den Ausbau ihres Fernwärmenetzes investieren, zum Beispiel in Blasewitz, im neuen Wissenschaftspark Ost, in Pieschen und Plauen. Vorgesehen sind auch zwei neue Wärme-Trassen durch die Elbe und ein Ringschluss des Rohrnetzes.

Außerdem soll die Drewag ihre Turbinen, Verbraucheranschlüsse und Leitungssysteme so aufrüsten, dass das gesamte Fernwärmenetz als riesiger Energiespeicher arbeitet. Die Idee: Wenn Wind- und Solarparks in Deutschland tagsüber viel billigen Strom in die Netze einspeisen, kauft die Drewag den Strom an, wandelt ihn in Wärme und puffert diese Energie dann im Fernwärmenetz. Ein ähnliches Konzept verfolgt zwar auch das vom Aus bedrohte Pumpspeicherwerk Niederwartha. Das aber will die Stadt nun doch nicht kaufen: Zu alt, zu schwerfällig, meint Korndörfer.

Heiko Weckbrodt

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