Volltextsuche über das Angebot:

2 ° / -3 ° Nebel

Navigation:
Google+
Neue Therapie am Uniklinikum hilft Kopfschmerzkindern

Dank „Dresdner helfen Dresdnern“ Neue Therapie am Uniklinikum hilft Kopfschmerzkindern

Es begann vor genau einem Jahr. Immer montags litt Lukas Schmidt* unter schlimmen Migräne-Anfällen, konnte nicht aufstehen, nicht mal mehr sprechen. Für den 18-Jährigen und seine Familie ein Alptraum. Heute geht es ihm gut. Dank einer neuen Therapie am Uniklinikum und der DNN-Benefizaktion „Dresdner helfen Dresdnern“.

Lukas ist kein Einzelfall: Rund 70 Prozent aller Schüler leiden regelmäßig unter Kopfschmerzen.

Quelle: dpa

Dresden. Es begann vor genau einem Jahr. Immer montags litt Lukas Schmidt* unter schlimmen Migräne-Anfällen, konnte nicht aufstehen, nicht mal mehr sprechen. Für den 18-Jährigen und seine Familie ein Alptraum. Heute geht es ihm gut. Dank einer neuen Therapie am Uniklinikum und der DNN-Benefizaktion „Dresdner helfen Dresdnern“.

„Wir konnten uns das nicht erklären und haben zunächst im Internet geschaut, woran es liegen könnte“, erinnert sich seine Mutter Eva Schmidt*. Sie veränderten Schlafzeiten und Ernährung, schränkten die Computerzeiten ein. Ohne Erfolg. „Es hat den Alltag enorm beeinträchtigt. Wir haben uns Sorgen über die Zukunft gemacht. Er möchte doch studieren, aber die Fehlzeiten häuften sich. Es gab mächtig Ärger in der Schule, dort herrschte viel Unverständnis.“

Wie Lukas geht es vielen Kindern und Jugendlichen. 70 Prozent aller Schüler haben regelmäßig Kopfschmerzen. Das hat das Dresdner Uniklinikum ermittelt und im Frühsommer 2015 auch eine Kopfschmerzambulanz für jüngere Patienten eingerichtet. Die Gründe für Kopfschmerzen sind weitreichend, wie Leiterin Dr. med. Gudrun Goßrau erklärt: „Der genetische Anteil ist hoch. Ursachen sind aber auch Bewegungsmangel, falsche Ernährung, ein erhöhtes Stressniveau oder Überforderung in der Schule oder Zuhause. Wir haben in der Ambulanz schnell gemerkt, dass eine weiterführende Behandlung nötig ist.“

Seit Beginn des Jahres gibt es deshalb ein spezielles Therapieprogramm für Kopfschmerzkinder, das mit Geldern, die DNN-Leser im vergangenen Jahr für den Kinderhilfe e.V. gespendet haben, gestartet werden konnte. Die Rettung auch für Lukas. „Im April hat er mit der Therapie begonnen. Im Sommer blieben die Anfälle am Montag zum ersten Mal aus. Heute ist er ein ganz anderer Mensch, völlig entspannt, lacht wieder. Wir sind glücklich“, fasst es Eva Schmidt zusammen.

Ein glücklicher Ausgang, der aber auch viel Arbeit erforderte. Zwei bis drei Monate dauert das Programm, insgesamt acht Module durchlaufen die Kinder und Jugendlichen, um ihre Kopfschmerzen unter Kontrolle zu bekommen. Dazu gehören Stressbewältigung, Entspannungsmethoden, körperliche Fitness, eine Kletter-, Kunst- und Ergotherapie sowie sensorisches Training. In die Therapie werden auch die Eltern einbezogen. „Das ist ganz wichtig, denn es herrschen Ängste, Unklarheiten und Ratlosigkeit“, sagt Dr. Goßrau.

Es sei eine Hilfe zur Selbsthilfe, so die Medizinerin. Die Betroffenen sollen lernen, ihren Kopfschmerz beeinflussen, sich selbst besser wahrnehmen zu können. Bislang haben 18 Kinder und Jugendliche daran teilgenommen, aktuell hat ein weiteres Modul mit zusätzlich sieben Patienten begonnen. Und die Resultate sind vielversprechend. „Zwei Drittel bis drei Viertel der Kinder profitieren von der Behandlung, der Kopfschmerz wird reduziert oder verschwindet ganz“, erklärt Dr. Goßrau. So auch bei Lukas. „Wir wollten es unbedingt schaffen. Diese Zuversicht macht ja schon viel aus“, findet Eva Schmidt.

*Namen von der Redaktion geändert

Von Christin Grödel

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Lokales
Anzeige
  • 13. Februar

    Ob Gedenken, Täterspuren oder Menschenkette: Alle Infos finden sie in unserem Special zum 13. Februar in Dresden mehr

  • Semperopernball
    Semperopernball

    Alle Infos, alle Highlights, die schönsten Bilder - der Semperopernball in Dresden. mehr

Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
Wettersponsor

Das Wetter in und um Dresden präsentiert Ihnen die Toskana-Therme Bad Schandau.