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Neue Versuchshalle: Dresdner TU-Ingenieure machen künftig Hochwasser

Neue Versuchshalle: Dresdner TU-Ingenieure machen künftig Hochwasser

Damit sich Flussanrainer in Dresden und anderswo künftig besser gegen Hochwasser wappnen können, entsteht derzeit am "Institut für Wasserbau und Technische Hydromechanik" auf dem TU-Campus eine 7,8 Millionen Euro teure Versuchshalle.

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TU-Prorektor Karl Lenz, Matthias Hüchelheim vom Forschungsministerium und Finanzminister Georg Unland (von links) versenkten gestern die Zeit- kapsel - in der sich auch eine DNN-Ausgabe befindet - im Grundstein der Versuchshalle. Rechts ist Ulf Nickol vom SIB zu sehen.

Quelle: D. Flechtner

Mit Hilfe großer unterirdischer Tanks und einer 40 Meter langen Flutrinne wollen die Wasserbauingenieure dort ab Anfang 2015 Hochwasserereignisse unter realitätsnahen Bedingungen simulieren.

Die Forscher möchten die Rinne und die angeschlossen Versuchsstände nutzen, um ganze Flussabschnitte im Maßstab 1 zu 50 mittels abgeschütteter Kies- und Sandbetten, Biegungen und ty- pischer Wasserhindernisse nachzubauen. Darin simulieren sie dann kontrolliert Flutereignisse, erklärte Institutsdirektor Prof. Jürgen Stamm. Die Ergebnisse dieser Experimente werden mit mathematischen Strömungsmodellen verglichen und sollen letztlich helfen, den Hochwasserschutz an Elbe, Weißeritz und anderen Gewässern zu verbessern. Aber auch Rücklaufbecken für überfüllte Talsperren und geplante Fischtreppen wollen die Wasserbauer simulieren.

Ein Teil der Halle, die Ende 2014 fertig sein und fast 1500 Quadratmeter Nutzfläche bieten soll, entsteht unterirdisch: Drei Kammern mit 300 Kubikmetern Gesamtvolumen sammeln das Wasser für die Experimente. Die künstliche Flut wird mit Hochleistungspumpen erzeugt, die bis zu 1000 Liter pro Sekunde schaffen. Den nötigen "Saft" liefern zwei eigene Stromkabel von der Niederspannungszentrale am Barkhausenbau.

Überschattet wurden die bisherigen Arbeiten indes von einem Unglück: In der vergangenen Woche fiel ein Bauarbeiter mit dem Kopf gegen eine Betonkante und verletzte sich. Glücklicherweise waren seine Verletzungen aber wohl weniger schwer als zunächst gedacht: Die Ärzte sind optimistisch, dass der Mann wieder ganz genesen könne.

Der Hallenbau ersetzt Deutschlands ältestes Flussbaulabor, das 1898 in Dresden entstand und zuletzt im Bayerbau untergebracht war. Inzwischen gilt es als überaltert und zu klein für moderne Flutsimulationen. Das Neubauprojekt ist Teil der Exzellenzinitiative der Uni, in deren Zuge die bauingenieurtechnischen Institute an der Georg-Schumann-Straße konzentriert werden. Dadurch entsteht dort ein Ingenieur-Campus, auf dem sowohl mit neuen Baumaterialien wie auch mit Glastechniken, innovativen Fassaden, Verkehrslösungen und eben auch Wasserbauwerken experimentiert werden kann, erläuterte Ulf Nickol vom Staatsbetrieb "Sächsisches Immobilien- und Baumanagement" (SIB).

So dockt die neue Versuchshalle an eine erst vor zwei Jahren errichtete Baustoff-Experimentierhalle an. Ist der Wasserbauteil fertig, setzen die Bauarbeiter gen Osten ein weiteres Laborgebäude für die Straßenbauingenieure an. Verkleidet werden die Neubauten mit einer an der TU entwickelten Innovation: mit Textilbetonfassaden, die durch Fasern statt durch den klassischen Baustahl bewehrt sind und dadurch nur wenige Zentimeter dick sind.

"Mit solchen Investitionen schaffen wir die Grundlagen, um die herausragende Wissenschaftslandschaft im Freistaat weiter auszubauen", betonte Sachsens Finanzminister Georg Unland (parteilos). Er versprach der Uni bei der Grundsteinlegung für die Wasserbau-Versuchshalle, der Freistaat werde auch in den kommenden Jahren ähnlich intensiv wie bisher in die TU-Modernisierung investieren. "Wenn ich manchmal inkognito hier über den Campus gehe, sehe ich ja, wieviel noch zu machen ist", sagte er. Allein für die bauliche Infrastruktur seien sicher noch "einige Hundert Million Euro" Investitionen nötig.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 10.10.2013

Heiko Weckbrodt

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