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Neuer Dresdner Kinder-Museumsführer widmet sich der Galerie Neue Meister

Neuer Dresdner Kinder-Museumsführer widmet sich der Galerie Neue Meister

"Ich glaube, ich brauche eine Brille", sagt Uriel, sieht er doch Gerhard Richters Gemälde "Porträt Dr. Knobloch" "ganz verschwommen". Aber der kleine abenteuerlustige Engel, der sonst zusammen mit Angelus auf Raffaels Gemälde "Die Sixtinische Madonna" herum lümmelt, kann hinsichtlich seiner Sehkraft ganz unbesorgt sein.

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Angelus und Uriel, Charlotte und Lotti in einer Illustration von Michael Kaden.

Das Gemälde wurde von Richter bewusst unscharf gehalten, wie er erfährt.

Wenn Engel sprechen, dann könnte es natürlich sein, dass man etwas über den Durst getrunken hat oder von sonst irgendwie bewusstseinserweiternden bzw. vielmehr die Sinne vernebelnden Substanzen genascht hat - aber in diesem Fall ist es einfach wieder soweit: In der Reihe "Museumsführer für Kinder" der Museumspädagogik der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden ist mit "Zwei Engel entdecken die Galerie Neue Meister" der sechste Band erschienen und nun im Buchhandel und den SKD-Museumsshops erhältlich.

Die beiden kecken Engel Angelus und Uriel ermitteln dieses Mal in der Galerie Neue Meister als Kunstdetektive. Dort sind sie auf Bildersuche und erfahren jede Menge interessante Geschichten zu den Kunstwerken. Unterstützt werden sie dabei von Charlotte Dorothea von Kap-herr und ihrer Enkelin Lotti aus dem Bildnis "Großmutter mit Enkelin", das Julius Scholz 1863 im Auftrag der Familie schuf und das sich in der Galerie Neue Meister befindet. Mal geht es um Caspar David Friedrich, der häufig Landschaften malte, die wie das Gehege gewissermaßen vor der Haustür von Dresden lagen, mal um Künstler, die es in die große weite Welt zog. Bei dem Impressionisten Max Slevogt war es nicht so, dass er vergessen hätte, die grüne Farbe für Bäume und Wiesen mitzunehmen, wie Uriel zunächst vermutet. In der Wüste Ägyptens ist nun mal nicht viel mit Grün, dafür aber mit allen sonnigen Farbtönen von Gelb bis Braun, wie Charlotte Dorothea von Kap-herr die beiden ausgebüxten geflügelten Bengel wissen lässt.

Die Texte in dem 44 Seiten umfassenden Kinder-Museumsführer stammen von Claudia Blei-Hoch und Bianka Stübing, die Illustrationen, in denen fotorealistische und zeichnerische Gestaltungsweisen recht ansprechend miteinander verknüpft wurden, von Michael Kaden.

Dem Buch liegt extra auch lose ein Kreativteil zum Rätseln, Malen und kreativen Gestalten bei, der neben Suchspiel, Puzzle und Labyrinth zahlreiche Anregungen bietet. So werden Kinder aufgefordert, analog zu Karl Schmidt-Rottluffs "Frauenbild mit Maske" aus einfachen Formen - Kreisen, Dreiecken, Vierecken und Fünfecken - ein Gesicht zusammenzusetzen. Oder vom Illustrator gezeichnete Dinge wie Heizung, Socke, Flasche, Bananenschale oder auch Ratte zu einem eigenen Kunstwerk zu formen - wie das auch Eberhard Havekost bei seiner Darstellung einer Wiese voller Müll machte. Dieses Gemälde ist so gar nicht nach dem Geschmack Uriels, der das Werk "eklig" und eine "Lumperei" nennt, von Lotti mit ihrem frühreifen Kunstverstand aber belehrt wird, dass er sich anhöre wie Großmutter Charlotte. Lotti findet das Gemälde "wunderbar", es erinnert sie an die holländischen Stillleben aus der Galerie Alte Meister, in der Uriel und Angelus sonst rumhängen.

Das Buch basiert auf den langjährigen Erfahrungen der Museumspädagogen in der Galerie Neue Meister: "Das Interesse für Kunst kann man nicht früh genug wecken. Die modernen Kunstwerke erzählen viele spannende Geschichten, die auch schon Kindergartenkinder fesseln", sagt Claudia Schmidt, Leiterin der Museumspädagogik.

Die Kulturstiftung Dresden der Dresdner Bank fördert die aktuelle Ausgabe "Zwei Engel entdecken die Galerie Neue Meister" ebenso wie zuvor die Bände I bis V. Ziel der von der Commerzbank mitgetragenen Stiftung ist, dass sich Kinder und Jugendliche mit Kunst und Kultur auseinandersetzen und ein ästhetisches Urteilsvermögen entwickeln. Christian Ruf

Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Museumspädagogik (Hrsg.): Zwei Engel entdecken die Galerie Neue Meister. Sandstein Verlag, Dresden, 44 Seiten zzgl. Kreativteil, 9,95 Euro, ISBN 978-3-95498-013-0

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 19.12.2012

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