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Neue Untersuchungen: 27 junge Dresdner waren in Haasenburg-Skandalheimen

Neue Untersuchungen: 27 junge Dresdner waren in Haasenburg-Skandalheimen

Jugendamt und Jugendpolitiker wollen jetzt näher untersuchen, ob junge Dresdner in den umstrittenen geschlossenen "Haasenburg"-Kinderheimen in Brandenburg misshandelt worden sind.

So hat die Behörde nun angekündigt, alle 27 Dresdner anzuschreiben und zu befragen, die zwischen 2001 und 2013 in die Haasenburg-Heime eingewiesen worden waren. Grünen-Politiker Jens Hoffsommer und weitere Mitglieder des Jugendhilfeausschusses haben parallel dazu Akteneinsicht gefordert. Dies hat das Jugendamt nun auch zugesagt, wobei die Akten aus Datenschutzgründen teilweise geschwärzt vorgelegt werden.

Die Haasenburg GmbH hatte ab 2001 drei Heime in Brandenburg betrieben, in denen als schwer erziehbar geltende oder kriminelle Kinder und Jugendliche eingesperrt wurden. Das letzte Dresdner Kind war dort bis März 2013 untergebracht. Nach und nach sickerten die unhaltbaren Zustände in den Häusern durch: Demnach wurden Jugendliche von Betreuern gefesselt und gedrillt, es kam zu Fluchtversuchen und mindestens einem Selbstmord. Das Land Brandenburg setzte im Sommer 2013 eine Untersuchungskommission ein, deren vernichtendes Urteil dann zur Schließung der Heime führte.

Mitglieder des Jugendhilfeausschusses haben nun Aufklärung gefordert, inwieweit junge Dresdner in den Haasenburgen in ihren Grundrechten verletzt wurden. Dem Jugendamt liegen indes laut eigenen Angaben bisher keine "Informationen darüber vor, dass Kinder und Jugendliche aus Dresden in diesen Einrichtungen von Missbrauch oder Gewalt betroffen waren". Bereits 2010 hatte der Ausschuss allerdings angeordnet, dass keine Dresdner Kinder und Jugendlichen mehr in geschlossenen Heimen untergebracht werden sollen. Diese rigorose Entscheidung stieß zwar in Justizkreisen auf Bedenken, da Jugendrichtern damit in manchen Fällen die Chance genommen wird, zu Gunsten einer Heimunterbringung auf eine Gefängnisstrafe für junge Delinquenten zu verzichten.

Aus pädagogischer Sicht gebe es zu den geschlossenen Heimen aber bessere Alternativen, betonte Hoffsommer. "Wir denken da an engmaschige Betreuungen solcher Jugendlicher", sagte er. "Die Haasenburg hat zwar behauptet, auch so ein Konzept zu verfolgen, hat aber in der Praxis die Tür abgeschlossen und die jungen Menschen im schlimmsten Fall festgebunden." Allerdings gilt gerade in Sachsen der Aufbau alternativer intensivbetreuter Wohngruppen als schwierig, weil das Landesschulgesetz keinen Extra-Unterricht in solchen Einrichtungen zulässt.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 06.02.2014

Heiko Weckbrodt

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